DBT Newsletter #22/2017

 

5G-Frequenzen werden im Herbst 2018 versteigert

Erlöse werden nicht mit LTE-Versteigerung vergleichbar sein, Foto: APA (AFP)






Der nächste Standard für Mobilfunk, 5G, ist schon in aller Munde, dabei gibt es noch nicht einmal eine international gültige technische Norm dafür. Österreich will aber bei der Einführung zu den Vorreitern gehören und bereitet schon die Versteigerung der dafür nötigen Frequenzen vor. Im Herbst 2018 soll die Auktion über die Bühne gehen, sagte RTR-Chef Johannes Gungl.

Im Gegensatz zu früheren Versteigerungen dürfte die gezahlte Summe diesmal nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. 2013, bei der Vergabe der Frequenzen für LTE (4G), hatten die Mobilfunker zwei Mrd. Euro gezahlt und nachher geklagt, das würde sie in den Ruin treiben. Diesmal sind die Frequenzen aufgrund ihrer technischen Eigenschaften „weniger wert“. Die Erlöse werden also jedenfalls „deutlich“ niedriger ausfallen, so Gungl.

Außerdem steht diesmal so viel Bandbreite zur Verfügung, dass voraussichtlich alle Wünsche befriedigt werden können. Dafür dürfte der Ausbau des Netzes teurer werden, nicht zuletzt deshalb, weil die einzelnen Zellen mit Glasfaserkabeln angeschlossen werden müssen, um die erwarteten großen Datenmengen weiterzuleiten. Andererseits werde 5G wesentlich weniger Strom verbrauchen und schon damit den Mobilfunkern helfen Geld zu sparen, erklärte Gungl.

Noch keine Entscheidung zu Versteigerungsdesign

2013 hatten die Mobilfunker das Design der Versteigerung, ein sogenanntes CCA-Verfahren (Combined Clock Auction), für die aus ihrer Sicht zu hohen Preise verantwortlich gemacht. Dennoch befürwortet nun eine Mehrheit der an den Konsultationen teilnehmenden 15 Firmen in zwei von drei angedachten Versteigerungsdesigns wieder genau dieses Verfahren. Allerdings gibt es auch eine stark ablehnende Minderheit. Die RTR hat noch keine Entscheidung getroffen, nach welchen Kriterien sie die Frequenzen vergeben wird, ob bundesweit in einem Band oder regional aufgeteilt.

5G soll, wenn es einmal definiert ist, parallel ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Einerseits soll es extrem schnell reagieren und damit die Steuerung autonomer Fahrzeuge ermöglichen. Andererseits soll es kostengünstig riesige Datenmengen transportieren, um die Vernetzung von Milliarden von Maschinen zu ermöglichen. Sprachtelefonie ist da eine weniger anspruchsvolle Anwendung dazwischen.

Frequenzen sind eigentlich ausreichend vorhanden

Die RTR vergibt diesmal 390 Megahertz Bandbreite in zwei Bändern (3410-3600 MHz sowie 3600-3800 MHz). Ein Mobilfunker braucht für die volle Abdeckung Österreichs etwa 100 Mhz – bei derzeit drei Vollanbietern in Österreich. Dazu kommen noch regionale Anbieter, die auch Bandbreiten brauchen. Damit dürften genug Frequenzen vorhanden sein, um allen gerecht zu werden. Allerdings muss die RTR sehr darauf achten, die Frequenzen so aufzuteilen, dass auch wirklich für jeden Mobilfunker eine flächendeckende Versorgung möglich wird.

Die Frequenzen haben die technische Eigenschaft, dass ihre Reichweite gering ist. Das heißt, dass wesentlich mehr Funkzellen nötig sein werden als heute, um das gleiche Gebiet zu versorgen. Derzeit braucht jeder österreichweite Mobilfunker rund 6.000 Handymasten. Im Vollausbau in der Zukunft könnte es eine Verzehnfachung der Funkzellen geben. Jede einzelne wird aber viel kleiner und unscheinbarer sein und kann unauffällig in vorhandene Strukturen integriert werden.


Vormarsch künstlicher Intelligenz bringt Vorteile – und Sorgen

Neue „Pixel“-Smartphones erkennen Objekte im Bildfeld der Kamera, Foto: APA (AFP)





Der Begriff „künstliche Intelligenz“ klingt nach Science Fiction. Doch in Form lernender Maschinen gehört sie längst zum Alltag. Die Qualität der Fotos einer Smartphone-Kamera, die Reihenfolge der Facebook-Beiträge, digitale Assistenten, Figuren in Videospielen – hinter so vielem stecken von Algorithmen gesteuerte Computer.

Dabei werden die Ambitionen der Anbieter immer größer. Google, Apple, Facebook, Amazon oder Microsoft lassen keinen Zweifel daran erkennen, dass sie in künstlicher Intelligenz ihre Zukunft sehen. So will Google mit ihrer Hilfe smartere Geräte für verschiedene Lebenslagen bauen und sich so von den großen Hardware-Rivalen Apple und Samsung abheben. Seine neuen „Pixel“-Smartphones versieht der Internet-Konzern mit der Funktion „Google Lens“, bei der Objekte im Bildfeld der Kamera erkannt werden können. Eine neue Anwendung für seine lernenden Maschinen findet Google bei der automatischen Musikerkennung: Bei eingeschalteter Funktion identifiziert das Telefon alle Songs, die in seiner Umgebung laufen.

Die Macher der Foto-App Snapchat wollen gegen die Konkurrenz mit einer „dynamischen Freundesliste“ punkten, in der die Kontakte eines Nutzers mit Hilfe künstlicher Intelligenz ständig umsortiert werden. Dafür soll die Software mit der Zeit nicht nur lernen, mit wem ein Nutzer besonders häufig kommuniziert, sondern auch, welche Freunde er in jedem einzelnen Moment am ehesten anschreiben würde. Diese Kontakte sollen dann höher in der Liste angezeigt werden.

Software wird intelligenter als Menschen

Die Computer werden immer besser darin, große Datenmengen zu analysieren und darin Muster zu entdecken. Einer der ersten Bereiche, die damit revolutioniert werden können, ist die Medizin: Maschinen können inzwischen in Scans aus dem Computertomographen oder Röntgenbildern Anzeichen einer Krankheit oft besser und schneller entdecken als Menschen. Experten gehen davon aus, dass lernende Maschinen Jobs kosten werden. Viele Jobs. Aber genauso unausweichlich scheint, dass die Software intelligenter als die Menschen sein wird. „Einer der Chips in unseren Schuhen wird irgendwann smarter sein als wir“, sagt der japanische Milliardär Masayoshi Son, der sich in möglichst viele zukunftsträchtige Unternehmen einkaufen will.

Tesla-Chef Elon Musk warnt davor, dass unkontrollierbare künstliche Intelligenz die wohl größte Gefahr für die Menschheit darstelle. Im Sommer schockierte er US-Gouverneure mit einem Szenario, in dem eine hochentwickelte Maschine einen Krieg starten könnte, um den Preis bestimmter Aktien zu beeinflussen. Man könne bei lernenden Maschinen nicht den üblichen Weg gehen, dass Regeln erst festgelegt würden, wenn schlimme Sachen passiert seien. „Wenn wir bei künstlicher Intelligenz nur reagieren, kommt die Regulierung zu spät.“

Von Andrej Sokolow/dpa


25 Jahre SMS – Die Jubiläumsfeier fällt aus

Messengerdienste haben der Kurznachricht den Rang abgelaufen, Foto: APA (dpa)





Der Geburtstagswunsch für die SMS muss heuer ohne ein Smiley auskommen. 25 Jahre nach dem Versand der ersten Kurzmitteilung ist zumindest den Mobilfunk-Providern die Feierlaune vergangen. Die Telekom-Manager erinnern sich wehmütig an die Zeiten, als sie Ihren Kunden noch knapp 20 Cent pro SMS berechnen konnten, was sich in den Bilanzen der Konzerne zu Milliardensummen addierte. Inzwischen haben kostenlose Messenger wie WhatsApp, Facebook Messenger, Apple iMessage, Signal, Line und Threema der SMS längst den Rang abgelaufen.

Vor 25 Jahren tippte der Software-Entwickler Neil Papworth die Botschaft „Merry Christmas“ in seinen Computer ein. Die etwas verfrühten Weihnachtsgrüße landeten als erste SMS der Welt am 3. Dezember 1992 auf dem Handy (Orbitel TPU 901) eines Managers des britischen Telekomriesen Vodafone. Ein Mobiltelefon, mit dem man auch SMS schreiben konnte, gab es damals noch nicht. Wenig später funktionierte dann aber auch die SMS-Kommunikation zwischen zwei Mobiltelefonen. Die bis zu 160 Zeichen langen Nachrichten entwickelten sich zu einem Verkaufsschlager, auch wenn es etwas unbequem war, die Buchstaben über die Zahlentastatur einzutippen. Das Wort „Simsen“ wurde Bestandteil der deutschen Sprache.

Mit der Einführung des Euro etablierten sich 19 Cent als Standardpreis für eine Kurznachricht. Discounter boten dann SMS teilweise für 5 bis 6 Cent an. Heute sind in den meisten Mobilfunkverträgen große SMS-Volumen pauschal enthalten.  Aber schon zum 20. Geburtstag vor fünf Jahren zeichnete sich ab, dass es für SMS immer schwerer wird, sich zu behaupten. Vor allem WhatsApp machte sich daran, das lukrative Geschäft der Mobilfunkfirmen zu zertrümmern. Die Nutzung des SMS-Dienstes ging in den vergangenen Jahren drastisch zurück

Telcos wollten Goldesel nicht schlachten

Die großen Telekomfirmen schauten dem Aufstieg von WhatsApp und Co lange Zeit fast tatenlos zu, auch weil es für die Verantwortlichen schwer vorstellbar war, sich an der Schlachtung des eigenen Goldesels selbst zu beteiligen. In dieser Phase war es auch nicht hilfreich, dass der taumelnde Handy-Riese Nokia einen wichtigen Part bei der Entwicklung des SMS-Nachfolgers RCS (Rich Communication Services) übernommen hatte. Aber auch den Providern fiel es schwer, wirksame Akzente zu setzen. So erwies sich der RCS-Dienst Joyn als Flop.

Inzwischen geht es bei der Weiterentwicklung der Mobilfunkdienste um eine Erweiterung der Telefondienste selbst. Wie diese Zukunft möglicherweise aussieht, kann man bereits bei T-Mobile in den USA testen. Vor einem halben Jahr startete das Unternehmen sein „Digits“-Programm. Dabei können Kunden in den USA eine einzige Nummer auf mehreren Geräten nutzen und gleichzeitig mehrere Nummern auf ein und demselben Gerät verwenden – ohne dass ein zweiter SIM-Karten-Slot vorhanden sein muss. Dabei lässt sich einstellen, dass beispielsweise das Handy auf der Büronummer nur zu gängigen Arbeitszeiten klingelt, dafür aber Anrufe des Partners oder der Kinder Tag und Nacht durchgestellt werden.

Von Christoph Dernbach, dpa

 

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