DBT Newsletter #17/2019

Bonus-System soll 5G auch in entlegene Gegenden bringen

Gewinnmaximierung ist ein






Mit einem "Bonus-System" will die Telekombehörde RTR bei der Auktion der nächsten 5G-Frequenzen die neue Technologie auch in bisher schlecht versorgte Gemeinden bringen. Eine Maximierung des Auktionserlöses sei hingegen ein "klares Nicht-Ziel", so Telekom-Regulator Klaus Steinmaurer. Die Auktion soll wie geplant im Frühjahr 2020 stattfinden.

Oberstes Ziel der zweiten 5G-Auktion sei die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit 5G, erklärt Steinmaurer vor Journalisten. In einer zweistufigen Auktion sollen die Frequenzen aus den Bereichen 700, 2.100 und 1.500 Megaherz versteigert werden, die sich besonders für eine großflächige Versorgung mit 5G eignen. Danach ist geplant, durch ein Bonus-System die Netzanbindung von weniger profitablen Gegenden sicherstellen.

Wenn sich Mobilfunkanbieter freiwillig dazu verpflichten, zusätzliche Katastralgemeinden mit 5G zu versorgen, sollen sie dafür einen Preisabschlag auf die zuvor ersteigerten Frequenzen erhalten. Auch hier bieten Betreiber gegeneinander. Zur Finanzierung dieser Rabatte sei ein "beträchtlicher Anteil des Mindestgebotes", "jedenfalls im zweistelligen Millionenbereich" reserviert. Genauere Angaben macht Steinmaurer vorerst nicht. Als Mindestgebot für die Auktion setzt die RTR eine Summe von 295 Millionen Euro an.

Die Ausschreibungsbedingungen sehen vor, dass so bis zum Jahr 2025 etwa 98 Prozent der Bevölkerung mit einer Downloadgeschwindigkeit von 10 Mbit pro Sekunde versorgt werden. Für 95 Prozent der Bevölkerung liegt das Ziel bei 30 Mbit pro Sekunde, so RTR-Experte Stefan Felder. Vorgesehen ist auch eine bessere Versorgung der Verkehrswege: Bis 2023 sollen 98 Prozent der Autobahnen, Schnellstraßen und ausgewählten Bahnstrecken sowie 90 Prozent der Bundes- und Landesstraßen an das 5G-Netz angebunden werden. So könnte beispielsweise autonomes Fahren möglich werden.

Die Ausschreibungsbedingungen sollen bis Oktober dieses Jahres, auch unter Einbeziehung der Netzbetreiber, finalisiert werden. Diese müssen dann noch vom zuständigen Verkehrsminister abgesegnet werden. Im Frühjahr 2020 könnte die Auktion der 5G-Frequenzen stattfinden. Der anstehende Regierungswechsel soll für die Einhaltung dieses Zeitplans voraussichtlich kein Hindernis darstellen, erklärte Steinmaurer.

Keine Sicherheitsrisiken

Sicherheitsbedenken sieht die RTR beim Ausbau der neuen 5G-Mobilfunknetze in Österreich keine. Es seien "keinerlei Risiken identifiziert" worden, "die mit einem bestimmten Hersteller oder einem bestimmten Herkunftsland von Netzwerkkomponenten in Zusammenhang stehen", heißt es in einer Stellungnahme der RTR, die das Verkehrsministerium der APA übermittelte.

Die Behörde stellte zudem fest, dass "das Bewusstsein österreichischer Betreiber für Aspekte der Cybersicherheit sehr ausgeprägt" sei. Sie sieht "daher vorerst keine Notwendigkeit, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vorzuschreiben". Die Risikoanalyse wurde in Zusammenarbeit von Ministerien mit den Mobilnetzbetreibern unter Federführung der Regulierungsbehörde erstellt.

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Risikobewertung für die Sicherheit der 5G-Netze in Europa und hat dazu die jeweiligen Einschätzungen der Mitgliedstaaten abgefragt. Mit einer Zusammenführung der einzelnen Ergebnisse wird bis Jahresende gerechnet. In der EU wird vor allem diskutiert, ob die Beteiligung des chinesischen Konzerns Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes ein besonderes Risiko darstellt.

Cyber-Attacken: Lösegeldforderung von Erpressern nicht nachkommen

„Angegriffen wird alles, was irgendwie erreichbar ist“ Foto: APA (dpa)





Mit 65 Teilnehmern in Wien hat im Jahr 2002 die Internationale Sicherheitskonferenz „IKT“ mit Fokus Cyber-Sicherheit begonnen – bei der Veranstaltung im steirischen Fürstenfeld waren es kürzlich bereits rund 2.500 Personen und fast 70 Aussteller aus 15 Nationen. Die Problematik reiche von der staatlichen Ebene bis in private Haushalte hinein, sagte Heeres-Generalstabschef Robert Brieger.

"Die internationalen Vortragenden tragen die ganze Bandbreite der Problematik an das Publikum heran. Man kann die Auswirkungen gar nicht scharf genug beschreiben und auch, was zu tun ist, um den Gefahren Paroli bieten zu können", sagte Brieger. Das Bundesheer veranstaltete die zweitägige „IKT“ zusammen mit mehreren Industrieunternehmen aus dem IT-Bereich, IT-orientierten Fachhochschulen aus NÖ, OÖ und der Steiermark sowie Forschungseinrichtungen.

Früher erfolgten Angriffe nach dem Schrotflintenprinzip, also breit gestreut und willkürlich. Zunehmend würden jedoch gezielte Attacken durchgeführt, erklärte Christian Nawroth vom Bonner BSI, der deutschen nationalen Cyber-Sicherheitsbehörde. Als Beispiele nannte er die Stadtverwaltung in Baltimore, USA, oder den deutschen Krankenhausverbund. Deren Daten wurden blockiert, also waren die Institutionen nicht arbeitsfähig. "Die Empfehlung des BSI: Keiner Lösegeldforderung von Cyber-Erpressern nachkommen. Man weiß ja nicht, ob man Daten tatsächlich entschlüsselt bekommt. In den USA haben sich politische Gremien für die Zahlung entschieden, das führte nur zu verstärkten Attacken", sagte Nawroth.

Mehr als 400 Weltmarktführer in Österreich

Oberst Walter Unger vom Abwehramt forderte ein Problembewusstsein in allen Chefetagen. "Gegen Gefahren muss man ein starkes Netzwerk entwickeln. Angegriffen wird alles, was irgendwie erreichbar ist. Banken, Versicherungen, Private – wir haben über 400 Weltmarktführer in Österreichs Wirtschaft. Liegt deren Wissen auf ungeschützten Rechnern, muss man von einem Angriff ausgehen. Weltweit haben Nachrichtendienste den Auftrag, für die jeweilige nationale Wirtschaft zu arbeiten. Und seit den US-Wahlen weiß man, dass fremde Mächte demokratische Prozesse zu beeinflussen versuchen."

Er hoffe, dass man "in Österreich die Cyber-Sicherheit noch ausbauen wird können. Es geht darum, die digitale Heimat zu schützen. Wir investieren Milliarden Euro ins Autobahnnetz, damit es zu weniger Unfällen kommt. Das gleiche könnte man sich für Datenautobahnen vorstellen", sagte der Oberst. Man brauche sichere Clouds, sichere Datenautobahnen, starke Verschlüsselungen. Und es müsse in Bildung und Forschung investiert werden.

Ministerium, Firmen und Whatchado gründen Plattform für IT-Jobs

Initiative will Fachkräftemangel im IT-Bereich eindämmen Foto: APA (AFP)






Österreich fehlen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) 10.000 Fachkräfte, bis Ende 2020 könnten es bereits 20.000 sein. Jedoch dürften in den nächsten Jahren 50.000 neue digitale Jobs entstehen, vermuten Vertreter der Internetoffensive Österreich. "Wir haben einen unglaublichen Fachkräftemangel bei IT", räumte Bildungsministerin Iris Rauskala ein.

Das Ministerium, Firmen und der Wiener Jobvideo-Spezialist Whatchado haben daher eine neue Plattform für IT-Jobs gegründet, die sich an Eltern, Lehrende sowie Schülerinnen und Schüler richtet. In kurzen Videos werden dort ausschließlich digitale Jobs von Beschäftigten in diesen Berufen erklärt, darunter etwa von A1, Hutchison Drei, Microsoft, den ÖBB oder Raiffeisen. Weitere Firmen könnten sich jederzeit beteiligen, hieß es bei einem Pressegespräch.

Die Finanzierung erfolgt durch die teilnehmenden Unternehmen, Whatchado erstellt die Videos und wird sie online und über diverse Social-Media-Kanäle bewerben. Das Ministerium will die Plattform in der Lehrerschaft bewerben, die sie im Unterricht vorstellen soll.

Eine Matching-Funktion hilft den Jugendlichen herauszufinden, welche IT-Berufe zu ihnen passen könnten. In kurzen Videos erzählen Beschäftigte, was genau sie machen und wie sie zu diesen Jobs gekommen sind, also welche Ausbildungen sie haben. "Es geht darum, den Scheinwerfer auf neue Berufe zu richten. Es muss nicht immer die Anwältin oder Ärztin sein", sagte Franz Königshofer, Bildungsberater an der AHS Wasagasse.

Firmen wollen auf der Plattform "die Fachkräfte von morgen" finden. "Es gibt zu wenige IT-Absolventen und eine hohe Drop-out-Quote", so Rainer Kalkbrenner, Vorstand der ACP-Gruppe. Es mangle aber auch an Ausbildungsmöglichkeiten und Interessenten. HTLs würden sich schwer tun, überhaupt genügend Schülerinnen und Schüler zu bekommen. Kalkbrenner appellierte an die nächste Regierung, Schulen in den Mittelpunkt zu stellen.

Aus der Wissenschaft:

Eine Smartphone-Tastatur für Blinde

Eine simples Mini-Keyboard mit acht Tasten kann auf der Rückseite eines Smartphones geklebt werden. Foto: TU Wien






Beim Warten auf die Straßenbahn schnell mal eine Textnachricht ins Smartphone tippen – das ist für viele Leute ganz normal. Menschen mit Sehbehinderung haben es dabei deutlich schwerer. Zwar gibt es eigene Braille-Schrift-Tastaturen für den Computer, eine einfache, tragbare Lösung für das Smartphone gab es bisher nicht. Johannes Strelka-Petz, ein Student der TU Wien, hat nun eine Braille-Tastatur entwickelt, die ganz einfach auf der Rückseite eines Smartphones angebracht werden kann. Das mobile Braille-Keyboard „Oskar“ ermöglicht rasches Tippen unterwegs. Die Erfindung wurde mit dem WINTEC-Preis für Inklusion durch Naturwissenschaft ausgezeichnet.

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