DBT Newsletter #6/2019

 Neue Online-Plattform für digitale Amtswege 

Bürgerservices wurden auf einem Portal zusammengefasst, Foto: APA (Techt)






Das digitale Amt bringt immer mehr Leistungen zu den Bürgern. Mit www.oesterreich.gv.at hat die Regierung eine umfassende Online-Plattform vorgestellt, auf der nicht nur Informationen abgerufen, sondern auch Amtswege erledigt werden können. Das gesamte Angebot gibt es mit der App „Digitales Amt“ jetzt auch für Smartphones und Tablets. 

Auf oesterreich.gv.at finden sich in einer übergreifenden Volltextsuche alle Informationen aus den bestehenden Portalen help.gv.at, Unternehmensserviceportal, Rechtsinformationssystem und data.gv.at (insgesamt rund 55 Mio. Kontakte jährlich) zentral an einer Stelle. Das Portal help.gv.at soll dabei gänzlich in der neuen Plattform aufgehen. Der bereits bestehende Bürgerservicebereich wurde technisch und organisatorisch modernisiert und mobil nutzbar. Bis Ende des Jahres sollen die zehn häufigsten Amtswege angeboten werden. 

Um auf oesterreich.gv.at Amtswege komplett online abzuwickeln, wird die Handy-Signatur als rechtsgültige elektronische Unterschrift im Internet benötigt. Damit können Formulare ausgefüllt und elektronisch signiert werden. Einmal über oesterreich.gv.at angemeldet, sind über „Single Sign-On“ viele weitere Services erreichbar, wie etwa das elektronische Postfach MeinPostkorb, der Familienbonus Plus-Rechner sowie die Portale FinanzOnline, Unternehmensservice-Portal, Transparenzportal und e-Tresor zum Speichern wichtiger digitaler Dokumente.

Sortiert nach Lebenslagen

Darüber hinaus wurden wichtige Amtswege nach dem Lebenslagenprinzip gestaltet, etwa jene rund um die Geburt eines Kindes, die jetzt gebündelt als „Digitaler Babypoint“ zur Verfügung stehen. Erste Services sind bereits nutzbar. So lässt sich eine persönliche Checkliste erstellen, um keinen wichtigen Termin rund um Geburt und Schwangerschaft zu versäumen. Geburtsurkunden, Staatsbürgerschaftsnachweise, eine Bestätigung der Meldung des Kindes am Wohnsitz eines Elternteiles oder die Zustellung der e-Card können elektronisch beantragt werden. 

Neu ist auch, dass die An- und Abmeldung des Hauptwohnsitzes über die Plattform geregelt werden kann. Ab Juli soll das auch für den Nebenwohnsitz möglich sein. Ende 2019 wird es dann Führerschein und Zulassungsschein auf der Plattform geben. Auch die Einsicht ins Pensionskonto soll ab Jahresende über diese Plattform möglich sein. Der Personalausweis wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2020 integriert.

Erinnerungsservice für Reisepass 

Schon für die kommende EU-Wahl kann vom Desktop oder Smartphone aus der Wahlkartenantrag erfolgen, wobei alle bekannten Daten vorausgefüllt werden. Dieses neue zentrale System des Bundes wird von nahezu allen Gemeinden genutzt. Für die bis zu 850.000 pro Jahr ablaufenden Reisepässe sowie Personalausweise ist über die Plattform ein Erinnerungsservice direkt aus dem Identitätsdokumentenregister (IDR) aktivierbar, um sechs Wochen vor Ablauf ein Erinnerungs-E-Mail zu bekommen. Ab Mai 2019 wird eine Push-Notification diesen Dienst übernehmen. 

Bürger, die die neuen Amtsservices und die App benützen, werden dabei von einem sogenannten Chatbot als Verwaltungsassistenten auf dem Amtsweg begleitet, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Derzeit ist er bei den Themen Reisepass-Erinnerungsservice und Handy-Signatur aktiv und wird kontinuierlich ausgebaut.


5G-Frequenzen um 188 Mio. Euro versteigert 

A1 zahlt 64 Mio., T-Mobile 57 Mio. und Drei 52 Mio. Euro, Foto: APA (dpa)





Die ersten Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G sind vergeben. Die Versteigerung brachte dem Staat rund 188 Mio. Euro ein. A1 (Telekom Austria) gab 64 Mio. Euro aus, T-Mobile 57 Mio. Euro und Drei (Hutchison) 52 Mio. Euro. Weitere Nutzungsrechte gingen an Mass Response, Liwest, Salzburg AG und Holding Graz.

Die Auktion fiel für die Branche damit deutlich günstiger aus als jene für die Vorgängertechnologie LTE (4G) im Jahr 2013. Für die Lizenzen gaben die Mobilfunker damals mehr als 2 Mrd. Euro aus. Jedoch liegt der Erlös deutlich über dem Mindestgebot von 30 Mio. Euro und über den 50 Mio. Euro, die die Regierung budgetiert hatte. „Aus unserer Sicht spiegelt dieser Preis den Wert wider, den die Bieter dem Frequenzspektrum gegeben haben. Bei diesem Preis haben sich Angebot und Nachfrage getroffen“, sagte RTR-Chef Johannes Gungl. Österreich sei beim 5G-Ausbau damit in Europa in der Spitzengruppe, sowohl was die Frequenzmenge als auch den Zeitpunkt der Vergabe betreffe.

„Drei“ und T-Mobile dürfen die Frequenzen ab Zustellung des Bescheids nutzen. A1 sowie den regionalen Bietern ist das ab dem 1. Jänner 2020 erlaubt. Mit der Installation der Sendeanlagen können die Betreiber schon früher beginnen. Die Nutzungsrechte laufen bis 31. Dezember 2039. Bei T-Mobile sind bereits die ersten 25 5G-Sendestationen montiert. In einem ersten Schritt will das Unternehmen „schon in wenigen Wochen den ersten Kunden mobiles Breitband in Glasfasergeschwindigkeit über 5G anbieten können“. Der Start erfolge mit WLAN-Routern, die via 5G ans Internet angebunden werden. Erst später folgen die ersten 5G-Smartphones. Hersteller wie Samsung und Huawei haben entsprechende Geräte bereits angekündigt.

Der Chef der teilstaatlichen Telekom Austria, Thomas Arnoldner, sagte, es sei eine „langfristige Investition in unser Mobilfunknetz“. Der mehrheitlich zu America Movil gehörende Ex-Monopolist will den Kaufpreis aus dem laufenden Geschäft finanzieren. „Mit dem Ergebnis dieser Spektrumsauktion ist der Startschuss für 5G in Österreich gefallen“, so der CEO von A1 Österreich, Marcus Grausam. Die ersteigerten Frequenzbereiche werde man für das neue 5G-Netz und Kapazitätserweiterungen des bestehenden Mobilfunknetzes verwenden.

5G soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens 100 Mal schneller sind als bei bestehenden 4G-Netzen und für sehr niedrige Reaktionszeiten (Latenz) sorgen. Zudem müssen keine Unterbrechungen während der Übertragung befürchtet werden. Das sind Bedingungen, wie sie auch für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind - etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

 

Österreichische Start-ups sammelten deutlich mehr Geld ein 

Anstieg der Finanzierungen in Österreich auf 173 Mio. Euro, Foto: APA (Fohringer)







Österreichs Start-ups haben im vergangenen Jahr von Investoren um ein Viertel mehr Geld bekommen. Die Höhe der öffentlich bekannten Finanzierungen stieg von 138 Mio. Euro (2017) auf 173 Mio. Euro (2018), geht aus einer Studie der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervor. Die höchste Finanzierung erhielt die Wiener Reiseplattform TourRadar mit 41 Mio. Euro.

Das zweithöchste Investment entfiel auf das Kärntner Videostreaming-Start-up Bitmovin (25 Mio. Euro), gefolgt vom steirischen Mikrolautsprecher-Hersteller USound (17 Mio. Euro), dem Wiener Impfstoff-Entwickler Themis Bioscience und dem Tiroler E-Bike-Händler Greenstorm Mobility (jeweils 10 Mio. Euro), geht aus dem EY-Start-up-Barometer hervor. Der mobile Bezahldienst Bluecode mit Sitz in Wien und der Schweizer Gemeinde Lachen erhielt 11,2 Mio. Euro von Investoren, wurde aber in der EY-Statistik nicht mitgezählt, weil der Hauptsitz des Unternehmens in der Schweiz liegt.

Laut dem aktuellen „Startup Report Austria“ steckten im vergangenen Jahr Investoren rund 10 Mio. Euro in das Vorarlberger Unternehmen crate.io (Entwickler einer Echtzeit-SQL-Datenbank), 6,5 Mio. Euro in den Wiener Bootvermittler Zizoo und jeweils über 5 Mio. Euro in den Wiener Selfstorage-Anbieter Storebox, den Grazer Funktürschloss-Spezialisten Nuki, das Wiener Sportsoftware-Unternehmen Eversports und die Salzburger E-Commerce-Firma Findologic.

Insgesamt belegte Österreich im europäischen Vergleich Rang 15 im EY-Ranking. Die Zahl der Finanzierungen stieg 2018 in Österreich von 35 auf 71. Beim EY-Barometer werden Meldungen über Finanzierungsrunden ohne Anspruch auf Vollständigkeit in Zusammenarbeit mit einem externen Analystenteam ausgewertet. Start-ups, die älter als zehn Jahre sind, bleiben unberücksichtigt. Finanzierungsrunden ohne konkreten Betrag („undisclosed“) wurden ebenfalls gezählt.

Ganz große Kapitalspritzen fehlen

„Bei aller Euphorie dürfen wir aber nicht übersehen, dass es in Österreich viele kleine Finanzierungen gibt: Die Top-10-Deals in Österreich hatten 2018 ein Durchschnittsvolumen von 14 Millionen Euro, die Schweiz liegt bei 63 Millionen Euro, Deutschland bei 158 Millionen Euro“, kommentierte Thomas Gabriel, Partner und Leiter Start-up bei EY Österreich, die aktuellen Zahlen. Es würden hierzulande „noch die ganz großen Ideen für die ganz großen Kapitalspritzen“ fehlen. Für Gabriel haben die Förderung und der Ausbau der Start-up-Ökosysteme außerhalb von Wien hohe Priorität. Da sei man „auf einem sehr guten Weg“. Die Start-ups mit den Top-5-Finanzierungen des Jahres 2018 kommen aus vier unterschiedlichen Bundesländern.

Investoren haben im vergangenen Jahr auch europaweit wieder kräftig in Start-ups investiert: Der Gesamtwert der Finanzierungen stieg 2018 laut EY im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 21,3 Mrd. Euro. Die Zahl der Finanzierungsrunden erhöhte sich um 15 Prozent auf 4.199. Am meisten Geld floss in Start-ups in Großbritannien (7,2 Mrd. Euro/+12 Prozent), Deutschland (4,6 Mrd. Euro/+7 Prozent) und Frankreich (3,4 Mrd. Euro).

 

Aus der Wissenschaft:

Der virtuelle Graue Star

Testbild – Ansicht durch die VR Brille, Foto: TU Wien





Das Computergraphik-Team der TU Wien untersucht, wie man Augenkrankheiten virtuell simulieren kann. So können sich gesunde Menschen mit einer Virtual-Reality Brille ein Bild davon machen, wie eine bestimmte Umgebung aussieht, wenn man unter Grauem Star leidet. So kann man beispielsweise herausfinden, wie man Beleuchtungskörper anpassen muss, um unangenehme Blendeffekte zu vermeiden, oder wo Notausgangs-Wegweiser positioniert werden müssen, damit sie auch von sehbeeinträchtigten Menschen noch gut erkannt werden.

Mehr Infos


Service:

DBT-Blog | Legal Tech: Fokus und Kommunikation als Erfolgsfaktoren 

Florian Kranebitter, Rechtsanwalt und Partner der Fellner Wratzfeld & Partner Rechtsanwälte GmbH

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