DBT Newsletter #01/2018

 

Duell in der Wüste: Amazons Alexa gegen Google Assistant

Digitale Assistenten sind nur ein Aktivierungswort entfernt, Foto: APA (AFP)






Die diesjährige Technik-Messe CES wurde zur Kampfarena digitaler Sprachassistenten. Vor allem Amazon und Google lieferten sich einen Showdown. Amazons Assistentin Alexa setzt unterdessen ihre rasante Expansion auf verschiedenste Geräte aller möglichen Hersteller fort.

Unter den in Las Vegas bereits vorgestellten Neuheiten mit Alexa an Bord: Fernseher und Lautsprecher, Kühlschrank und Ofen, Lichtschalter und Rauchmelder, Windows-Computer, ein Badezimmerspiegel und ein Elektroauto, das allerdings erst 2019 auf den Markt kommen soll.

Bereits vor einem Jahr war Amazon mit seinen vielen Partnerschaften der klare CES-Sieger – und lockte damit Google aus der Reserve. Der Internet-Konzern ist erstmals seit Jahren wieder groß auf der Technik-Messe präsent, um die Werbetrommel für den Google Assistant zu rühren. Auf seinem Pavillon neben den Messehallen steht nicht etwa „Google“, sondern „Hey Google“, der Weckruf des Assistenten.

Bei diesem Wettbewerb geht es darum, für den Nutzer immer nur ein Aktivierungswort entfernt zu sein. Man muss die Menschen daran gewöhnen, im Alltag Sprachbefehle zu geben, und dauerhaft ihre Gunst gewinnen. Der Lohn für die Anbieter ist neben der Treue der Nutzer die höhere Dichte der Datenpunkte, die gesammelt werden können. Amazon gelang der Durchbruch in dem Markt – zur Überraschung vieler in der Tech-Branche – mit seinem vernetzten Lautsprecher Echo. Die Echo-Produktfamilie aus Geräten mit und ohne Kameras wird inzwischen immer größer – und war laut Amazon auch ein Renner im Weihnachtsgeschäft, auch wenn der Online-Händler nach wie vor keine konkreten Verkaufszahlen nennt.

Apple hinkt mit HomePod hinterher

Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Canalys sicherte sich Amazon mit dem Echo rund zwei Drittel der weltweiten Verkäufe smarter Lautsprecher. Der Großteil vom Rest ging an Googles Konkurrenzmodell Home. Der Internet-Konzern selbst ist etwas freigiebiger mit seinen Zahlen als Amazon und erklärte, seit dem Start des kleineren Modell Home Mini im Oktober sei im Schnitt gut ein Gerät pro Sekunde verkauft worden. Apple verpasste das Weihnachtsgeschäft mit der auf „Anfang 2018“ verzögerten Auslieferung seines HomePods – eines Lautsprechers mit der vom iPhone bekannten Sprachassistentin Siri, der zudem eine hochwertige Musikwiedergabe bieten soll.

Wie dramatisch für Apple diese Verzögerung ist, bleibt unklar. Das Geschäft mit smarten Lautsprechern ist insgesamt noch recht überschaubar. Denn trotz der großen Absatzerfolge gibt es noch jede Menge Haushalte, die erst überzeugt werden müssen. „Apple kommt zwar spät ins Spiel“, sagt Analyst Brian Blau vom Marktforscher Gartner. „Aber das macht nichts.“ Der iPhone-Konzern habe dadurch vielleicht einige Chancen verpasst – werde aber am Ende das richtige Angebot für die Nutzer im Apple-Ökosystem haben. Und Siri ist auch in Las Vegas präsent in den vernetzten Produkten verschiedener Hersteller, wie der Duschbrause, die aufs Wort hört.

Von Andrej Sokolow und Christoph Dernbach, dpa


Zahlen oder Zocken? – Das Bitcoin-Dilemma

Bitcoin eignet sich nur mehr bedingt zum Bezahlen, Foto: APA (AFP)





Als Währung gedacht, doch vor allem zum Spekulieren genutzt: Der Bitcoin-Höhenflug steht dem ursprünglichen Sinn und Zweck des Kryptogeldes mittlerweile im Weg. Der Hype wirft die Frage auf, ob das digitale Objekt der Begierde überhaupt noch zum Bezahlen taugt.

„Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann der letzte Kunde mit Bitcoin bezahlt hat“, sagt Niels Göttsch. Der Besitzer der Kaffeebar Leuchtstoff in Berlin Neukölln ist sicher nicht der einzige, dem es so geht. Zwar etabliert sich Bitcoin in der Finanzwelt und eilt von einem Rekordhoch zum nächsten. Doch dieser Erfolg führt zu einem Dilemma. Denn was eigentlich als digitale Währung gedacht war, droht zum reinen Spekulationsobjekt zu werden. Zum Bezahlen eignet sich Bitcoin dadurch nur noch bedingt. Für Geschäftsbesitzer und Online-Händler sind extreme Kursausschläge unangenehm – die Preise müssen ständig angepasst werden. Und wer will schon Geld ausgeben, das keinen stabilen Wert hat und eher zur Spekulation auf Kursgewinne einlädt?

„Was wir von einem monetären System wollen, ist nicht, dass es Leute reich macht, die Geld horten“, sagte US-Ökonom Paul Krugman einst. „Wir wollen, dass es für Transaktionen genutzt wird und die Wirtschaft als Ganzes reich macht.“ Doch genau das ist bei Bitcoin, dessen Wert seit Jahresbeginn von rund 1.000 auf zeitweise über 20.000 Dollar (16.864,8 Euro) stieg, derzeit nicht der Fall. Taugt das Digitalgeld überhaupt noch als Zahlungsmittel oder nur noch zum Zocken?

Rückblick ins Jahr 2014: In den USA führten Großkonzerne wie Dell, Expedia oder Microsoft Bitcoins als Zahlungsoption ein. Auch Ebay flirtete öffentlich mit diesem Schritt. Der Kurs machte damals zwar keine so großen Sprünge und litt zeitweise sogar so heftig, dass erhebliche Zweifel an der Zukunft des Bitcoin aufkamen – aber die Verbreitung im alltäglichen Leben nahm stetig zu. Im trendigen New Yorker West Village wurde der erste Bankomat der Stadt aufgestellt, an dem Bitcoin mit Dollar gekauft werden konnten. An der Wall Street machte das Bitcoin Center auf, eine Info- und Lobby-Zentrale der jungen Start-up-Branche rund um das 2009 eingeführte Digitalgeld.

Von der Kursrallye profitierten nun andere

Rund vier Jahre später erreicht der Bitcoin-Hype zwar täglich neue Dimensionen, doch eine Spurensuche vor Ort zeigt: Den Laden im West Village gibt es nicht mehr, das Bitcoin Center ist geschlossen. „Wir konnten uns die Miete einfach nicht mehr leisten“, sagt Gründer Nick Spanos. Man habe in schlechteren Zeiten viele Bitcoin geopfert, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, doch irgendwann sei es zu teuer geworden. Von der Kursrallye profitierten nun vor allem andere.

Wie sieht es bei den großen Unternehmen aus, die damals Schlagzeilen machten? Computer-Riese Dell hat Bitcoin-Zahlungen wegen „geringer Nachfrage“ längst wieder abgeschafft. Bei Ebay hüllt man sich über Bitcoin-Pläne in Schweigen, auch Ex-Tochter Paypal gibt keine Auskunft zu Krypto-Experimenten. Microsoft und der „Time“-Verlag wollen sich zu ihren Erfahrungen mit Bitcoin ebenfalls nicht äußern. Das Online-Reisebüro Expedia akzeptiert Bitcoin zwar nach wie vor – aber noch immer nur bei Hotelbuchungen auf der US-Website. Zum Start vor mehr als drei Jahren hatte es noch geheißen, das Angebot werde erweitert, wenn es bei Kunden gut ankomme.

Anfang Dezember sah sich sogar der Online-Computerspielehändler Steam trotz seiner cyber-begeisterten Kundschaft gezwungen, die Bitcoin-Annahme einzustellen. Die Gebühren seien rasant gestiegen – von anfangs 20 Cent pro Transaktion auf zuletzt fast 20 Dollar. Hinzu kommen die enormen Wertschwankungen. „Falls die Transaktion nicht zeitgerecht abgeschlossen wurde, kann sich der benötigte Betrag für die Bezahlung ändern“, heißt es bei dem Online-Händler. Dann werden Nachzahlungen nötig; und erneut wird eine Transaktionsgebühr fällig.

 

Quantencomputer wird Realität – und ist für jeden nutzbar

IBM-Forscher Filipp sieht als nächsten Schritt Prozessoren mit 100 bis 1.000 Qubits, Foto: IBM





Noch wird weltweit an den Grundlagen für Quantencomputer geforscht. Doch die Industrie ist längst auf diese Entwicklung aufgesprungen. IBM etwa bietet seit 2016 via Cloud freien Zugang zu mittlerweile drei Quantencomputern. Kürzlich machte der Konzern den Schritt Richtung Kommerzialisierung und will nun mit der Auslobung von Preisen für Forscher und Studenten die Community vergrößern.

Wieviel der sechs Mrd. Euro, die IBM jährlich für Forschung und Entwicklung aufwendet, in das Gebiet Quantencomputer gehen, wollte man bei einem Hintergrundgespräch zum Thema in Wien nicht sagen. Die Technologie sei aber sicher „ein Hauptfokus“, so der aus Österreich stammende Physiker Stefan Filipp, der im IBM-Forschungslabor in Zürich die Quantentechnologie-Gruppe leitet.

Während in Zürich vor allem Grundlagenforschung in diesem Bereich durchgeführt werde, ist der Quantencomputer im IBM-Forschungshauptquartier in Yorktown Heights im US-Bundesstaat New York bereits Realität: Zwei Prozessoren mit jeweils fünf Quantenbits (Qubits) und einer mit einem Prozessor mit 16 Quantenbits sind im Rahmen der IBM-Initiative „Quantum Experience“ frei zugänglich.

65.000 Nutzer haben darauf bisher Millionen Experimente durchgeführt, 50 wissenschaftliche Publikationen basieren auf Arbeiten mit diesen Quantencomputern. Man wolle damit nicht nur Quantenphysiker, sondern möglichst viele Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen ansprechen, um Ideen zu sammeln und das Potenzial auszuschöpfen.

Das ist auch das Ziel einer neuen Reihe von Preisen für Wissenschafter und Studenten („IBM Q Award“), die die vom Konzern bereitgestellten Quantencomputer-Werkzeuge nutzen. Preise gibt es etwa für die Entwicklung von Kursmaterialien oder die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten.

Initiative „IBM Q“ gestartet

Erst vor wenigen Wochen hat der Konzern die kommerzielle Initiative „IBM Q“ gestartet, in der gemeinsam mit zwölf Partnern wie Daimler, Samsung, Honda sowie mehreren Unis der Einsatz von Quantencomputern für kommerzielle und wissenschaftliche Anwendungen erprobt werden soll. Dafür steht ein Prozessor mit 20 Qubits zur Verfügung, ein Prototyp mit 50 Qubits wird derzeit getestet.

Das Ziel sei, mit Quantencomputern Probleme zu lösen, die mit konventionellen Rechnern nicht gelöst werden können, sagte Filipp. Während die grundlegende Informationseinheit des Computers derzeit das Bit ist, das exakt zwei Zustände einnehmen kann (0 oder 1) arbeitet der Quantencomputer mit Qubits.

Diese können auf verschiedene Weise realisiert werden, etwa mit Atomen, Photonen oder supraleitenden Schaltkreise – auf letztere Technologie setzt IBM. Solche Quantensysteme gehorchen den Gesetzen der Quantenphysik und können daher nicht nur „0“ und „1“, sondern auch beide Zustände gleichzeitig annehmen. Die Physiker nennen dies Superposition.

Zudem lassen sich mehrere Qubits miteinander verschränken. Bei diesem von Albert Einstein als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichneten Phänomen bleiben zwei Quantensysteme über beliebige Distanzen miteinander verbunden. Was immer man mit einem tut, beeinflusst augenblicklich auch den Zustand des anderen Teilchens. Quantencomputer nutzen Superposition und Verschränkung um bestimme Berechnungen um ein Vielfaches schneller als konventionelle Computer durchführen können.

Algorithmen zur Fehlerkorrektur notwendig

Nachdem die Qubits noch nicht perfekt seien, müsse man auch Fehlerkorrektur-Algorithmen entwickeln. Der nächste Schritt seien Prozessoren mit 100 bis 1.000 Qubits. Er rechnet damit in den nächsten fünf Jahren. „Gleichzeitig müssen wird darüber nachdenken, was relevante Probleme für den Quantencomputer sind“, so Filipp.

Wann es dann einen universellen, fehlertoleranten Quantencomputer mit bis zu zehn Millionen Qubits geben wird, lasse sich derzeit noch nicht sagen. „Das wird auch davon abhängen, wie erfolgreich man ist und wie gut man zeigen kann, wie relevant der Quantencomputer ist“, davon werde auch das Investment in den Bereich abhängen, so Filipp.

 

Aus der Wissenschaft:

Wie Produktionsbetriebe noch besser betrieben werden 

Optimierung einer Kältemaschine bei Infineon Technologies Austria, Foto:  Infineon Technologies Austria





Energieeffizienz ist in aller Munde, zielen doch viele Auflagen und Förderungen genau auf diesen Bereich ab. Noch wichtiger ist aber für die meisten Unternehmen, welches wirtschaftliche Einsparungspotenzial in diesem Thema enthalten ist. Das Projekt „Grüne Produktion durch Balanced Manufacturing (BaMa)“ kann diese Anforderungen perfekt durch die Entwicklung einer Software verbinden. Die drei Grundbausteine für die Anwender: Monitoring der bestehenden Systeme, Simulation von Abläufen und Koppelung mit einem Optimierer zur Verbesserung der Abläufe. ...

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Service:

DBT-Blog: Cyber Security – eine kurze Bestandsaufnahme


Markus Schreiber, Foto: A1 Telekom Austria

Das Vertrauen der Kunden und der Schutz der Unternehmenswerte sind unverzichtbare Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens im Zeitalter der Digitalisierung. IT-Sicherheits- und Datenschutzaspekte sind daher zentrale Anforderungen, die bei der digitalen Transformation eines Unternehmens an oberste Stelle stehen müssen.  ...

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