DBT Newsletter #9/2017

Digitalisierung – Die Spreu trennt sich vom Weizen 

Unterschied zwischen Österreich und den USA „nicht so riesig“, Foto: APA (dpa)






Die Digitalisierung der Wirtschaft ist voll im Gang. Etwa 22 Prozent der österreichischen Firmen sind „digitale Vorreiter“, 20 Prozent sind „Nachzügler“, ergab eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). Damit ist der Unterschied zu den USA „nicht so riesig“, sagt BCG-Österreich-Partner Hannes Pichler. In den USA gibt es mehr Vorreiter (28 Prozent) aber auch mehr Nachzügler (23 Prozent).

In beiden Ländern sei aber beeindruckend, wie groß der Abstand zwischen den Vorreitern und den Nachzüglern ist, so Pichler im Gespräch mit der APA. Das Veränderungstempo sei „atemberaubend“. Aber auch wenn es wohl noch Zeit gebe, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, für Pichler ist klar: „Die Veränderung wird kommen und sie wird richtig groß sein.“ Je rascher man darauf reagiere, desto besser könne man Kundenwünsche bedienen.

Pichler war jüngst in den USA unterwegs und hat die Veränderung in zwei Bereichen hautnah erlebt: War vor wenigen Monaten noch nach jeder Sitzung nach Taxis telefoniert worden, so „hatte diesmal jeder eine App am Handy und ein Uber-Taxi ist gekommen“. In vielen Restaurants seien die Speisekarten verschwunden, stattdessen lägen nun iPads auf: „In den vergangenen sechs Monaten sind Zehntausende iPads in die Restaurants gekommen“, stellt Pichler fest.

„Totale Qualität“ versus Ausprobieren

Besonders schwer sei es für Unternehmen, die immer auf „totale Qualität“ gesetzt hätten. Denn sie müssten nun parallel dazu eine neue Welt zulassen, in der Prototypen ausprobiert und bei Misslingen nach sechs Monaten wieder eingestampft würden. Denn wenn etwas nach sechs Monaten nicht klappe, dann werde es auch nach zwei Jahren nicht gehen, zeigt laut Pichler die Erfahrung.

Und das bei großer Unsicherheit. Die neue Technologie sei mit lauter Fragezeichen behaftet. „Wir wissen, es kommt etwas, aber wir wissen nicht, welche Optionen wir haben.“ Hier komme dem Menschen sein Grundwesen in die Quere: Solange sich die Rahmenbedingungen nur schrittweise ändern, neige man dazu, die Veränderung „zu ertragen“ und selber keine radikalen Schritte zu setzen. Erst wenn von außen eine radikale Änderung komme, „dann geht plötzlich, was vorher undenkbar war“.

An der Studie haben knapp 100 österreichische und über 300 US-Firmen, in Summe 440 Unternehmen, teilgenommen. Alle waren größere Einheiten mit über 1.000 Mitarbeitern. 

 

„Sharing Economy“ in Wien laut Umfrage immer beliebter

Vor allem bei Mobilität und im digitalen Sektor, Foto: APA (dpa)





In immer mehr Branchen ist es möglich, Gegenstände zu mieten oder kurzzeitig auszuleihen. Die bekanntesten Angebote der „Sharing Economy“ in Wien umfassen nach einer im März durchgeführten Umfrage von MAKAM Research Fahrräder und Carsharing. Besonders häufig genutzt wurden Ausleih- und Streamingmöglichkeiten bei Musik, Filmen und E-Books. Befragt wurden 500 Bewohner der Hauptstadt ab 15 Jahren.

Die Bekanntheit von Miet- bzw. Ausleihmöglichkeiten war bei Fahrrädern (wie z.B. citybike) und Carsharing (etwa car2go, Drive Now, Zipcar) mit 87 bzw. 86 Prozent am größten. Ebenfalls eine sehr hohe Bekanntheit wiesen Ausleih- bzw. Streamingmöglichkeiten im digitalen Bereich auf: E-Books, Filme und Musik kannten zwischen 76 und 79 Prozent der Wiener.

Ebenfalls hohe Bekanntheitswerte bei den Befragten hatten das Mieten von Sportutensilien (62 Prozent) und Werkzeugen (55 Prozent). Etwas weniger Wiener wissen um die Möglichkeit des Ausleihens von Kleidung (39 Prozent), Musikinstrumenten (38 Prozent), Party-Utensilien (38 Prozent), Kunstwerken (35 Prozent), Autozubehör (34 Prozent), Elektronikartikeln (29 Prozent) und Accessoires (25 Prozent). Vergleichsweise wenig bekannt sind Miet-Pflanzen (20 Prozent) sowie Leih-Spielzeug (19 Prozent) und -Möbel (18 Prozent).

Am häufigsten nutzte dementsprechend etwa ein Drittel der Wiener Ausleih- bzw. Streamingmöglichkeiten bei Musik (36 Prozent), Filmen (33 Prozent) und E-Books (28 Prozent). Drei von zehn Befragten haben sich schon einmal Sportutensilien ausgeliehen. 26 Prozent der Hauptstadtbewohner haben bereits Fahrräder gemietet, 24 Prozent Werkzeuge geliehen und 19 Prozent Carsharing genutzt.

Kosten- und Platzersparnis

Kosten- und Platzersparnis gaben die Befragten als größte Vorteile des Ausleihens an. Als häufigster Grund für das Mieten von Gegenständen werden Kosteneinsparungen genannt, besonders wenn die Gegenstände nicht häufig gebraucht werden. Aber auch der Vorteil, keinen Stauraum haben zu müssen, sowie die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sprachen für viele der befragten Wiener für eine geteilte Nutzung.

Die häufigsten Gründe gegen das Mieten bzw. Ausleihen waren Unsicherheiten bezüglich der Haftung bei Beschädigung oder hinsichtlich der Qualität der ausgeliehenen Gegenstände. Auch die Tatsache, Gegenstände lieber besitzen zu wollen sowie Bedenken wegen der Hygiene sprachen für viele Wiener gegen die „Sharing Economy“.


BMVIT fördert Breitband-Internet für KMU mit 21 Mio. Euro

Ministerium übernimmt Hälfte der Kosten für Glasfaser-Anschluss, Foto: APA (dpa)





Kleine und mittlere Unternehmen, die in einen Glasfaser-Internetanschluss investieren, können sich das fördern lassen. 21 Mio. Euro aus der „Breitband-Milliarde“ seien für KMU reserviert, sagte Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) bei einer Pressekonferenz in Wien. „Wir übernehmen bis zu 50 Prozent der Kosten, wenn ein Betrieb ans Glasfasernetz angebunden wird.“

Die Ausschreibung zum Förderprogramm startet am 31. Mai 2017, die Wirtschaftskammer wird die Unternehmen über das Angebot informieren. Gefördert werden Betriebe mit bis zu 249 Mitarbeitern, „das ist sehr breitbandig“, erklärte die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster.

Die Höchstförderungssumme beträgt laut Leichtfried 50.000 Euro, „wir gehen aber davon aus, dass es auch sehr viele Projekte geben wird, die sehr viel weniger kosten werden als diese 50.000“. Es sei derzeit schwer abzuschätzen, wie viele Betriebe diese Förderung in Anspruch nehmen werden. „Es ist ein Open Call, das Geld steht so lange zur Verfügung, bis es verbraucht ist.“ Er sei auch bereit, bei Bedarf über eine Aufstockung nachzudenken, sagte der Minister.

Von der Breitbandmilliarde sind die ersten 200 Mio. Euro schon verbraucht, der jetzige Call umfasst insgesamt 140 Mio. Euro, erklärte Leichtfried. Geplant sei auch, Schulen per Glasfaser an das Breitbandnetz anzuschließen, dafür habe man weitere 9 Mio. Euro vorgesehen. „Knapp zwei Drittel unserer 330.000 KMUs haben noch immer keine leistungsfähige Breitbandanbindung“, sagte Leichtfried.

Es gebe in nahezu allen Branchen Bedarf, Klein- und Mittelbetriebe an das Hochleistungsinternet anzubinden, erklärte Scheichelbauer-Schuster, das könnte für viele zur Überlebensfrage werden. Schnelle Übertragungsgeschwindigkeiten seien etwa notwendig, um Plandaten im Baubereich zu übermitteln oder zusammenarbeitende Betriebe in der Produktion und bei Dienstleistungen zu vernetzen, etwa bei Tischlereien oder im Kfz-Bereich.

Service: Nähere Informationen zum Förderprogramm „Connect“ gibt es auf der Seite http://www.breitbandfoerderung.at sowie auf der Webseite der für die Abwicklung von Förderungen zuständigen österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG: https://www.ffg.at/Breitband


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Neue Partnerbeiträge auf dem DBT-Blog

DBT-Blog: Internet der Dinge: Wie sicher ist unsere vernetzte Welt

Alexander Modl, Dimension Data Austria
Alexander Modl, Dimension Data Austria

Die Digitalisierung und das Internet der Dinge (IoT) wird unser Leben in einer Art und Weise verändern wie wir uns das heute noch nicht vorstellen können. Seit wir die Möglichkeiten von Smartphones entdeckt haben, arbeiten Heerscharen von Business Analysten, Designern und Entwicklern an neuen Geschäftsideen, die unser Leben einfacher, bequemer und effizienter machen sollen. Auch Unternehmen versprechen sich massive Effizienzsteigerungen und Marktpotenziale durch den Einsatz von intelligenten Geräten und Sensoren. In Kombination mit Big Data Analytics und Artificial Intelligence versprechen wir uns einen massiven Zugewinn an Wissen, um alle unsere Lebensbereiche optimieren und vorantreiben zu können. ...

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Digital Business Trends-Award 2017

Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre vergibt die Plattform Digital Business Trends, initiiert von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one, 2017 erneut den gleichnamigen Award, unterstützt von der APA-IT.

Der in zwei Kategorien ausgeschriebene Digital Business Trends-Award prämiert innovative, zukunftsträchtige Digitalisierungslösungen aus den Bereichen Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zur Einreichung berechtigt sind sowohl aufstrebende Jungforscher, Entwickler, Einzelpersonen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen jeder Größe: vom Start-up über KMUs bis zu Großunternehmen. 

Einreichungen sind bis 31. Juli 2017 möglich.

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APA-Science Dossier – Medizin zwischen Null und Eins

Smartphones überwachen die Vitalwerte, immer kleinere Sensoren und Visualisierungen erlauben tiefe Einblicke in den Körper und auch der Austausch von medizinischen Informationen und Dokumenten verlässt zunehmend die analoge Welt. Egal, ob in Krankenhäusern oder Arztpraxen, in der Verwaltung oder direkt beim Patienten: Die Medizin- und Gesundheitswelt steht durch die Digitalisierung vor massiven Veränderungen. Warum Ärzte gläsern werden, bei der Telemedizin noch Nachholbedarf besteht und digitale Infrastrukturen der Grundpfeiler für viele neue Anwendungen werden könnten, beleuchtet APA-Science im aktuellen Dossier.

Tipp: Das gesamte Dossier lesen Sie unter: http://science.apa.at/dossier/gesundheit

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