DBT Newsletter #9/2015

Breitbandausbau kann endlich starten

 Foto: APA/dpa - Heuer sollen insgesamt 300 Mio. Euro an Förderungen fließen





Nach langem Hin und Her zwischen Infrastruktur- und Finanzministerium kann der Breitbandausbau doch noch wie geplant im Mai starten. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) gab die Fördergelder frei, nachdem Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) medial Druck gemacht hatte. Ab sofort können Gemeinden um Subventionen für Rohre ansuchen. 

Insgesamt will Österreich den flächendeckenden Ausbau der Versorgung mit ultraschnellem Internet (100 Mbit/Sekunde) bis 2020 mit 1 Mrd. Euro fördern. Um diese Breitbandmilliarde hat sich die Regierung ein Jahr lang gezankt. Dass sich der Finanzminister mit seiner Unterschrift so lange Zeit gelassen hat, lag unter anderem daran, dass Stöger zehn Prozent aus dem Fördertopf für "Kommunikationszwecke" reserviert haben wollte, wie die "Presse" schreibt. Nun habe man sich auf zwei Prozent geeinigt. 

Von der Milliarde – sie stammt aus der Versteigerung nicht mehr benötigter analoger Fernsehfunkfrequenzen – sollen heuer 300 Mio. Euro ausgeschüttet werden, in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils 200 Mio. Euro und 2019 noch einmal 100 Mio. Euro. Österreich hinkt derzeit punkto schnelles Internet anderen EU-Staaten hinterher. 100 Mbit gibt es de facto nur in Wien und ein paar anderen größeren Städten. In dünn besiedelten Gebieten zahlt sich der Ausbau für Betreiber nicht aus. 

Nun startet die Ausschreibung der sogenannten Leerverrohrungsförderung in zwei Tranchen. 40 Mio. Euro können sich Gemeinden jetzt holen, 45 Mio. Euro im Herbst. Das Infrastrukturministerium trägt bis zu 50 Prozent der Projektkosten, die Obergrenze liegt bei 500.000 Euro, wie Stöger mitteilte. Wenn eine Kommune beispielsweise ihr Kanalnetz saniert und dann gleich Rohre für Glasfaserkabel mitverlegt, bekommt sie Geld vom Bund. 

100 Mio. Euro für "Backhaul"

Nach grünem Licht der EU sollen noch 2015 weitere 200 Mio. Euro folgen. 100 Mio. Euro entfallen auf den Flächenausbau ("Access"), 100 Mio. Euro auf "Backhaul", also die Modernisierung bestehender Kupferleitungen. Diese Förderprogramme richten sich vorrangig an Betreiber. Zusätzlich soll es heuer noch 15 Mio. Euro für das IKT-Entwicklungsprogramm "AT:net" geben. Abgewickelt wird die Breitbandförderung von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). 

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie zeigte sich unterdessen erfreut über den Start der Breitbandförderung, pochte jedoch erneut auf Technologieneutralität. "Die Leerverrohrungen in den Gemeinden sollten nun so geplant und verbaut werden, dass diese für alle Technologien nutzbar sind", so FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner in einer Aussendung.  

ÖVP-Innovationssprecherin Eva-Maria Himmelbauer rief Stöger dazu auf, nach dem Start der Leerrohrförderungen auch für eine rasche und effiziente Umsetzung der weiteren Programme zu sorgen. Derzeit verfügten zwar 81 Prozent der Bevölkerung über einen Internetzugang, doch nur knapp der Hälfte stehe eine High-Speed-Verbindung zur Verfügung.


Amazon bei Kundenzufriedenheit in Österreich abgeschlagen

Foto: APA/dpa - Allerdings ist der US-Online-Händler deutlicher Umsatzkaiser





Der US-Onlinehändler Amazon ist für die Österreicher die erste Adresse, um im Internet einzukaufen, punkto Zufriedenheit liegen aber acht andere Online-Shops vor dem Riesen, ergab eine Umfrage des deutschen ECC-Instituts unter rund 2.300 österreichischen Konsumenten. Am zufriedensten sind Kunden demnach mit dem Web-Shop der Bekleidungskette Esprit, gefolgt von Tchibo/Eduscho und Bipa. 

"Der altbekannte Platzhirsch ist nicht an der Spitze", sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will bei einem Pressegespräch in Wien. Amazon belegt in der Befragung Platz 9. "Die Erwartungen der Kunden an Online-Shops sind sehr unterschiedlich", räumte Studienleiterin Eva Stüber ein. Wenn eine Amazon-Lieferung nach zwei Tagen nicht eintreffe, sei der Kunde enttäuscht. Bei anderen Händlern wäre das vielleicht nicht der Fall, weil eine rasche Lieferung gar nicht erst erwartet wurde. 

Der "Sieger" unter den 40 umsatzstärksten Online-Shops in Österreich wurde anhand folgender Kriterien ermittelt: Website-Design, Usability, Preis-Leistung, Sortiment, Service, Bezahlung sowie Versand und Lieferung. Die Versandhändler Otto/Universal oder der Online-Modehändler Zalando, die umsatzmäßig weit vorne liegen, haben es nicht unter die Top-10 geschafft. "Das heißt nicht, dass sie keine gute Arbeit machen. Die Abstände sind sehr gering und es kommt auf Details an", erläuterte Stüber. 

In Deutschland fielen 40 Prozent des Online-Umsatzes auf Amazon. Stüber schätzt, dass es in Österreich ähnlich ist. Laut dem deutschem EHI Retail Institute generierte Amazon mit seiner Österreich-Website im Jahr 2013 einen Umsatz von rund 343 Mio. Euro und war damit klar an der Spitze. Weit abgeschlagen auf Platz 2 landete universal.at mit einem geschätzten Umsatz von 108 Mio. Euro. Auf Platz 3 kam Zalando (73 Mio. Euro). 

Der Preis allein sei nicht mehr das entscheidende Kriterium für Kunden, um im Internet einzukaufen, beobachtet Stüber. "Erlebnis und Service werden immer wichtiger", so die Handelsexpertin. Ausruhen könne sich heute niemand mehr. Die Ansprüche der Konsumenten würden immer höher werden. Klaus Müller von Google Österreich verwies auf die stetig wachsende Bedeutung von Multichannel, also der Verbindung von online und offline. Bestellungen über mobile Geräte nehmen zu.

Crowdfunding-Gesetz im Ministerrat beschlossen

Foto: APA/dpa - Ergänzung zur klassischen Kreditfinanzierung






Das neue Crowdfunding-Gesetz (Alternativfinanzierungsgesetz) ist vor kurzem im Ministerrat beschlossen worden. "Wir wollen Crowdfunding als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Kreditfinanzierung etablieren", erklärte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) in einer Aussendung. Das Gesetz berücksichtigte auch Anlegerschutzinteressen, betonte er. 

Mit dem Gesetz ist erst ab einem Emissionsvolumen von 5 Mio. Euro der volle Kapitalmarktprospekt notwendig. Derzeit liegt die Grenze bei 250.000 Euro. Für ein Emissionsvolumen zwischen 1,5 und 5 Mio. Euro ist künftig nur noch ein vereinfachter Prospekt zu erstellen (Prospektpflicht light). 

Ein Investor kann pro Projekt bis zu 5.000 Euro im Jahr investieren. Diese Grenze darf aber überschritten werden, wenn der man im Monat mehr als durchschnittlich 2.500 Euro netto verdient – dann ist das Zweifache des Monatsnettoeinkommens erlaubt. Oder es können zehn Prozent des Finanzanlagevermögens pro Investor angelegt werden, wenn diese Summe höher als 5.000 Euro ist. Das Rücktrittsrecht für Anleger beträgt wie im Konsumentenschutzgesetz zwei Wochen. 

Emittenten dürfen gemäß Alternativfinanzierungsgesetz binnen sieben Jahren in Summe nicht mehr als 5 Mio. Euro – abzüglich der bereits an die Anleger zurückgezahlten Beträge – aufnehmen. Wird diese Schwelle überschritten, muss ein Kapitalmarktprospekt erstellt werden. Die Veranlagungen erfolgen beim emittierenden Unternehmen selbst oder über Crowdfunding-Plattformen. 

Immobilienprojekte mitfinanzieren

Die Gründer der steirischen Crowdfunding-Plattform Green Rocket, die sich auf die Finanzierung von Start-ups mit Umweltnutzen spezialisiert haben, gehen unterdessen in den Immobilienbereich. Auf Home Rocket können Kleinanleger zwischen 250 und 50.000 Euro in Bauvorhaben investieren. Die Immo-Projekte würde es auch ohne sie geben. Im Pleitefall sind sie schlecht gestellt, dafür gibt es hohe Zinsen. 

Hinter Home Rocket stehen die beiden Green-Rocket-Gründer und -Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann und Peter Garber sowie die C&P Immobilien AG. Der steirischen Anlagewohnungsfirma gehören 30 Prozent an Home Rocket. Über die neue  Plattform homerocket.com können Kleinanleger vorerst in zwei Projekte von C&P investieren: in das Brauquartier Puntigam in Graz sowie in ein Wohnungshaus in der Wiener Donaufelderstraße.


Navigations-App weist Weg durch komplexe Gebäude

Foto: TU Wien -




Nur noch 30 Minuten bis zum Boarding für den Anschlussflug im anderen Terminal und noch dringend eine Toilette – die schnelle Orientierung in großen Gebäuden wie Flughäfen kann schwierig sein. An der Technischen Universität (TU) Wien wurde nun gemeinsam mit einem Unternehmen eine App entwickelt, die in das Live-Bild der Smartphone-Kamera die passenden Wegweiser und andere Informationen einblendet. 

Während viele Navigations-Systeme GPS- oder WLAN-Daten verwenden, verfolgte Hannes Kaufmann, Leiter des Teams für interaktive Mediensysteme an der TU Wien, einen völlig anderen Ansatz: Das Bild der Handy-Kamera wird automatisch nach charakteristischen Punkten durchsucht und mit einer gespeicherten Karte des Gebäudes verglichen. Dadurch lasse sich die Position viel genauer bestimmen und auch ausrechnen, in welche Richtung die Kamera gerade blickt, hieß es in einer Aussendung der TU Wien. Dadurch können Wegweiser und hilfreiche digitale Zusatzinformation eingeblendet werden. 

Am Flughafen Wien-Schwechat wurde der "Personal Indoor Assistant" laut TU bereits erfolgreich getestet. Die Software ist das Ergebnis eines von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG geförderten Gemeinschaftsprojekts der TU mit der Wiener Firma Card-emotion. Für die Realisierung wurde das Start-up "Insider Navigation" gegründet. Ziel des Unternehmens ist es, bis Ende des Jahres den ersten Kunden online zu schalten.


Service

Foto: APA




Digital Business Trends-Award - Innovative Ideen gesucht

Im Rahmen der Networking-Reihe Digital Business Trends, initiiert von der APA - Austria Presse Agentur und styria digital one (sd one), wird in diesem Jahr erstmals der gleichnamige Award in zwei Kategorien verliehen. Der Digital Business Trends-Award für innovative Digitalisierungslösungen aus Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie ist mit 4.000 Euro pro Kategorie dotiert und wird von der APA-IT unterstützt.

Details und Teilnahmebedingungen sind unter www.dbt.at/award abrufbar.


Service

Foto: APA



APA Campus Kursangebot für Startups

Der Workshop vermittelt Startups, wie man aus seinem Produkt Stories macht, die Journalisten interessieren, wie Medien ticken, welche Grundlagen der PR sich jedes Startup erarbeiten kann und wie man Medienarbeit professionell aufsetzt.

Weitere Infos und Anmeldung unter: http://www.apa-campus.at/kursangebot/startup/

Empfehlen & Verbreiten Facebook Google+ Twitter
Load more