DBT Newsletter #7/2017

„Digitalisierungsmilliarde“ würde 8.400 Beschäftigte auslasten

Manuelle Routinetätigkeiten werden an Roboter ausgelagert, Foto: APA (dpa)







Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sieht in Österreich großen Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Besonders dringend gehöre das Breitband ausgebaut. In einer Studie ging das Wifo auch darauf ein, was eine hypothetische „Digitalisierungsmilliarde“ brächte: die Auslastung von 8.400 Beschäftigten.

Bereits 2016 haben die Wifo-Forscher Oliver Fritz und Gerhard Streicher ausgerechnet, welche volkswirtschaftlichen Effekte eine zusätzliche Investition von 1 Mrd. Euro hätte. Berücksichtigt man nur unmittelbar beauftragte Branchen und den Vorleistungskreislauf, würde die Digitalisierungsmilliarde eine Wertschöpfung von 700 Mio. Euro auslösen. „Dabei werden gut 8.400 Beschäftigte (Jahresvollzeitäquivalente) ausgelastet“, so das Wifo in einer neuen Studie. Bezieht man auch Effekte wie gestiegene Einkommen ein, die den Konsum ankurbeln und so eine höhere Nachfrage erzeugen, erreicht die verbundene Wertschöpfung laut dem Modell mehr als 1,2 Mrd. Euro. Das entspräche einer Auslastung von 14.700 Beschäftigten.

Österreich hat nach Ansicht des Wifo noch einiges tun, um fit für die digitale Zukunft zu werden. Das Ausbildungssystem müsse dementsprechend modernisiert werden. Langfristig „wird die größere Herausforderung aber darin bestehen, vermehrt Fähigkeiten auszubilden, die weniger automatisierbar sind – also zum Beispiel soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Urteilsvermögen in Bezug auf unstrukturierte Aufgaben. Gleichzeitig gewinnen digitale Kompetenzen und Qualifikationen (…) in allen Berufsgruppen weiter an Bedeutung“, schreiben die Studienautoren Michael Peneder, Julia Bock-Schappelwein, Matthias Firgo, Oliver Fritz und Gerhard Streicher.

Probleme für formal geringqualifizierte Arbeitskräfte

Was den Wegfall von Jobs betrifft – Stichwort Roboter, die Arbeiter ersetzen –, ist das Wifo nicht so pessimistisch. Durch die Digitalisierung würden bestehende Berufe in der Regel nicht obsolet, jedoch veränderten sich die Arbeitsinhalte von standardisierbaren zu nicht standardisierbaren Tätigkeiten. Manuelle Routinetätigkeiten gerieten jedoch weiter unter Druck. „Diese werden vorwiegend von formal geringqualifizierten Arbeitskräften geleistet, deren Beschäftigungsanteil in der Folge weiter sinken dürfte.“

Dass Berufe mit manuellen Tätigkeiten von Jobs mit nicht-manuellen Tätigkeiten verdrängt werden, sei ein generelles Muster der Tertiärisierung, also der wachsenden Bedeutung von Dienstleistungen. Der zunehmende Ersatz von Routine-Arbeiten durch Nicht-Routine-Tätigkeiten hat in Österreich laut Wifo aber noch nicht ganze Berufsgruppen vom Arbeitsmarkt verdrängt.

APA-medialab gibt ersten Einblick in seine Arbeit

Tool zur Überprüfung von Informationsquellen entwickelt, Foto: APA (Fohringer)







Das APA-medialab, die neue Innovationsabteilung der APA – Austria Presse Agentur, hat unter https://medialab.apa.at erste Prototypen veröffentlicht. Darunter finden sich unter anderem ein Tool zur Verifizierung von Quellen und ein Chatbot für redaktionelle Serviceinhalte, wie die Nachrichtenagentur mitteilte.

Das APA-medialab nahm seine Arbeit Ende 2016 auf. Geleitet wird es von Chief Digital Officer Harald Mayer. Ziel des interdisziplinären Teams aus Journalismus, Technologie, User-Design, Forschung und Marketing ist es, Trends der Medienbranche aufzugreifen und Lösungen sowie Prototypen dafür zu entwickeln. Geschäftsführer Clemens Pig will die APA als „News-Tech-Agentur“ positionieren und setzt dafür unter anderem auf Themen wie Paid-Content-Infrastruktur, Intelligente Assistenzsysteme und Automated Journalism.

Für Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der APA sowie der Moser Holding, und Alexander Wrabetz, APA-Aufsichtsratsvorsitzender und ORF-Generaldirektor, ist das APA-medialab „ein Vorzeigeprojekt für digitales Innovationsmanagement in der österreichischen Medienlandschaft“.

A1 investiert mit Partnern 1,2 Mio. Euro in Start-up „Parkbob“

Freie Parkplätze werden in Echtzeit angezeigt, Foto: Parkbob






Das Wiener Start-up Parkbob darf sich über 1,2 Mio. Euro freuen. Das Geld kommt von der Telekom Austria (A1), die die Hälfte aufbringt, sowie der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (AWS) und der Wirtschaftsagentur Wien.

„Dieses Investment ermöglicht Parkbob auf Basis des steigenden Interesses von Businesspartnern aus der Automobil-, Navigations- und Mobilitätsbranche den Roll Out in allen europäischen Hauptstädten. Bis Ende 2017 wird Parkbob in insgesamt 50 Städten in Europa sowie Nordamerika vertreten sein“, teilte A1 in einer Aussendung mit.

Neben A1 halten die Investoren Pioneers Ventures, Nikolaus Futter, Martin Egger und Markus Ertler Anteile an dem Start-up, das seinen Sitz im 20. Wiener Gemeindebezirk hat.

Parkbob kombiniert Echtzeit-Parkdaten aus verschiedensten Quellen mit einer Datenbank aus Parkregeln und verknüpft diese mit Geo-Informationen. „Somit weiß das System, wo Parken erlaubt ist, was es kostet und zeigt freie Parkplätze in Echtzeit an“, schreibt A1. In Wien seien das 40.000 Abstellplätze. 


Service:

Digital Business Trends-Award 2017

Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre vergibt die Plattform Digital Business Trends, initiiert von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one, 2017 erneut den gleichnamigen Award, unterstützt von der APA-IT.

Der in zwei Kategorien ausgeschriebene Digital Business Trends-Award prämiert innovative, zukunftsträchtige Digitalisierungslösungen aus den Bereichen Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zur Einreichung berechtigt sind sowohl aufstrebende Jungforscher, Entwickler, Einzelpersonen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen jeder Größe: vom Start-up über KMUs bis zu Großunternehmen. 

Einreichungen sind bis 31. Juli 2017 möglich.

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