DBT Newsletter #4/2017

Wien schwacher Standort für Technologie-Start-ups

Deutlicher Rückstand bei privatem Investitionskapital, Foto: APA (Fohringer)







Wiener Technologie-Start-ups haben es im EU-Vergleich deutlich schwerer, an Kapital zu kommen, geht aus einer Studie der Modul University Vienna hervor. Lediglich 0,03 Prozent des Bruttosozialprodukts werden in Wien an privatem Investitionskapital für technologie-orientierte Jungunternehmen aufgebracht. Im europäischen Durchschnitt seien die Summen zehn Mal höher.

Den Grund für diesen Rückstand sehen die Autoren vor allem in der zu geringen Förderung der Unternehmensgründung durch Politik und Wirtschaft. Zudem gebe es, im Vergleich zu Wien, in globalen Start-up-Zentren wie Berlin, Tel-Aviv und Amsterdam mindestens eine Investmentinitiative für junge Unternehmen.

Die Studie wurde von der Wirtschaftskammer Wien unterstützt. Die Experten legen darin einen 8-Punkte-Plan zur Verbesserung der Situation vor. Empfohlen wird ein Fonds zur Förderung von Start-ups ebenso wie eine Plattform zur Abstimmung gemeinsamer Förderziele. Aber auch Steueranreize und staatliche Garantien sollten Risikokapitalinvestitionen attraktiver machen. Bereits eine bessere Vernetzung und Koordination könnte viel bewirken.

Business-Angels zählen laut Modul-Studie zu den aktivsten Finanzgebern. Sie seien eine ganz wichtige Brücke zwischen den ersten Geldgebern aus dem Kreis von Familie und Freunden und späteren Risikokapitalgebern. Gerade diese Funktion mache die kleine Wiener Investment-Szene ausgesprochen dynamisch, stellt die Studie fest.

Zahl der vernetzten Dinge steigt rasant an

IBM hat ein neues Forschungszentrum in München eröffnet, Foto: IBM





Der US-Technologiekonzern IBM erwartet bis zum Jahr 2020 rund 30 Milliarden digital vernetzte Maschinen und Geräte auf der Erde. Derzeit werde der Großteil der produzierten Daten aber noch sehr wenig oder gar nicht genutzt, sagt IBM-Vizeforschungschef John Kelly bei der Eröffnung eines 200 Mio. Euro teuren neuen Forschungszentrums in München.

Dort sollen künftig auf der Basis von IBMs Supercomputer „Watson“ Lösungen für das Internet der Dinge entwickelt und Daten intelligent ausgewertet werden. Mit seiner weltweiten „Watson“-Zentrale will IBM von München aus vor allem deutsche und europäische Industrie-Unternehmen ansprechen. „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, nach München zu gehen, in das Herz des industriellen Sektors“, sagte Kelly.

Laut dem IT-Research und Beratungsunternehmens Gartner werden heuer weltweit 8,4 Milliarden vernetzte Dinge verwendet. Rund 5,2 Milliarden Geräte werden von Endkunden benutzt, 3,1 Milliarden von Unternehmen. Das ist insgesamt ein Anstieg gegenüber 2016 von 31 Prozent. „Abgesehen von Automotive-Systemen, sind es Smart-TVs und Digitale Set-Top-Boxen, die am meisten von Endverbrauchern benutzt werden“, so Gartner-Research-Chef Peter Middleton in einer Aussendung. „Von Unternehmen werden hingegen vor allem smarte Stromzähler und Überwachungskameras für den Handel verwendet.“

Ein konkretes Beispiel für das Internet der Dinge liefert die französische Bahn SNCF: Das Staatsunternehmen rüstet Züge und 30.000 Kilometer Gleise mit Sensoren aus, die Daten für die Wartung senden. Das ermöglicht den Ingenieuren in den Reparaturwerkstätten, frühzeitig Probleme zu erkennen und Ersatzteile zu bestellen, noch bevor ein Defekt auftritt. „Die Wartungszyklen sind schneller und kürzer als in der Vergangenheit“, sagte SNCF-Technikchef Raphael Viard bei der IBM-Veranstaltung.

Österreichs IT-Leiter setzen auf Produktivität statt Visionen

Heimische CIOs müssen erst die Basis für den digitalen Wandel schaffen, Foto: APA (dpa)





Die heimischen IT-Leiter haben durchaus andere Präferenzen als ihre internationalen Kollegen, geht aus einer Umfrage (Sample: 1.200 IT-Verantwortliche) des Unternehmensberaters Deloitte hervor. Auf die Frage, was einen erfolgreichen IT-Manager ausmacht, nannten die Österreicher zu 35 Prozent Produktivität, international waren dies aber nur 14 Prozent.

Hingegen sind 73 Prozent der Meinung, dass Visionen für einen IT-Leiter wichtig sind. In Österreich teilen nur 18 Prozent diese Meinung. Auffällig ist auch, dass mehr als 60 Prozent der heimischen IT-Manager künftig in 3D-Druck investieren wollen, international sind es hingegen nur knapp über zehn Prozent.

Ganz unterschiedlich ist auch die Einschätzung, welche Bereiche künftig den meisten Einfluss auf ihr Geschäft haben werden. Österreichs IT-Leiter sehen dies weit stärker als ihre Kollegen in anderen Ländern im Bereich Recht und Datensicherheit. Die ausländischen Kollegen wiederum sehen die Digitalisierung als größte Herausforderung (68 Prozent vs. 37 Prozent in Österreich).

„In Österreich sind CIOs häufig noch damit beschäftigt, die Basis für den digitalen Wandel zu schaffen, indem sie die IT-Infrastruktur im Unternehmen modernisieren und vor Cyber-Angriffen absichern. Deshalb spielen bei uns neue Technologien noch keine so große Rolle“, so Deloitte-Experte Bernhard Göbl.

Service

Neue Partnerbeiträge auf dem DBT-Blog:

DBT-Blog: Mixed Reality: The Advent of a New Medium

Annette Mossel, TU Wien

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The advent of technologically based approaches through mixed reality (MR) environments holds significant promise in its ability to form a new medium, which is capable to extend and push the boundaries of various business areas. To broaden the technological understanding, the different forms of mixed reality, spanning from augmented realty (AR) to virtual reality (VR) are presented, interlocked with ready-to-use hardware solutions to create a knowledge base for business integration. ...

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