DBT Newsletter #3/2017

Digitalisierung: Neues Förderprogramm für Umschulungen

KMU können sich ab Herbst fünf Mio. Euro „abholen“, Foto: APA (dpa)








Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt bleiben Niedrigqualifizierte oder ältere Personen häufig auf der Strecke. Rund 60.000 Jobs sind gefährdet, da vor allem einfache Routinearbeiten wegfallen oder ins Ausland verlagert werden. Das Infrastrukturministerium startet daher ein neues Förderprogramm, das sich an Niedrigqualifizierte in Klein- und Mittelbetriebe (KMU) richtet.

Für das Projekt stehen fünf Mio. Euro zur Verfügung, die sich KMU ab Herbst beim Austria Wirtschaftsservice (aws) „abholen“ können. „Wir wollen die fit für die Zukunft machen, die keinen großen Abschluss in der Tasche haben“, sagte Infrastrukturminister Jörg Leichtfried bei einem Pressegespräch. Leichtfried hofft, dass die negativen Auswirkungen so möglichst gering gehalten werden. Viele Betriebe bauten zwar in der Verwaltung ab, aber dafür im Bereich Kundenbetreuung auf.

„Je höher die Qualifikation, desto geringer das Risiko, arbeitslos zu werden“, sagte AK-Präsident Rudolf Kaske mit Blick auf die kürzlich präsentierten Arbeitslosenzahlen. Zwar sei heutzutage jeder in der Lage, ein Smartphone zu bedienen, doch hätten 900.000 Erwerbsfähige mangelnde Computerkenntnisse. An fast der Hälfte der heimischen Berufsschulen gäbe es kein WLAN, bedauerte Kaske. Ansetzen müsse man bereits in der Schule und bei der Lehre. Doch auch Ältere dürften nicht aus dem Blick geraten.

Das neue Förderprogramm setzt auf die Fortbildung direkt im Betrieb. Für viele Beschäftigte sei das einfacher und die Hemmschwelle geringer, als wenn sie irgendwo außer Haus müssten, so aws-Geschäftsführerin Edeltraud Stiftinger. Dabei sollen auch Datenbrillen zu Trainingszwecken zum Einsatz kommen. Piloten lernten schließlich auch in einem Flugsimulator fliegen. Das aws hat seit zwei Jahren ein Programm zur Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben bei der vollständigen Digitalisierung in der Produktion.

Investorengruppe eröffnet Start-up-Schmiede in Wien

„Größter Start-up-Hub in CEE“ soll entstehen, Foto: APA (AFP)






Eine Gruppe von Investoren will in Österreich unter dem Namen weXelerate ein Zentrum für 100 ausgewählte Start-ups schaffen. An einem Standort im Design Tower sollen Start-up-Förderer wie Speedinvest, Blue Minds Group, Camouflage Ventures, Pioneers oder i5invest vereint werden, heißt es in einer Aussendung.

Der Fokus werde auf dem Internet der Dinge, FinTech und Media liegen. Nach Eigendefinition soll es der „größte Start-up-Hub in CEE“ sein. „Unternehmenspartner“ für zunächst drei Jahre sind unter anderen Bank Austria, Ithuba Capital AG, Kurier, T-Mobile, UNIQA und Wüstenrot. 

„In Summe rechnen wir jährlich mit 10.000 Bewerbungen von Start-ups aus der ganzen Welt, die mit uns und unseren Partnern zusammenarbeiten wollen“, erklärte weXelerate-CEO Hassen Kirmaci, der bisher als Regional Vice President für Gartner tätig war. Im Vollbetrieb soll weXelerate 20 Vertriebs- und Servicepartner, 30 der größten österreichischen Unternehmen und ein Akzeleratorprogramm für 100 ausgewählte Start-ups pro Jahr unter einem Dach vereinen.


Vor 5G-Einführung sind noch viele Fragen offen

Zweifel an kommerzieller Nutzbarkeit im Jahr 2020, Foto: APA (AFP)

Bis 2020 soll die nächste Mobilfunkgeneration 5G in jeder Landeshauptstadt verfügbar sein, hat die Bundesregierung in ihrem überarbeiteten Arbeitsprogramm beschlossen. Davor seien aber noch viele Fragen zu klären, sagte Telekom-Austria-Finanzchef Siegfried Mayrhofer bei einer Pressekonferenz. Er hat Zweifel, dass eine kommerzielle Nutzung 2020 schon möglich sein wird.

Derzeit sind die technischen Details des neuen Standards noch nicht fixiert, erinnerte Mayrhofer. Es gebe noch zwei Strömungen: Die einen wollen vor allem große Datenmengen schnell übertragen, die anderen setzen auf besonders rasche Reaktionszeiten - die etwa für autonomes Fahren wünschenswert wären. Am Ende werde es ein Kompromiss zwischen den beiden Eigenschaften sein. Wann die Details fixiert werden, ist unklar.

Für Diensteanbieter wie die Telekom Austria seien danach aber noch viele Fragen offen: etwa was die Frequenzen kosten und wie viele Sendemasten nötig werden. 5G braucht grundsätzlich mehr Basisstationen, Schätzungen gehen davon aus, dass es vier Mal so viele sein werden wie für 4G (LTE). Die zu bauen, heiße nicht nur hohe Kosten, sondern auch sehr viel Bürokratie bei der Genehmigung.

Außerdem mache der Ausbau wenig Sinn, wenn die Basisstationen nicht mit Glasfasernetzen angebunden werden. Die beiden Ausbaupläne seien miteinander verschränkt, sagte Mayrhofer. Telekom-Austria-Chef Alejandro Plater wollte das Zieldatum 2020 nicht in Frage stellen, sagte aber: „Vorher müssen wir noch viele Dinge tun.“


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