DBT Newsletter #23/2017

 

Deloitte: Augmented Reality wird 2018 Durchbruch erzielen

Neue Anwendungen sollen Durststrecke beenden, Foto: APA (AFP)






Augmented Reality (AR), also die Ergänzung der realen Umgebung durch digitale Inhalte, wird laut der Beratungsfirma Deloitte im kommenden Jahr ihren Durchbruch feiern. „Unsere Einkäufe werden wir bald virtuell austesten können. Zum Beispiel lassen sich Möbel künftig vor dem Kauf bequem via Smartphone-App in der Wohnung hin- und herschieben“, so Barbara Edelmann, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Bis Ende 2018 werden demnach weltweit bereits 800 Millionen Smartphones AR-tauglich sein. Insgesamt wird im AR-Bereich ein Umsatz von 100 Mio. Dollar (84,70 Mio. Euro) erwartet. Weitere Top-Trends sind laut Deloitte digitale Medien-Abos, Internet in Flugzeugen und Machine-Learning. Laut Analyse werden im kommenden Jahr weltweit 350 Millionen Mediennutzer insgesamt 680 Millionen Online-Abonnements abschließen. Fast die Hälfte der Mediennutzer in Industrieländern wird bis Ende 2018 über mindestens zwei digitale Medienabonnements verfügen.

Musikstreaming und Video-on-Demand

„Konsumenten haben oft mehrere Abonnements bei unterschiedlichen Anbietern. Denn Sportrechte werden zunehmend unter verschiedenen Anbietern aufgeteilt, ebenso können nicht alle beliebten Serien auf einer einzigen Plattform gestreamt werden“, so Anneliese Egger, Senior Managerin bei Deloitte Österreich. Neben Musikstreaming-Diensten sind vor allem Video-on-Demand-Abonnements besonders beliebt. Deloitte rechnet hier für 2018 mit bis zu 375 Millionen Abos.

Im kommenden Jahr werden die Fluglinien bereits bei einer Milliarde Flügen Internet oder Sprachtelefonie an Bord anbieten, beschreibt Deloitte einen weiteren Trend. Das entspricht jedem vierten Passagierflug und einem Plus von über 20 Prozent im Jahresvergleich. Durch kostenpflichtige Internetdienste könnte das den Airlines knapp eine Mrd. Dollar einbringen.


Studie: „Offliner“ haben deutliche Nachteile im Alltag

Sharing Economy setzt Online-Zugang voraus, Foto: APA (dpa)





Konsumenten ohne Internetzugang bleiben immer häufiger auf der Strecke. Der Druck wird weiter steigen, zeigt eine Arbeiterkammer-Studie über die Folgen der Internetabstinenz. „Daher ist der digitale Wandel so zu gestalten, dass es möglichst wenige Verlierer und für technikferne Menschen ausreichend Unterstützung gibt“, forderte AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer per Aussendung.

Laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria gibt es in 88,8 Prozent der Haushalte einen Internetzugang. Im Umkehrschluss heißt das, dass es in mehr als jedem zehnten Haushalt kein Internet gibt. Konkret sind es rund 390.000 internetlose Haushalte. Die Arbeiterkammer verweist auf Daten des Austrian Internet Monitors, dem zufolge 14 Prozent der Österreicher ab 14 Jahren als Offliner gelten.

Laut AK-Studie, durchgeführt vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation, sind „Offliner“ mehrfach benachteiligt. Denn durch Online-Services wie Produkt- und Preisvergleiche könne man oftmals schneller und besser informiert sein und damit mehrere hundert Euro jährlich sparen. Außerdem würden Bank- und Postfilialen rar und gedruckte Fahrpläne ausgedünnt. Darüber hinaus setzten immer mehr Angebote die Buchung über eine App voraus, zum Beispiel beim Carsharing.

Verzicht auf kostengünstige Online-Services

Die Arbeiterkammer kam zum Schluss, dass sich der Alltag internetunterstützt – von der WhatsApp-Gruppe mit der Familie bis hin zu Online-Routenplanern – oft schneller oder komfortabler schaukeln lasse. „Offliner verzichten auf den raschen Zugang zu Infos und zunehmend auch auf kostengünstige Online-Services – etwa bei Diskontbanken, die nur E-Banking anbieten, billigeren elektronischen Zugtickets, Diensten der Sharing Economy, Kleinanzeigenplattformen, und, und, und“, so Zimmer.

Nichtsdestotrotz fordert die Interessensvertretung ein rechtlich verankertes Mindestmaß an analog erbrachten Leistungen, wozu sie Papierrechnungen und gedruckte Formulare zählt. Darüber hinaus brauche es einen Ausbau leistbarer Beratungs- und Weiterbildungsangebote und Kundenservices speziell für technikferne Konsumenten.


EU will trotz US-Kehrtwende an Netzneutralität festhalten

Entscheidung der US-Aufsichtsbehörde FCC sorgt für Aufsehen, Foto: APA (AFP)





Trotz der US-Kehrtwende will die EU-Kommission die Gleichbehandlung beim Datenverkehr im Internet beibehalten. „Wir werden die Netzneutralität in Europa weiter schützen“, twitterte der für den Digitalmarkt zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip.

Auch die deutsche Regierung nannte den seit 2015 in der EU geltenden Rechtsrahmen wichtig. Die US-Aufsichtsbehörde FCC hatte kürzlich die Regel aufgehoben, dass das Internet als öffentliche Dienstleistung eingestuft wird, die allen Nutzern gleichberechtigt zur Verfügung gestellt werden muss. Wie umstritten das Thema ist, zeigt auch eine Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Deutschen Telekom. Die Behörde verlangte von dem Bonner Konzern Änderungen am Angebot „StreamOn“ in bestimmten Mobilfunktarifen, mit dem Filme und TV-Serien im Internet genutzt werden können, dafür aber die Datengeschwindigkeit verändert wird. Die Telekom kündigte rechtliche Schritte dagegen an.

Die EU hatte 2015 beschlossen, dass für die Netzneutralität bestimmte Inhalte durch Netzanbieter nicht blockiert, verlangsamt oder gegen Bezahlung beschleunigt und bevorzugt werden dürfen. „Das Recht, einen offenen Zugang zum Internet ohne Diskriminierung oder Beeinträchtigung zu erhalten, ist im EU-Recht verankert“, betonte nun EU-Kommissar Ansip. Das Prinzip ist nach Ansicht der Brüsseler Behörde auch für neu gegründete Firmen wichtig, um mit etablierten Unternehmen im Netz konkurrieren zu können.

Antwort von Europa gefordert

Dagegen forderte der Digitalverband Bitkom, in dem unter anderem die Deutsche Telekom und die Post organisiert sind, eine Antwort in Europa auf den US-Kurswechsel. „Mit der jüngsten FCC-Entscheidung kehren die USA zu einer Regelung zurück, die bis 2015 galt und davor über 20 Jahre lang den Rahmen für das Wachstum des Internets gebildet hat“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Direkte Auswirkungen auf Europa gebe es zwar nicht, eine globale Signalwirkung sei aber durchaus erkennbar. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, sollten bei der Auslegung und Anwendung der EU-Verordnung von 2015 die Entwicklungen in den USA bedacht werde. Auch Europa stünde vor der Herausforderung, leistungsstarke Netze aufzubauen.

Die FCC-Entscheidung gilt in den USA als Triumph für Telekomkonzerne wie AT&T, Comcast und Verizon. Die Anbieter von Inhalten wie die Filmindustrie in Hollywood, Facebook und Google hatten sich dagegen für einen Erhalt der 2015 unter der Regierung des demokratischen Präsidenten Barack Obama erlassenen Vorschrift eingesetzt. Der von Obamas Nachfolger Donald Trump ernannte FCC-Vorsitzende Ajit Pai hatte indes argumentiert, dies behindere den Wettbewerb. Pais Vorschlag, die Regelung abzuschaffen, wurde nun mit einer Mehrheit der in dem FCC-Gremium vertretenen Republikaner gebilligt. Kleinere Start-up-Unternehmen fürchten, dass ein Mangel an Vorschriften für sie die Kosten erhöhen könnte oder ihre Inhalte gar nicht mehr über das Internet verbreitet werden.

 

Aus der Wissenschaft:

netidee fördert Blockchain-Forschung an der TU Wien 

Übergabe der netidee-Förderung an das Siegerteam, Foto: TU Wien/Anna Rauchberger





Die Forschungsgruppe „Security and Privacy (S&P)” der Fakultät für Informatik an der TU Wien wurde mit einer netidee-Förderung für ihr Projekt Ethertrust ausgezeichnet. Die Informatikerinnen und Informatiker der Forschungsgruppe von Prof. Matteo Maffei entwickeln Technologien, die die Sicherheit von Ethereum smart contracts verifizieren. Gerade bei Auktionen, dem Unterzeichnen von digitalen Verträgen oder Zahlungstransfers können bestehende Lücken im System schnell zu finanziellen Verlusten führen. ...

WEITERLESEN


DBT am 18.01.2018: IT-Sicherheit – Vom Stiefkind zur globalen Herausforderung

Digital Business Trends, Foto: APA

Britische Spitäler, spanische Telekomkonzerne, französische Autobauer und heimische Technologiefirmen: Cyberattacken der jüngeren Vergangenheit zeigen, wie hoch das Risiko in einer inzwischen sehr vernetzten Welt ist, Opfer eines digitalen Angriffs zu werden.

Welche Maßnahmen müssen heimische Unternehmen treffen, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Ist es überhaupt noch möglich, hier mitzuhalten? ...

Weitere Infos & Anmeldung


Frohe Weihnachten & einen guten Rutsch

Frohe Weihnachten, Foto: APA


Ein erfolgreiches drittes Jahr der Veranstaltungsreihe Digital Business Trends (DBT) neigt sich dem Ende zu. Wir freuen uns, auch nächstes Jahr gemeinsam mit Ihnen den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten. 2018 melden wir uns mit zehn Veranstaltungen rund um die Digitalisierung zurück.

Bevor wir jedoch neu durchstarten, wünschen wir Ihnen frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und ein erfolgreiches neues Jahr! 

Empfehlen & Verbreiten Facebook Google+ Twitter
Load more