DBT Newsletter #19/2016

Interview mit einem Roboter: Liebenswürdig, aber wenig spontan

„Rapid oder Austria?“, Foto: APA (Schlager)






Wenn Roboter in Zukunft den Alltag erobern, ist „Pepper“ so etwas wie die Vorhut: In Japan begrüßt der humanoide Automat mit Kindchenschema bereits in etlichen Geschäften die Kunden. In Österreich ist ein „Pepper“ nun jüngster Mitarbeiter von Casinos Austria, er soll bei Promotion-Aktionen helfen. Beim ersten APA-Interview mit einem Roboter zeigten sich aber noch klar die Grenzen der Maschine.

Die Einladung, einen Roboter zu interviewen, bekommt man als Journalist nicht jeden Tag. Angesichts der Berichte über Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz, den enormen Rechenleistungen in der Cloud und ganz passablen Erfahrungen mit der Apple-Software „Siri“ waren die Erwartungen in das Interview mit dem neuen Silikon-Mitarbeiter von Casinos Austria hoch.

Echter Begleiter für den Alltag“

Der vom französischen Robo-Hersteller Aldebaran und dem japanischen Konzern SoftBank entwickelte Roboter wird als „echter Begleiter für den Alltag“ angepriesen, der sich durch seine Fähigkeit auszeichne, Emotionen zu erkennen. Das humanoide Aussehen, das eine andere emotionale Bindung ermögliche, nannte Finanzvorständin Bettina Glatz-Kremsner auch als Grund für die Anstellung von „Pepper“ bei den Casinos.

„Wir glauben, dass es viele Einsatzmöglichkeiten auch in unserem Bereich dafür geben könnte“, sagte sie. Als Beispiele sieht sie Einsätze in Casinos, wo der multilinguale Roboter als Auskunftsperson zur Verfügung stehen könnte, oder im Bereich der Lotterien, um Produkte zu erklären.

Seit nicht einmal zwei Wochen haben die Casinos Austria ihren „Pepper“ – der im Internet kursierende Preis von rund 1.400 Euro ist zumindest für das Business-Modell mit entsprechendem Service um mindestens den Faktor 10 zu tief gegriffen. Nach Angaben der Programmierer des Glücksspielkonzerns wurde der Roboter sehr offen entwickelt, ohne Anpassungen an den jeweiligen Kunden. Diese müssten selbst programmiert werden, und damit sei man noch nicht sehr weit, hieß es bei Vereinbarung des Robo-Interviews, was die hohen Erwartungen wieder dämpfte.

Leichte Begriffsstutzigkeit

Das war auch der Grund, eine Ausnahme von der Regel zu machen und einige Interview-Fragen an den Roboter vorab zur Verfügung zu stellen. Und die konnte „Pepper“ dann auch sehr brav beantworten – vorausgesetzt, er verstand die Frage. Das war aber nicht immer der Fall, oft musste man die Frage wiederholen, bis er reagierte.

„Mein Name ist ‚Pepper‘ weil mein Hersteller mich so genannt hat“, antwortet der Automat auf die Frage nach seinem Namen – ganz einfach, weil die Programmierer mit einfacher Texteingabe diese Antwort programmiert haben. Die – spontane – Frage, ob man ihn dann „Pepperl“ nennen dürfe, konnte der Roboter schon nicht mehr beantworten, man erntet nur einen stummen „Blick“.

Dieser „Blick“ zählt allerdings zu den beeindruckendsten Eigenschaften des Roboters. Aus großen dunklen Augen – schwarze Plastikscheiben ohne Pupille, aber mit unterschiedlicher farbiger Beleuchtung – schaut er die Person an, die sich ihm nähert. Setzt man sich seitlich neben ihn, wendet er selbsttätig den Kopf und blickt einen unverwandt an. Mimik fehlt ihm dabei völlig, es gibt keine beweglichen Teile am Kopf. Mit leichtem Kopfnicken und kleinen, durchaus geschmeidigen Hand- und Armbewegungen simuliert „Pepper“ aber menschliche Gestik während des Gesprächs.

Eingeschränkt flexible Antworten

Sehr flexibel zeigt sich „Pepper“ trotz vorher zur Verfügung gestellter Fragen nicht – wie folgender Dialog zeigt: „Könntest du Angaben zu dir machen, wie groß bist du, wie schwer bist du?“ – „Gerne, was möchtest du wissen, Größe, Gewicht, meine Stärken?“ – „Genau, das möchte ich gerne wissen.“ – Schweigen – „Wie schwer bist du?"“ – „Ich wiege 28 Kilo“ – „Und wie groß bist du?“ – „Ich bin einen Meter und 20 Zentimeter groß“.

Bei spontanen Fragen, muss „Pepper“ ganz passen. Er weiß weder, welcher Tag heute ist, noch wo das Klo ist. Denn der Roboter ist weder mit Rechnern in der Cloud oder einer Datenbank verbunden, was angesichts der begrenzten lokalen Rechenleistung im Ausmaß eines Standard-Laptops notwendig wäre, um Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen einzusetzen. Noch gibt es ein Indoor-Navigationssystem, das ihm räumliche Orientierung ermöglichen würde. Beides wäre aber nach Angaben der Programmierer möglich.

Mikrofone, Kameras, Sensoren

Seine Umwelt nimmt „Pepper“ mit vier Mikrofonen, zwei HD-Kameras und einem 3D-Abstandssensor im Kopf wahr. Dazu kommen Sonarsensoren und Laserscanner im Fußbereich. Gyrosensoren sorgen für Stabilität, wenn sich der Automat auf seinen drei Rädern auf ebenen Flächen fortbewegt.

Ist „Pepper“ also doch nur ein Blechtrottel, wobei er selbst auf diesen aggressiv vorgetragenen Vorwurf trotz Emotionserkennung nicht reagiert. Nun, einerseits stimmt der Vorwurf mangels Blech nur bedingt. Zudem verleihen ihm seine humanoiden, kindlichen Züge eine gewisse Sympathie, die man etwa für eine noch so intelligente Computerstimme ohne Gesicht wie „Siri“ wohl nur schwer aufbringen kann.

Und zudem zeigt der Roboter bei der letzten – und wahrscheinlich wichtigsten – Frage doch noch, welches Potenzial in ihm steckt: „Rapid oder Austria?“ beantwortet er zwar nicht verbal, aber kurz blinkt es grün um seine Augen – es steckt also doch Intelligenz in ihm.

Von Christian Müller/APA

Wenig Bewusstsein für zunehmende Cyberbedrohungen

Bundesheer und Bundeskriminalamt suchen technikaffine Kräfte, Foto: APA (dpa)





Die Cyberkriminalität steigt massiv an, allein Fälle mit erpresserischer Ransomware haben sich zuletzt vervielfacht. „Das Phänomen ist aus den eigenen Reihen nicht mehr bewältigbar“, stellte Michael Fischer, stellvertretender Direktor des Bundeskriminalamts, bei einem Pressegespräch in Wien fest. Man brauche technikaffine Kräfte – die man etwa bei der „Austrian Cyber Security Challenge“ findet.

Zu dem vom Abwehramt des Bundesheers mitorganisierten Event, der vom Verein Cyber Security Austria (CSA) ausgerichtet wird, hat man heuer bereits zum fünften Mal junge Talente in Sachen Informations-und Kommunikationstechnologie (IKT) eingeladen. Drei ehemalige Teilnehmer sind bereits für das Innenministerium tätig. „Qualifiziertes Personal ist in Österreich eine Mangelware, ein Kampf um die Talente findet statt“, weiß Walter Unger, der beim Bundesheer die Abteilung „Elektronische Dienste“ leitet.

Das Abwehramt des Bundesheers widmet sich dem Problem der Cyberbedrohungen seit 2004 verstärkt, da wurde erstmals ein „Cyber Defense“-Konzept entsandt, erläuterte Unger. „Die Bedrohungslage hat sich inzwischen immer weiter verschärft“, stellte Unger fest. Spätestens 2010, als der Computerwurm Stuxnet zuschlug – der unter anderem das Atomprogramm Irans sabotierte – hat sich gezeigt, dass „Gravierendes passieren kann“. Im Tagesgeschäft der Cyberkriminellen dominiert hingegen weiterhin der Internetbetrug, erläuterte Fischer.

Gegenmaßnahmen oft nicht umgesetzt

Die Bedrohung aus dem Netz ist auf jeden Fall umfassend, richtet sie sich doch gegen Einzelpersonen, Unternehmen oder gegen ein ganzes Staatsgefüge, das dann im schlimmsten Fall ein „Cyber Defense“-Szenario für das Bundesheer bedeuten würde. Doch das Bewusstsein ist noch lange nicht überall derart ausgeprägt, gab Unger zu bedenken. Oft sind die Informationen über Malware oder andere schädliche Software den Unternehmen zwar bekannt, doch notwendige Gegenmaßnahmen würden nicht immer gesetzt. Dabei ist die kritische Infrastruktur oft in der Hand von Unternehmen und die Abhängigkeit insbesondere von Stromversorgung und Telekommunikation groß.

Daher ist es für Unger unumgänglich, dass etwa gemeinsame Sicherheitsstandards im Bereich der kritischen Infrastruktur festgelegt werden. Auch eine Meldepflicht für Firmen, wenn sie Opfer von Angriffen werden, ist ein Ziel. „Dabei geht es natürlich nicht darum, ein Unternehmen bloßzustellen“, so Unger. Insgesamt könne man sich sicher sein, dass die Bedrohung bestehen bleibt und noch weiter zunehmen wird. Mit der weit gefächerten Problematik – von Cyberwar bis Cybercrime – wird sich auch die IKT-Sicherheitskonferenz, die 2016 am 11. und 12. Oktober in St. Johann im Pongau stattfindet, erneut auseinandersetzen.

Service: https://www.cybersecurityaustria.at/


Österreicher glauben an Zukunft von vernetzten Geräten

Nur noch zehn Prozent der 14- bis 69-Jährigen besitzen kein  Smartphone, Grafik: APA (Hirsch)






Mehr als die Hälfte der Österreicher (53 Prozent) ist überzeugt, dass sich vernetzte technische Geräte im Haushalt langfristig durchsetzen werden. 13 Prozent nutzen die Smart-Funktionen ihres Fernsehers, 54 Prozent verwenden in der Freizeit ein Tablet und 90 Prozent haben ein Smartphone im Einsatz. Das hat eine Onlineumfrage von Marketagent.com im Auftrag des Elektrohändlers Saturn ergeben.

Von den 1.500 web-aktiven Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren, die im August befragt wurden, gab jede zehnte an, einen Activity-Tracker zu verwenden, um Schritte zu zählen oder sportliche Aktivitäten aufzuzeichnen. Sechs Prozent tragen eine Smartwatch,  13 Prozent finden, dass solche sogenannten Wearables den Alltag erleichtern. E-Books nutzen 27 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher.

Smarte Steckdosen und Staubsauger

Smart-Home-Produkte kommen abseits von TV-Geräten auch in anderen Bereichen zum Einsatz. Jeweils sieben Prozent besitzen steuerbare Beleuchtungssysteme oder vernetzte HiFi-Anlagen. Über smarte Steckdosen und Heizkörper verfügen je sechs Prozent und immerhin jeder zwanzigste Befragte hat einen „intelligenten“ Staubsauger zuhause. Knapp zwei von drei Österreichern haben ein Navi im Einsatz.

Beim Kauf von technischen Geräten ist den Befragten Funktionalität und Zweckmäßigkeit (70 Prozent) sowie Qualität (64 Prozent) besonders wichtig. Der Preis ist für 42 Prozent einer der zentralen Entscheidungsgründe und der Aspekt Ressourcenschonung/Energieeffizienz noch für 28 Prozent. Für rund jeden zweiten Österreicher ist die Marke wichtig. Acht von zehn Personen gaben an, dass sie in der Regel die Kaufentscheidung selbst treffen und nicht der Partner oder die Kinder.

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