DBT Newsletter #18/2017

 

Banken kooperieren mit IBM bei Blockchain-Technologie 

IBM hat eine Plattform zur Finanzierung von Handelsaktivitäten gestartet, Foto: APA (AFP)






Die Erste Group, die Bank of Montreal (BMO), die spanische CaixaBank und die deutsche Commerzbank haben sich einer von der Schweizer Großbank UBS und dem weltgrößten IT-Dienstleister IBM im Jahr 2016 gestarteten Initiative zur Errichtung einer neuen globalen Handelsplattform auf Basis der Blockchain-Technologie angeschlossen. Die Plattform dient der Finanzierung von Handelsaktivitäten aller Art.

Der Zugang zu dieser neuen Plattform soll weltweit Unternehmen jeglicher Größe offen stehen, teilte die Erste Group in einer Aussendung mit. Anfang 2018 sollen über Batavia erste Pilottransaktionen mit Kunden durchgeführt werden, die der Überprüfung bisheriger Entwicklungsschritte und dem weiteren Ausbau der Plattform dienen.

Die neue globale Handelsfinanzierungsplattform soll Transaktionen effizienter, transparenter und kostengünstiger gestalten und Unternehmen damit den weltweiten Aufbau von grenzüberschreitenden Handelsnetzen mit vielen Teilnehmern erleichtern. Darüber hinaus werde Batavia es den beteiligten Parteien ermöglichen, Warensendungen von der Auslieferung aus dem Lager über die Verladung in ein Flugzeug, einen Lkw oder ein Schiff bis hin zur Ankunft am Zielort zu verfolgen und während dieser Prozesse Zahlungen Schritt für Schritt automatisch freizugeben.

Batavia wird den Nutzern die Bearbeitung und den Vergleich von Dokumenten abnehmen und es Käufern, Verkäufern und deren Banken damit erlauben, Geschäfte mit einem hohen Maß an Effizienz und Transparenz abzuwickeln, heißt es. Durch die Sicherstellung einer korrekten Datenweitergabe werde Batavia den Nutzern Zeit und Geld ersparen, da Überprüfungen durch Dritte reduziert werden könnten. Auch die Gefahr von Irrtümern, Manipulationen und Streitigkeiten werde stark verringert.


Datenschutzgesetz – Kleinere Betriebe haben enormen Nachholbedarf

77 Prozent der EPUs noch ohne Umsetzungsschritte, Foto: APA (dpa)





Kleinere Betriebe hinken bei der Umsetzung der Datenschutzgesetze deutlich hinter mittleren und großen Unternehmen hinterher. Während letztere mehrheitlich schon Maßnahmen gesetzt haben, sind 77 Prozent der Einpersonenunternehmen (EPUs) noch ohne nennenswerte Umsetzungsschritte, geht aus einer Umfrage der WKÖ-Sparte Information und Consulting (BSIC) unter rund 1.000 IT-Entscheidungsträgern hervor.

Auch wenn der Umsetzungsprozess bei größeren Betrieben länger und komplexer sei, wäre es auch für Klein- und Mittelbetriebe schon an der Zeit, damit zu beginnen, sagte Spartenobmann Robert Bodenstein bei einem Pressegespräch in Wien. Denn die entsprechende EU-Datenschutzgrundverordnung und Datenschutzgesetz-Anpassung werde mit Ende Mai 2018 in Kraft treten. Betroffen davon sei jedes Unternehmen, das in irgendeiner Weise personenbezogene Daten verarbeite.

60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bereits erste Umsetzungsschritte gesetzt zu haben, 40 Prozent haben also noch gar nicht damit begonnen. Die größten Probleme sehen die Befragten in der Komplexität des Themas sowie bei technischen Problemen. Häufig genannt wurden auch Zeitmangel, fehlende finanzielle Mittel und knappe Ressourcen sowie das Fehlen eines passenden Dienstleisters für die Umstellung. 30 Prozent gaben an, keine Probleme zu haben. Die Mehrheit von 60 Prozent geht davon aus, dass es durch das neue Gesetz zu Verbesserungen im Bereich Datenschutz kommen wird.

Die meisten Unternehmen würden Unterstützung im rechtlichen und technischen Bereich, etwa bei der Softwareanpassung, benötigen. Hilfestellungen bieten etwa die WKÖ und das Wirtschaftsministerium mit dem gemeinsamen „KMU-Digital“-Förderprogramm und zusätzlichen Informationsangeboten.

Mitarbeiter qualifizieren 

Sieben von zehn befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Digitalisierung zu Veränderungen in ihrem Betrieb führen wird. Es dürfte vor allem zu anderen Qualifikationsansprüchen an die Mitarbeiter (29 Prozent), einem stärkeren Einsatz von digitalen Technologien (27 Prozent), neuen Formen der Arbeit und anderen Arbeitszeitmodellen (26 Prozent) und Veränderungen im Produkt- und Serviceportfolio kommen (21 Prozent). 30 Prozent – davon 51 Prozent EPUs – gaben an, noch keine Veränderungen durch die Digitalisierung zu spüren.

Mangelnde digitale Kompetenz bei Eigentümern und Aufsichtsräten von Unternehmen ortet unterdessen eine Studie von WU-Assistenzprofessor Dieter Scharitzer vom Institut für Marketing Management. 90 Prozent der knapp 200 befragten Personen gehen davon aus, dass die Digitalisierung das Geschäftsmodell des Betriebs verändern wird, 64 Prozent rechnen damit, dass sie in fünf Jahren ein digitales Unternehmen sind. Zu den größten Herausforderungen zählen sie neben dem größten Risiko – den geopolitischen Veränderungen – etwa auch den Datenschutz (Cyber Security) und den Investitionsbedarf in neue Technologien – etwa das Internet der Dinge (IoT).

Studie bemängelt fehlende Digitalisierungsstrategie in der Verwaltung 

Nur jede dritte Einrichtung verfügt über Masterplan, Foto: APA (dpa)





Österreichs öffentlicher Verwaltung mangelt es großteils an einer Digitalisierungsstrategie. Zu diesem Ergebnis kommt die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY nach Interviews mit mehr als 30 Verantwortlichen für diesen Bereich. Obwohl die Verwaltung grundsätzlich gut aufgestellt sei, verfüge nicht einmal jede dritte Einrichtung (29 Prozent) über einen verschriftlichten Masterplan.

Grundsätzlich ist das Thema Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung angekommen: Für so gut wie alle Einrichtungen der öffentlichen Hand wie Ministerien oder andere Einrichtungen des Bundes sind digitale Technologien grundsätzlich wichtig (97 Prozent), fast drei Viertel (74 Prozent) bezeichnen diese sogar als sehr wichtig. In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sind 61 Prozent der Verwaltungseinrichtungen tätig.

Im aktuellen Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) der EU-Kommission belegt Österreich im Bereich der digitalen öffentlichen Dienste den fünften Platz unter 28 EU-Ländern. Der Bedarf nach zusätzlichen Fähigkeiten im Umgang mit neuen technologischen Möglichkeiten bereitet aber vielen Verantwortlichen Kopfzerbrechen: 58 Prozent fürchten, dass die derzeitigen Kompetenzen nicht ausreichen. Bei 68 Prozent sind derzeit maximal zehn Mitarbeiter mit Digitalisierungsagenden beschäftigt.

Mitarbeiter keine „Digital Natives“

Auch die budgetären Mittel sind in vielen Fällen überschaubar: Drei Viertel der Einrichtungen können nur bis zu zehn Prozent des gesamten Budgets für die Digitalisierung verwenden. Das hohe Durchschnittsalter der Mitarbeiter ist eine zusätzliche Bremse für den Ausbau der digitalen Kompetenzen: Bei 68 Prozent machen „Digital Natives“ maximal bis zu ein Viertel der Belegschaft aus, bei jedem Vierten sind sogar mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen.

Dementsprechend ist die Rekrutierung von qualifiziertem Personal (36 Prozent) die größte Herausforderung im Rahmen der Digitalisierung, die Schulung von bestehendem Personal rangiert auf Platz drei (18 Prozent). Als zweitgrößte Herausforderung identifizieren die Verantwortlichen in der öffentlichen Verwaltung das fehlende Bewusstsein für digitale Technologien (32 Prozent). 

 

Aus der Wissenschaft:

TU Wien-Spin-Off sorgt für verlässlichere Halbleiter-Bauelemente

Quanteneffekte in Nanodrähten (Nanowires), Foto: TU Wien

Mikroelektronische Bauteile werden immer kleiner – und somit wird es auch immer schwieriger, ihr Verhalten genau zu berechnen. Doch genau solche Berechnungen sind für die Halbleiterindustrie unverzichtbar. Die Bauteile herzustellen ist kompliziert, zeitaufwändig und teuer. Man muss sie daher bereits optimieren und ihr Verhalten verstehen, bevor sie überhaupt gebaut werden. Diese Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und den Bedürfnissen der Halbleiterindustrie schließt das Wiener Unternehmen „Global TCAD Solutions", das aus der TU Wien hervorging. ...

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Service:

International Newsroom Summit in London

Foto: WAN-IFRA

Am 8. und 9. November findet der International Newsroom Summit in London statt. DOING BETTER WITH LESS- Der Weltzeitungsverband WAN-IFRA zeigt, wie Newsroom Manager weltweit die steigenden Anforderungen meistern. 

Internationale Experten teilen Ihre Erfahrungen zu dem Themen:         

  • Transformation des Newsrooms
  • Ressourcen Management
  • Innovative Produkte und Tools
  • Daten-Analysen
  • Überarbeitung der Newsroom-Strategien
  • Steigendes Nutzer Engagement
  • Plattform-Strategien

Der reguläre Preis für Nicht-Mitglieder beträgt 899 Euro. Mit dem Code memassoc können Sie Tickets zum Sonderpreis von 699 Euro (ohne Mwst.) beziehen. 

Mehr Informationen zu den Internationalen Top-Speakern finden Sie hier.


Service:

DBT-Blog: Blog von Thomas Zeinzinger

Thomas Zeinzinger, BlockchainHub Graz

Thomas Zeinzinger, BlockchainHub Graz

Werttransaktionen sind die Basis unseres Wirtschaftssystems und ohne Geld als einfaches Tauschmittel wären das erreichte Wirtschaftswachstum und die globale Arbeitsteilung nicht denkbar gewesen. Mit dem Teilreservebanksystem, bei dem mindestens 80 Prozent des Geldes reines Buchgeld ist, sogenanntes Giralgeld, wurde weiters eine hohe Flexibilisierung der Kreditvergabe erreicht [1][2]. Mittlerweile ist so viel Geld im Umlauf, dass die Investoren von Heute ausreichend Liquidität besitzen, um Technologien wie Digitalisierung, Gentechnik oder künstliche Intelligenz voranzutreiben. Dabei übernehmen hier Start-ups auch Bereiche, die früher nur von Staaten finanziert werden konnten. Man denke hier nur an Elon Musk mit SpaceX und der geplanten Marsmission. ...

 [1] http://derstandard.at/1339638299210/Geldreform-statt-Krise-Banken-drucken-Staaten-ungehemmt-Geld 

[2] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521914001070 

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