DBT Newsletter #18/2015

Online-Handel in Österreich wächst rasant

Amazon, Universal und Zalando größte Anbieter in Österreich Foto: APA (Fohringer)








Der Online-Handel in Österreich wächst schneller als in Deutschland. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Handelsverbandes. Hierzulande haben die 250 größten Onlineshops 2014 demnach 2,1 Mrd. Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 11,6 Prozent. In Deutschland betrug das Wachstum 9 Prozent. Zugleich kommt es zu einer immer stärkeren Konzentration, getrieben von Amazon. 

Laut der Studie machen die größten zehn Onlinehändler mit 46,3 Prozent schon fast die Hälfte des Umsatzes in Österreich. In der Schweiz, wo Amazon keine eigene Präsenz hat, entfallen nur 38,5 Prozent auf die Top Ten. "In einem von großen internationalen Playern dominierten Feld versuchen sich die heimischen Händler durch sinnvolle Omni-Channel-Strategien zu behaupten", erklärte Rainer Will vom österreichischen Handelsverband. "Neben Mobile-Lösungen und Online-Marktplätzen als Vertriebskanäle, bieten nach wie vor 50 Prozent der in Österreich tätigen Online-Händler stationäre Präsenzen als alternativen Touchpoint an." 

Während die vordersten Ränge mit den umsatzstärksten Onlinehändlern fest belegt sind, herrscht weiter hinten eine große Dynamik. 44 neue Onlineshops hätten sich neu im Ranking platzieren können. Die größten Anbieter sind in Österreich Amazon.at (477,1 Mio. Euro), gefolgt von Universal.at (112,4 Mio. Euro) und Zalando.at. (95 Mio. Euro). Berücksichtigt wurde der Umsatz mit physischen Gütern, nicht mit Apps oder Streaming. 

Kunden werden zu "Omni-Konsumenten"

In Europa wird der Online-Handel mit jährlichen Wachstumsraten von derzeit 22 Prozent bis 2025 bereits 20 bis 25 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze generieren. Angesichts dieses Megatrends im E-Commerce sollten die Einzelhändler damit beginnen, ihr Geschäftsmodell auf die Zukunft auszurichten, meint auch der Immobiliendienstleister Savills in einer aktuellen Analyse der Verbrauchertrends in Europa. 

In Europa werden 2015 im Schnitt 8,4 Prozent der Einzelhandelsumsätze im Internethandel generiert. Der größte Teil des Einzelhandelsgeschäftes entfällt aber auch künftig auf den stationären Handel, Ladenlokale sollten weiterhin eine wichtige Rolle spielen, so die Studienautoren. Menschen aller Altersgruppen werden sich in den kommenden zehn Jahren zu "Omni-Konsumenten" entwickeln, für die Online- und Offline-Shopping gleichermaßen zum täglichen Leben gehören, und die beliebig zwischen den beiden Welten wechseln wollen. Erfolgreiche Einzelhändler hätten schon die digitalen und physischen Geschäftsmodelle kombiniert. 

Vor dem Hintergrund großer Datenaufkommen und neuer Technologien wie NFC-Nahfunk, Geofencing oder Gesichtserkennung werden die Einzelhändler bald in der Lage sein, in ihren Geschäften eine Echtzeit-Individualisierung anzubieten. So könnte das Produktangebot maßgeschneidert auf die aktuelle Stimmung des Kunden abgestimmt werden.

Startschuss für ELGA fällt am 9. Dezember

Den Anfang machen Spitäler in Wien und der Steiermark Foto: APA (Fohringer)








Nach jahrelangen Vorbereitungen, mehreren Verschiebungen und beinahe endlosen Diskussionen startet die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) nun am 9. Dezember. Den Anfang machen Spitäler in Wien und der Steiermark, gleichzeitig geht das ELGA-Portal in Vollbetrieb. Die Verantwortlichen schließen Kinderkrankheiten nicht aus, erwarten bei der Einführung des Systems aber keine größeren Probleme. 

In der Steiermark werden ab 9. Dezember bereits 90 Prozent der stationären Fälle und über 93 Prozent der ambulanten Frequenzen abgedeckt. In Wien geht man es etwas vorsichtiger an. In der Bundeshauptstadt können vorerst nur fünf Abteilungen des Spitals Hietzing mit ELGA arbeiten. Anfang des nächsten Jahres werden die anderen Spitäler und Abteillungen des KAV folgen, das AKH als größtes Spital Österreichs dann im Frühjahr. Der zuständige KAV-Manager Michael Binder begründet diese "kontrollierte Inbetriebnahme" damit, dass man noch organisatorische Optimierungen vornehmen und etwaige technische Probleme leichter lösen könne. Die anderen Spitäler und Bundesländer sollen im Laufe des nächsten Jahres an ELGA angeschlossen werden. Die niedergelassenen Ärzte arbeiten ab Mitte 2016 freiwillig und ab Mitte 2017 verpflichtend mit ELGA. 

Gespeichert werden von jedem Patienten die ärztlichen und pflegerischen Entlassungsbriefe aus dem Spital, die Labor- und die Radiologiebefunde, Röntgenbilder allerdings nicht. Rückwirkend werden keine Befunde gespeichert. Deshalb wird sich am 9. Dezember für die Bürger noch nicht viel ändern. Erst im Laufe der Zeit werden sich die Befunde im System sammeln, und die Bürger müssen sie dann nicht mehr selbst zum Arzt mitnehmen. Gespeichert werden die Daten nicht zentral, sondern sie werden vernetzt. Die E-Card dient als Zugangskarte, gespeichert werden auf ihr allerdings weiterhin keine Gesundheitsdaten. 

Mit der sogenannten E-Medikation, die im zweiten Quartal 2016 in der steirischen Region Deutschlandsberg den Probebetrieb aufnehmen soll, werden auch die von Ärzten verschriebenen und von Apotheken abgegebenen Arzneimittel gespeichert. Eine automatische Wechselwirkungsprüfung gibt es zwar nach einem Pilotversuch nun nicht, Ärzte können aber anhand der für den Patienten einsehbaren Liste Wechselwirkungen überprüfen und Doppelverschreibungen vermeiden. 

Zugang zu ELGA-Portal über digitale Signatur

Ebenfalls am 9. Dezember geht das ELGA-Portal in Vollbetrieb. Nachdem bereits seit Anfang 2014 die Abmeldung von ELGA möglich ist, können die Bürger über dieses Portal nun auch ihre eigenen Gesundheitsdaten einsehen, ausdrucken oder abspeichern. Im Protokoll ist für jedermann auch genau nachvollziehbar, wer seine Daten aufgerufen oder eingesehen hat. Der Zugang zur persönlichen ELGA erfolgt über das Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at mittels Handysignatur oder Bürgerkarte. 

Die Patienten müssen für ELGA nicht zusätzlich zahlen, kostenlos ist sie aber natürlich nicht. Rund 130 Mio. Euro haben Bund, Länder und Sozialversicherung seit 2010 und noch bis 2017 in das System gesteckt. Die laufenden Kosten pro Jahr werden ab 2018 rund 18 Mio. Euro betragen, wird geschätzt. Gleichzeitig erwartet man sich ab 2017 eine Kostendämpfung von 129 Mio. Euro pro Jahr (durch die Vermeidung von Mehrfachmedikation, Doppelbefunden etc.).


Fabrikarbeiter halten sich für unterqualifiziert

Nur jeder Dritte glaubt, leicht neue Stelle zu finden Foto: APA (Gindl)










Der Wandel in der Industrie treibt den Arbeitern Sorgenfalten auf die Stirn. Nur 28 Prozent der Fabrikarbeiter geben an, mit ihrer jetzigen Qualifikation auch in fünf Jahren ihren Job sehr gut ausüben zu können. Das geht aus dem Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich hervor. Ein Viertel hegt demnach Zweifel an der eigenen Qualifikation. 

Beschäftigte in anderen Berufen sind laut der von Ifes und Sora durchgeführten Umfrage deutlich zuversichtlicher. 42 Prozent fühlen sich auch in fünf Jahren noch sehr gut qualifiziert, nur 17 Prozent zweifeln. Laut der Erhebung ist die klassische Fabrikarbeit von Männern über 40 Jahren mit Pflichtschul- oder Lehrabschluss dominiert. Es gibt zudem einen hohen Anteil an Migranten. Der AK zufolge schätzen Fabrikarbeiter ihre Karriereaussichten sowie die subjektiven Arbeitsmarktchancen deutlich schlechter ein. Nicht einmal jeder Dritte glaubt, "leicht" wieder eine neue Stelle zu finden. 

Die Industrie steht vor einem einschneidenden technologischen Wandel. Mit dem Schlagwort "Industrie 4.0" wird eine vierte industrielle Revolution gemeint. Nach Dampfmaschine, Fließband und Computer sollen nun schlaue, miteinander vernetzte Maschinen die Fertigungsprozesse von Grund auf verändern.


Twitter kauft Start-up von 21-jährigem Österreicher

Krause hat eine Software für App-Entwickler geschrieben Foto: APA (Müller)





Mit 16 Jahren hat er eine erfolgreiche App für Fahrradrouten veröffentlicht, nun hat Twitter das Start-up "Fastlane" des 21-jährigen österreichischen Informatikers Felix Krause gekauft und ihn gleich als Entwickler angestellt. Erfolgreich war er mit einer Software für App-Entwickler. "Ich genieße es gerade sehr, mein Projekt hier in San Francisco noch größer machen zu können", sagte Krause zur APA. 

Krause hat in Wiener Neustadt (NÖ) die HTL absolviert und ist dann an die University of Central Lancashire in Preston (England) gegangen, um Softwareengineering zu studieren. "Die haben die HTL-Ausbildung aus Österreich anerkannt und ich konnte daher direkt im dritten Jahr einsteigen", begründete er den Schritt ins Ausland. 

Schon während des Studiums hat er für Softwarefirmen gearbeitet und "gemerkt, dass es da ein großes Problem mit der Veröffentlichung von iPhone-Apps gibt". Dafür müsse man viele Dinge manuell machen "und ich dachte mir, ich möchte etwas schreiben, um das supereinfach und schnell zu machen". Seine Software reduziere das ganze Verfahren auf einen Klick, alles laufe dann automatisch binnen weniger Minuten ab. 

Vor rund einem Jahr hat Krause begonnen und nach etwa drei Monaten eine erste Version der Software veröffentlicht. Er legte sein Vorhaben als Open-Source-Projekt an, gründete aber gleichzeitig seine Firma "Fastlane". Geld verdiente er mit Unternehmen, die spezielle Wünsche an die Software hatten und denen er maßgeschneiderte Lösungen lieferte. Nach einem halben Jahr hätten schon zahlreiche Firmen sein Programm genutzt, heute seien es rund 15.000 Nutzer täglich. 

Anwendung bleibt Open Source

"Dann hat mich Twitter kontaktiert und mir eine Zusammenarbeit angeboten", sagte Krause. Gemeinsam habe man eine Lösung gesucht, die für beide Seiten passe "und nachdem ich nach San Francisco kommen wollte, hat sich das so ergeben, dass 'Fastlane' nun ein Teil von Twitter ist und ich Vollzeit an meinem Projekt weiterarbeiten kann". Die Software bleibe aber Open Source. 

Ende Oktober präsentierte Krause bei der jährlichen Entwickler-Konferenz "Twitter Flight" in San Francisco sein Projekt, das in "Fabric", die App-Entwickler-Plattform von Twitter integriert wurde. Bei der Konferenz gab Krause bekannt, dass seine Software nun nicht mehr nur für Apple, sondern auch für Android genutzt werden kann. Über den Kaufpreis für "Fastlane" verrät Krause nichts. Er erhalte das Geld nun als Twitter-Mitarbeiter – seines Wissens nach übrigens derzeit der einzige aus Österreich – über mehrere Jahre verteilt.


Service

Digital Business Trends-Award





It’s Showtime – Preisverleihung DBT-Award 2015, Mi 09.12.2015

Jahresausklang mit Digital Business Trends-Award-Show

Die Verleihung des DBT-Awards ist der krönende Abschluss eines erfolgreichen ersten Jahres der Networking-Reihe „Digital Business Trends“. Das gemeinsame „Baby“ von APA und styria digital one hat alle Überwartungen übertroffen und wuchs zum hoffnungsfrohen Jungspund heran. Erstmalig wird heuer der  Innovationspreis für Digitalisierungslösungen aus Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie powered by APA-IT in den Kategorien „Digital Business Evolution“ sowie „Digital Business Revolution“ vergeben. 

Seien Sie live dabei, wenn der DBT-Award 2015 erstmals vergeben wird, und erfahren Sie mehr über das erste Jahr der Digital Business Trends-Veranstaltungsreihe. Feiern Sie gemeinsam mit uns am Mittwoch, den 09.12.2015, im Haus der Musik in Wien (Einlass: 19:00 Uhr), und lassen Sie uns gemeinsam das Jahr ausklingen.

Wann: 
Mittwoch, 09.12.2015, 
19:30 bis 23:00 Uhr

Ort:
Haus der Musik
Seilerstätte 30
1010 Wien

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Service

Whitepapers & Co., Foto: APA






Internationales Experten-Know-how zum Thema digital publishing

Im Juni 2010 präsentierte Steve Jobs das erste iPad – und leitete damit einen Paradigmenwechsel der Mediennutzung ein. Fünf Jahre später ist das Tablet fixer Bestandteil der internationalen Medienwelt. Im Whitepaper, das gemeinsam von der APA-IT und der dpa-digital services produziert wurde, präsentieren internationale Experten wie Gerold Riedmann (VN), Gregor Waller (Digital Age Consulting) oder Andreas Schmutterer  (Mediengruppe Pressedruck) gelungene Digital-Strategien, decken jedoch auch Stolpersteine und Herausforderungen auf.  

Jetzt das Whitepaper kostenlos downloaden: http://wp.apa.at


Service

Christian Pennerstorfer, Austrian Power Grid





Neuer Partnerbeitrag auf dem DBT Blog:

Cyber-Sicherheit ist Gemeinschaftsaufgabe

Zunehmende Digitalisierung bedeutet zwangsläufig zunehmende Cyber-Risiken. Jede Branche ist – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – davon betroffen. Das Bewusstsein für Cyber-Bedrohungspotenziale nimmt erkennbar zu.

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