DBT Newsletter #14/2016

Online-Shopping legt nur mobil dynamisch zu

Einkauf über das Smartphone ist im Aufwind, Foto: APA (dpa)






Die Einkäufe der Österreicher „auf Distanz“, also online oder per Telefon, Post und Teleshopping, haben im Vorjahr um drei Prozent zugelegt, während der Einzelhandel im Geschäft den Umsatz nur um ein Prozent steigern konnte. Der Anteil des Distanzhandels am gesamten Einzelhandel beträgt aber seit drei Jahren unverändert etwa 11 Prozent.

Allerdings ist bei diesen 11 Prozent der Lebensmittelbereich dabei, auf den ein Drittel des gesamten Einzelhandels entfällt und wo nur ein Prozent per Internet bestellt wird. Im Non-Food-Sektor werden schon 17 Prozent im Distanzhandel umgesetzt, bei Büchern und Spielwaren über 30 Prozent, zeigt die siebente Studie der KMU-Forschung im Auftrag des Handelsverbands zum Konsumentenverhalten im Distanzhandel 2016.

Wirklich dynamisch wächst derzeit der Einkauf per Mobiltelefon, allerdings von einer recht kleinen Basis aus. Die Zahl der Menschen, die per Smartphone shoppen, ist um 30 Prozent auf 1,3 Mio. gestiegen. Treibende Kraft sind die Jungen unter 29 Jahren, von denen bereits 43 Prozent per Handy eingekauft haben. Der dabei erzielte Umsatz legte um 20 Prozent zu, machte aber mit 420 Mio. Euro nur sechs Prozent der Distanzhandelsausgaben und damit etwa 0,6 Prozent des gesamten Einzelhandels aus. Dennoch ist aus Sicht von Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, klar: „Am Mobile Commerce führt kein Weg mehr vorbei. Das Smartphone ist der kleinste Laden mit dem größten Potenzial.“ 

Mehrheit mit Liefergeschwindigkeit zufrieden

Der Distanzhandel setzte im Untersuchungszeitraum Mai 2015 bis April 2016 7,3 Mrd. Euro um, davon entfielen 6,4 Mrd. Euro (87 Prozent) auf Bestellungen per Internet und 0,9 Mrd. Euro auf Bestellungen per Post oder Telefon bzw. auf Teleshopping. Im stationären Einzelhandel wurden zugleich 57,1 Mrd. Euro ausgegeben. Obwohl im Moment in der Öffentlichkeit intensiv über schnellere Zustellung diskutiert wird, sind 93 Prozent der 2.000 Befragten mit der Liefergeschwindigkeit zufrieden, erläuterte Ernst Gittenberger von der KMU-Forschung.

Unverändert ist auch die Retourquote, also der Anteil der zurückgesendeten Waren im Distanzhandel. Wie schon 2014, haben 39 Prozent der Befragten bestellte Waren zurück gesendet. Am häufigsten gehen Waren ans Geschäft retour, wenn sie aus einem Online-Shop kommen, am seltensten, wenn sie nach der Online-Bestellung selber im Geschäft abgeholt werden („click&collect“) – wobei diese Kaufform noch relativ selten genutzt wird. 

Wenig Chancen für heimische „Nur-Online-Anbieter“

Unito-Chef Harald Gutschi erwartet, dass in fünf Jahren jeder dritte Euro im Textilhandel online ausgegeben wird – jetzt ist es jeder fünfte Euro. Bei den Technikausgaben werde jetzt jeder vierte Euro online ausgegeben, in fünf Jahren könnte es schon jeder zweite Euro sein. Wobei Gutschi skeptisch ist, was die österreichischen reinen Online-Händler betrifft. Der heimische Markt alleine sei dafür zu klein. Die großen – internationalen – Anbieter bekommen derzeit immer mehr Marktmacht über die größere Absatzmenge und besseren Einkaufskonditionen.

Wobei es in den USA schon wieder eine andere Entwicklung gebe. In kleinen Geschäften werde ein Produkt – beispielsweise eine Daunenjacke – in Einheitsfarbe aufgelegt. Diese könne man probieren und sich selber dann in unterschiedlichsten Farben darstellen lassen. Habe man den besten Farbton ausgewählt, fotografiere man sich und schicke dies als Bestellung – am nächsten Tag wird aus dem Zentrallager geliefert. Damit könne auf minimaler Verkaufsfläche ein riesiges Angebot dargestellt werden.


Jede zweite Gratis-App fordert Zugriff auf sensible Infos

Entwicklung ist datenschutzrechtlich problematisch, Foto: APA (AFP)









Ganz umsonst gibt es selten etwas. Das gilt auch für Apps: Eine aktuelle Studie stellt eine Wechselbeziehung zwischen Preisen und Privatsphäre fest. Je günstiger eine mobile Applikation, desto eher fordert sie Zugriffsrechte auf persönliche Daten.

Wer beim Download einer App gefragt wird, ob er Zugriffsrechte wie „den Aufenthaltsort der Nutzer zu erfassen“ oder „Daten über das Internet zu versenden“ erlauben will, sollte sich eine Zustimmung vielleicht noch einmal überlegen. Denn diese Rechte sind aus Sicht einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) als datenschutzrechtlich problematisch einzustufen.

Mit der Studie haben die Autoren untersucht, in welchem Ausmaß mobile Applikationen dazu in der Lage sind, in die Privatsphäre von Nutzern einzudringen und Informationen über deren Verhalten zu sammeln. Die Erhebung kommt zum Schluss, dass jede zweite Gratis-App Zugriff auf sensible Informationen hat. Knapp über 50 Prozent der kostenfreien Apps verlangten die als problematisch eingestuften Berechtigungen, heißt es in der Studie. Bei den kostenpflichtigen Apps liege dieser Anteil lediglich bei 20 Prozent.

Für die Anbieter der günstigen und kostenfreien Apps geht die Rechnung dennoch auf: Die Möglichkeit, auf persönliche Informationen der User zugreifen zu können, hat für die Anbieter einen Wert. Ihren Gewinn machen sie mit dem Verkauf von Produkten und Diensten durch die App oder alternativ mit personalisierter Werbung sowie dem Handel mit den gesammelten Daten. 

Örtliche Erfassung und Zugriff auf Adressbuch

Insgesamt identifizierten die Autoren 136 verschiedene Rechte, von denen sie 14 als problematisch für den Schutz der Privatsphäre einstufen. Darunter fällt beispielsweise auch das Recht „das Smartphone mit einer eindeutigen ID zu identifizieren“. Rund 40 Prozent aller Apps nähmen mindestens eines dieser problematischen Rechte in Anspruch, lautet das Fazit. 28 Prozent der Apps hätten dabei die Möglichkeit, User eindeutig über deren ID zu identifizieren. Außerdem verfügten Anbieter bei 24 Prozent aller Apps über die Möglichkeit, den Ort der Nutzer zu erfassen. Weitere acht Prozent können auf das Adressbuch der User zugreifen.

Zwar lassen die Hinweise auf die geforderten Zugriffsrechte die User bei einem Download-Entscheid nicht völlig kalt. Apps, die kritische Berechtigungen verlangen, werden laut der Studie aber weniger häufig installiert. Allerdings falle dieser Effekt eher gering aus und verschwinde nahezu komplett, wenn Anbieter bereits über eine gewisse Bekanntheit verfügten. Die Autoren beobachten hier einen „Reputationseffekt“, der die User dazu veranlasse, bereitwilliger sensible Informationen zu teilen. Für die Untersuchung wurden die verfügbaren Apps des Google Play Store im Jahr 2012 untersucht.

Heimische Konzerne holen sich Ideen von Start-ups

Leistungen im Gegenwert von 1 Mio. Euro winken, Foto: APA (Fohringer)






Sieben heimische Konzerne sammeln Ideen von Start-ups ein. Gemeinsam mit der Wiener Wirtschaftskammer starten A1, AccorHotels, Microsoft Österreich, die New Frontier Group, die RZB, die Post und der Verbund einen Wettbewerb namens „Innovation to Company“.

Die Konzerne suchen kreative Lösungen für unterschiedliche Bereiche und stellen den Start-ups konkrete Geschäfte sowie Leistungen im Gegenwert von 1 Mio. Euro in Aussicht.

Der Verbund zum Beispiel ist auf der Suche nach einem System, mit dem Stromkunden ihren Energieverbrauch vorhersagen können. Die AccorHotels wollen unter anderem ihre Weiterempfehlungsrate verbessern, die Raiffeisen Zentralbank „den Bereich Zahlung revolutionieren“. Interessierte Jungunternehmen aus aller Welt haben zwei Monate Zeit, um ihre Pläne einzureichen.


Service

Neuer Partnerbeitrag auf dem DBT-Blog: 

Im Zeitalter der Hyper-Personalisierung – Der digitale Kunde will begeistert werden

Helmut Oszvald, Foto: IBM Österreich

Helmut Oszvald, IBM Österreich

Die neuen Technologien und lernende Systeme machen es möglich: Wir treten ein in eine neue Ära, die geprägt sein wird durch die Hyper-Personalisierung von Services und maßgeschneiderte Angebote für die Konsumenten. In der sogenannten „Human-Centric-Digital-Era“ möchte der (potenzielle) Kunde gezielt und individuell angesprochen werden – er wünscht sich das nicht nur, er erwartet es vielmehr. Damit verschieben sich die Schwerpunkte: die User-Experience, die Interaktion mit dem Kunden, wird zum entscheidenden Faktor für die Business Strategie. …

Weiterlesen



Digital Business Trends-Award 2016

Digital Business Trends-Award, Foto: APA








Digitale Innovationen gesucht - 4.000 Euro pro Kategorie - powered by APA-IT - www.dbt.at/award 

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr vergibt die Plattform Digital Business Trends, initiiert von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one, 2016 erneut den gleichnamigen Award, unterstützt von der APA-IT.

Der in zwei Kategorien ausgeschriebene Digital Business Trends-Award prämiert innovative, zukunftsträchtige Digitalisierungslösungen aus den Bereichen Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zur Einreichung berechtigt sind sowohl aufstrebende Jungforscher, Entwickler, Einzelpersonen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen jeder Größe: vom Start-up über KMUs bis zu Großunternehmen. 

Einreichungen sind ab 1. März bis Ende Juli 2016 möglich.

Zur Einreichung


Empfehlen & Verbreiten Facebook Google+ Twitter
Load more