DBT Newsletter #10/2017

Google: Emotionale Sicherheit Voraussetzung für Innovation

Mitarbeiter müssen Fehler machen dürfen, Foto: APA (AFP)






Für Google-Innovationsmanager Frederik Pferdt ist die emotionale Sicherheit,  Risiken eingehen und Fehler machen zu können, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für innovative Teams. „Innovation kann nicht verordnet oder erzwungen werden. Vielmehr geht es darum, dass sie erlaubt wird“, sagte Pferdt zur APA.

Der aus Deutschland stammende Pferdt lebt seit 2011 in den USA und arbeitet als „Chief Innovation Evangelist“ bei Google im Silicon Valley. Dort betreut er Innovationsprozesse und entwickelte für Google ein Kreativlabor. Außerdem unterrichtet er an der Stanford University. Kürzlich hielt Pferdt anlässlich des Houska-Forschungsförderungspreis der B&C Privatstiftung einen Vortrag in Wien.

Nach Ansicht des studierten Wirtschaftspädagogen kann „jeder innovativ denken und handeln“. „Ich empfehle dabei immer, nicht Ausreden zu finden, sondern im Gegenteil die Gründe zu definieren, warum Innovation die Nummer-1-Priorität sein sollte.“ Er beobachte aber oft, dass „mehr Energie in Entschuldigungen investiert wird als in innovatives Denken oder Handeln“. Für Pferdt ist es „ein ganz zentrales Element“, dass man von Fehlern genauso lernen soll wie von Erfolgen.

Heterogene Teams besser

Er empfiehlt Unternehmen auf vielseitige Teams zu setzen: Die Forschung zeige, dass vielfältige Teams gegenüber homogenen in Bezug auf Innovationsfähigkeit und Leistung deutliche Vorteile bieten würden. „Unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen führen dabei zu einer größeren Vielfalt von Ideen und dadurch zu innovativeren Lösungen.“

Google hat in den vergangenen drei Jahren mit 280 Teams untersucht, was ein erfolgreiches, innovatives Team von einem nicht so innovativen Team unterscheidet. „Dabei haben wir herausgefunden, dass emotionale Sicherheit der einzige Faktor ist, der erfolgreiche, innovative Teams von weniger erfolgreichen, weniger innovativen Teams unterscheidet“, erklärte Pferdt. Um zu experimentieren, bräuchten Mitarbeiter „psychologische und emotionale Sicherheit, Risiken eingehen und Fehler machen zu können“.

Freiräume zum Ausprobieren

Führungskräften gibt der Google-Innovationsmanager meist den Ratschlag, sich handlungsfreudig zu zeigen. Innovation sei „immer auch eine Führungsaufgabe“. Führungskräfte sollten sich nach Ansicht von Pferdt einige Fragen stellen: „Führen Sie mit Anweisungen oder inspirieren Sie mit Fragen? Geben Sie Freiräume zum Ausprobieren und kreativen Denken? Wie gehen Sie mit Fehlern um? Belohnen Sie jemanden, der etwas Neues ausprobiert und ein Risiko eingeht?“

Organisationen müssten eine Arbeitsumgebung entwerfen, die Ängste, Unsicherheiten und andere negative Emotionen reduziert, sagte der Google-Manager. Unternehmenschefs sollten eine Kultur schaffen, „um diese Emotionen aufzufangen und Menschen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen zu geben“. Besprechungen könne man beispielsweise routinemäßig damit beginnen, über Fehler zu sprechen und was man daraus gelernt habe. „Und als Führungsperson sollte man da gleich den Anfang machen“, empfiehlt Pferdt.


Online-Shopper bemerken Preisänderungen großteils nicht

Fühlen sich Kunden unfair behandelt, kommt es zu Reputationsschäden, Foto: APA





Die Preise beim Onlineshoppen ändern sich oft rasch, etwa nach Tageszeit oder Wetter. Verstärken wird sich auch die personalisierte Preisbildung, bei der das bisherige Surf- und Einkaufsverhalten, der Standort sowie die Art des Endgeräts einbezogen werden, erwartet das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen. 40 Prozent der Online-Shopper haben solche Preisschwankungen aber noch gar nie bemerkt.

Am ehesten fallen sie bei Reisebuchungen auf, geht aus einer Studie des E-Commerce-Gütezeichens hervor. Produktbezogene Preisänderungen wurden vor allem bei elektronischen Unterhaltungsgeräten wie Smartphone, Fernseher oder Computer bemerkt. Benutzt werden beim Online-Shopping am liebsten Laptop (53 Prozent) und Desktop-Computer (44 Prozent). Ein Drittel shoppt auch am Smartphone und jeder Fünfte nutzt das Tablet.

Werden die Preisänderungen bemerkt, kaufen die Kunden zumeist woanders ein oder warten bis der Preis wieder sinkt. Beliebteste Zahlungsmethoden sind der Kauf auf Rechnung (39 Prozent), PayPal oder andere Bezahldienstleister (19 Prozent) sowie die Kreditkarte (18 Prozent).

In Reisebranche üblich

Preisänderungen bemerken die Konsumenten vor allem bei Dienstleistungen, im speziellen bei Reisebuchungen. Jeweils 25 Prozent der insgesamt 500 von meinungsraum.at online Befragten gaben an, Preisschwankungen bei Hotel- und Flugbuchungen registriert zu haben. 15 Prozent ist dies auch bei Pauschalreiseangeboten aufgefallen. Ebenfalls 15 Prozent bemerkten Preisänderungen bei elektronischen Unterhaltungsgeräten, 13 Prozent bei Haushaltsgeräten und je 10 Prozent bei Sportartikeln und Bekleidung.

Bei der Preisdifferenzierung im Internet seien Flug- und Hotelbuchungsplattformen Vorreiter, so Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens, in einer Pressemitteilung. „Die Preise variieren hier stark, je nachdem an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit gebucht wird. Wir wissen, dass Flüge Montag- und Dienstagvormittag günstiger sind als beispielsweise abends oder am Wochenende.“

Personalisierte Preisbildung sei grundsätzlich nur sehr schwer nachweisbar, mit der steigenden Menge an personenspezifischen Daten gebe es jedoch viele Möglichkeiten. „Noch experimentieren die Online-Shop-Betreiber vorsichtig, um ihre Kunden nicht zu verärgern, wir sind aber sicher, dass dieser Trend noch mehr Einzug in Österreich hält“, so Behrens.

Kunden springen ab

Bei jenen Kunden, die Preisschwankungen bemerken, vergleichen knapp 60 Prozent den Preis und kaufen bei einem günstigeren Angebot woanders ein. 37 Prozent warten bis der Preis wieder sinkt. 22 gaben an, jedenfalls in einem anderen Online-Shop zu kaufen. 15 Prozent wollten das Produkt trotz des gestiegenen Preises kaufen.

Für Händler sei die größte Herausforderung beim Einsatz dynamischer und personalisierter Preisbildung die Frage der Fairness aus Sicht des Kunden. „Beispiele zeigen, dass es schnell zu Reputationsschäden kommen kann, wenn Kunden das Gefühl haben, unfair behandelt worden zu sein“, so Behrens. Die individuelle Verteilung von Rabatten und Gutscheinen scheine beim Kunden jedenfalls besser anzukommen, als die intransparente Anpassung von Preisen.


Ziele von Cyber-Attacken ändern sich

Staatliche Behörden und Verwaltungseinrichtungen zunehmend im Visier, Foto: APA (dpa)





Cyber-Attacken nehmen weltweit zu, aber auch die Ziele der Hacker verändern sich: Der Anteil der Angriffe auf staatliche Behörden und Verwaltungseinrichtungen hat sich 2016 mit 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Noch stärker, von drei auf 14 Prozent sind jene auf den Finanzsektor gestiegen, so der „Global Threat Intelligence Report 2017“.

Das produzierende Gewerbe liegt laut der Untersuchung mit 13 Prozent auf dem dritten Platz, während die Einzelhandelsbranche, 2015 noch an der Spitze der Angriffsziele, auf den vierten Platz abgefallen ist (elf Prozent). Für den Report wurden von Dimension Data, NTT Security und weiteren Unternehmen der international tätigen NTT-Gruppe die IT-Netzwerke von 10.000 Kunden auf fünf Kontinenten erhoben. Ausgewertet wurden dabei 3,5 Billionen Sicherheitsprotokolle sowie 6,2 Milliarden Angriffsversuche, die mit Hilfe von „Ködersystemen“ und in Versuchsumgebungen in über 100 Ländern gesammelt wurden.

„Weltweit sind Regierungen einer ständigen Bedrohung durch komplexe Angriffe von rivalisierenden Nationalstaaten, terroristischen Gruppen, Hackern und Cyberkriminellen ausgesetzt“, so Matthias Resatz, Director Solutions bei Dimension Data Austria. Regierungsbehörden würden in großem Umfang über vertrauliche Informationen verfügen – von Personalakten, Budgetdaten und vertraulicher Korrespondenz bis hin zu Erkenntnissen der Geheimdienste.

Hinsichtlich der Finanzdienstleistungs-Branche seien die fortlaufenden Angriffe nicht verwunderlich. „Diese Organisationen verfügen über große Mengen digitaler Informationen und sensibler Kundendaten. Cyberkriminelle versuchen verstärkt, darauf zuzugreifen, um personenbezogene Informationen und Kreditkartendaten zu Geld zu machen.“


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DBT-Blog: Vom exponentiellen Mindset zum exponentiellen Wachstum

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DBT-Blog: So machen Firmen mit Digitalisierung und Cloud Ressourcen frei

Andreas Dangl, Fabasoft

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Der Weg zur Digitalisierung im eigenen Unternehmen wird vielerorts als Spießrutenlauf wahrgenommen: Getrieben davon, auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein, aber eingeschränkt durch immer knappere Budgets, sieht man mehr Hürden als Chancen vor sich. Mit der richtigen Herangehensweise und dem Fokus auf das Freimachen von Ressourcen, kann Digitalisierung nicht nur die Effizienz eines Unternehmens steigern, sondern neuen Raum für Innovationen und neue Geschäftsmodelle schaffen. 

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Service:

Digital Business Trends-Award 2017

Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre vergibt die Plattform Digital Business Trends, initiiert von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one, 2017 erneut den gleichnamigen Award, unterstützt von der APA-IT.

Der in zwei Kategorien ausgeschriebene Digital Business Trends-Award prämiert innovative, zukunftsträchtige Digitalisierungslösungen aus den Bereichen Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zur Einreichung berechtigt sind sowohl aufstrebende Jungforscher, Entwickler, Einzelpersonen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen jeder Größe: vom Start-up über KMUs bis zu Großunternehmen. 

Einreichungen sind bis 31. Juli 2017 möglich.

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