DBT Newsletter #09/2018

 

Digitalisierung nützt vor allem Großkonzernen

KMU drohen Wettbewerbsnachteile, Foto: APA (dpa)






Investitionen in digitale Technologien lohnen sich vor allem für die 20 Prozent der produktivsten Firmen. Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) drohen Wettbewerbsnachteile, wenn sie nicht aufholen, wie aus einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) hervorgeht.

Den höchsten Gewinn je Mitarbeiter erzielen die Schwerindustrie, die Chemiebranche und die moderne Werkstoffindustrie, wenn sie in digitale Technologien investieren. Für einen Dollar (0,83 Euro), den sie für Robotik, das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Soziale Medien aufwenden, holen führende Unternehmen 2,6 Dollar (2,2 Euro) heraus.

Unterm Strich resultieren 160 Prozent mehr Betriebsgewinn (EBITDA) pro Mitarbeiter. Bei den KMU waren es nur 120 Prozent mehr Betriebsgewinn. Wenn diese Technologien nicht breit eingesetzt würden, drohten Ungleichheiten innerhalb der einzelnen Industrien, ergab die Studie des WEF und der Beratungsfirma Accenture, bei der 16.000 Unternehmen zwischen 2015 und 2016 untersucht wurden.

Weniger Potenzial für Gesundheit, Medien und Logistik

„Dabei würde eine kleine Gruppe von führenden Unternehmen entstehen, und der Rest der Industrie abgehängt“, heißt es weiter. Besonders KMU hätten unter Wettbewerbsnachteilen zu leiden. Auch in anderen Branchen hänge die Minderheit der produktivsten Firmen die Mehrheit ab. Lohnend sind Digitalinvestitionen auch in der Finanzindustrie (mit 1,6 Dollar Gewinn pro Dollar Investition), am Telekomsektor und in der Elektrizitätsbranche. Weniger heraus schaue in den Bereichen Gesundheit, Medien und Logistik.

Ein weiterer interessanter Befund: Investitionen in mehrere Digitaltechnologien führten zu drei Mal höheren Produktivitätssteigerungen als Investitionen in nur einzelne Technologien. Viele Konzernchefs wissen laut Accenture nicht, wie sich Digitalinvestitionen auf Wachstum und Produktivität auswirken. Es brauche einen langen Atem und klare Ziele, damit sie verstehen, wie verschiedene Digitaltechnologien Gewinne maximieren könnten.

Service: Die Studie ist hier abrufbar.


Bund fördert Forschung zu Mensch-Maschine-Zusammenarbeit

Ideen sollen in einem Workshop im September erarbeitet werden, Foto: APA (dpa)





Insgesamt 3,5 Mio. Euro stehen im Rahmen einer neuen Pilot-Ausschreibung unter dem Titel „Mensch 4.0?“ für Vorhaben zur Verfügung, die sich mit der Zukunft der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine auseinandersetzen. Die Projektideen sollen in einem Workshop im September erarbeitet werden, wie die für die Ausschreibung verantwortliche Forschungsförderungsgesellschaft FFG mitteilte.

Ziel der neuen Programmschiene sei es, „QuerdenkerInnen aus unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“ im Rahmen des fünftägigen „Ideen Lab 4.0“ zusammenzubringen. Die dort entwickelten Konzepte sollen dann als Basis für folgende Projektanträge dienen. Man gehe hier „einen neuen Weg, um innovative Ideen und interdisziplinäre Zusammenarbeit schon vor der Antragstellung zu stimulieren“, so die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

Finanziert werden die schließlich ausgewählten Vorhaben aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums, der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung und des Österreich Fonds. Für den Workshop, der von 19. bis 23. September 2018 in der Umgebung Wiens stattfinden soll, können sich Interessierte bis 25. Juni bewerben. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt durch eine Jury.

Service: www.ffg.at/ideenlab/ausschreibung2018


Netzbetreiber wünschen sich günstige 5G-Auktion

Ruf nach Änderungen im Telekomgesetz, Foto: APA (AFP)





Die drei Betreiber der österreichischen Mobilfunknetze verlangen nach der 5G-Strategie der ÖVP-FPÖ-Regierung nun konkrete Gesetzesänderungen. Im Fokus von A1, T-Mobile und Drei steht aber vor allem, wie viel die anstehenden Frequenzauktionen kosten werden. Die Regierung hat dafür nämlich heuer 50 Mio. Euro im Budget eingeplant und 2019 weitere 350 Mio. Euro.

In Richtung Lizenzkosten argumentierte T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth bereits auf Twitter: Es sei zwar sehr begrüßenswert, am Ziel der 5G-Vorreiterschaft in Europa festzuhalten, aber: „Jetzt muss unsere Investitionskraft gestärkt werden, damit es kein leeres Lippenbekenntnis wird.“ Bierwirth forderte „vernünftige Spektrumspreise und Erleichterungen im Ausbau“.

Positiv äußerte sich der Marktführer Telekom Austria, an dem die Regierung 28,4 Prozent hält. „Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, dass sich die österreichische Bundesregierung klar dazu bekennt, digitale Infrastrukturen, in dem Fall 5G, auszubauen“, sagte Technik-Vorstand Marcus Grausam. Die Dinge, die nun in dem Strategiepapier stehen, müssten nun aber auch im Telekomgesetz verankert werden, so Grausam im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radios.

Mit einer eigenen inhaltlichen Bewertung der 5G-Strategie zurückgehalten hat sich vorerst der Mobilfunker Drei (Hutchison). Man wolle diese zuerst genau analysieren, hieß es zur APA. In einer mit A1 und T-Mobile abgesprochenen Aussendung der Lobbyorganisation „Internetoffensive“ erklärte Drei-Chef Jan Trionow jedoch: „Eine landesweite Vollversorgung von 5G ist bis 2025 machbar und somit sind die Ziele der Bundesregierung realisierbar, wenn die richtigen Parameter dafür festgelegt werden.“

Deutlich mehr Sendestandorte

Trionow erinnerte daran, die im 5G-Strategiepapier definierten Maßnahmen auch gesetzlich umzusetzen. Grausam forderte in der Internetoffensive-Aussendung eine „wirtschaftlich verträgliche Auktion“. Der Wirtschaftskammer-Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) erklärte, für 5G brauche es eine drastische Erhöhung der Sendestandorte in ganz Österreich.

Rund 10 Mrd. Euro sind laut Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) für den Ausbau des neuesten Mobilfunkstandards der fünften Generation, der den Vorgängerstandard 4G (LTE) ablösen soll, nötig. Zahlen sollen den Ausbau vorrangig die Betreiber, sie sollen aber etwa mit Gebührensenkungen gelockt werden.


Aus der Wissenschaft:

Leben mit Robotern

Zusammenarbeit mit Robotern optimal gestalten, Foto: TU Wien





Um auszuloten, wie man Roboter am besten einsetzen kann und wo die Grenzen ihrer Möglichkeiten liegen, wurde nun an der TU Wien das Doktoratskolleg „Trust Robots“ gestartet. Es ist interdisziplinär angelegt, beteiligt sind Forschungsgruppen aus den Fakultäten für Informatik, Maschinenwesen und Betriebswirtschaften, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Architektur. Geleitet wird das Doktoratskolleg von Prof. Sabine Köszegi (Institut für Managementwissenschaften), die sich mit der Auswirkung der Roboter auf die Zukunft der Arbeitswelt beschäftigt. ...

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Service:

Start-up-your-Business: Digital Business Trends-Award 2018

Digital Business Trends, Foto: APA

Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre vergibt die Plattform Digital Business Trends, initiiert von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one, 2018 erneut den gleichnamigen Award, unterstützt von der APA-IT.

Der in zwei Kategorien ausgeschriebene Digital Business Trends-Award prämiert innovative, zukunftsträchtige Digitalisierungslösungen aus den Bereichen Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zur Einreichung berechtigt sind sowohl aufstrebende Jungforscherinnen und Jungforscher, Entwicklerinnen und Entwickler, Einzelpersonen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen jeder Größe: vom Start-up über KMUs bis zu Großunternehmen. 

Einreichungen sind bis 31. Juli 2018 möglich.

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