DBT Newsletter #05/2016

Start-ups in Österreich: Stark eigenfinanziert und optimistisch

Grafik: APA (Uhl)











Österreich hat eine dynamische Start-up-Szene, die sich stark selber finanziert und sehr zuversichtlich in die Zukunft schaut. Diese Firmen haben das Potenzial zur „Job-Maschine“ und damit zur treibenden Kraft für die heimische Wirtschaft, schreiben die Autoren Lisa-Maria Fass und Rudolf Dömötör in einer nun publizierten Studie des WU-Gründungszentrums.

Start-ups sind demnach maximal zehn Jahre alt und haben entweder eine innovative Idee beziehungsweise Technologie oder planen ein massives Wachstum, so die Definition des „European Startup Monitor“, in dessen Rahmen die Studie erstellt wurde. Gründer sind zumeist männliche (84,5 Prozent) Österreicher (80,4 Prozent), die mit durchschnittlich 31,6 Jahren in Wien tätig werden (62,7 Prozent). Der Rest teilt sich gleichmäßig auf die anderen Bundesländer, vor allem auf die Landeshauptstädte, auf. Nach gut zwei Jahren (2,19 Jahre) haben sie – inklusive Gründern – für 7,5 Personen einen Job geschaffen. Gut zwei Drittel (70,4 Prozent) machen allerdings noch weniger als 150.000 Euro Umsatz.

Zufrieden mit wirtschaftlicher Situation

Praktisch alle (95,6 Prozent) Start-ups betrachten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als zufriedenstellend, ein gutes Drittel (38,5 Prozent) sogar als gut. Drei Viertel erwarten in der Zukunft eine noch bessere Lage, nur 2,2 Prozent eine Verschlechterung. Im Schnitt werden in den nächsten zwölf Monaten 5,5 zusätzliche Beschäftigte erwartet – wobei 91,8 Prozent von ihnen Jobzuwächse vorhersagen.

Zwei Drittel der österreichischen Start-ups entwickeln eine globale oder zumindest europäische Innovation. Mehr als drei Viertel der Start-ups sind mit ihren Innovationen bereits auf internationalen Märkten aktiv, und um ihre Wachstumsziele zu erreichen, brauchen sie Geld – drei Viertel der Start-ups wollen in den nächsten zwölf Monaten bis zu 500.000 Euro aufnehmen. Digitale Wirtschaft (44 Prozent) und Life Sciences (20 Prozent) sind die wichtigsten Betätigungsfelder.

Dabei bauen Gründer solcher innovativer Firmen zumeist auf eigenes Geld (89,9 Prozent). Dazu erhalten sie Subventionen der öffentlichen Hand (48,6 Prozent), von Familien und Freunden (24,8 Prozent) und Business Angels. Risikokapital (Venture Capital) fließt nur in 10 Prozent der Start-ups, Kredite in 11 Prozent, ergab die Studie. 39 Prozent der Gründer sind schon zumindest zum zweiten Mal am Start.

19,2 Prozent der Gründer sind Ausländer

Männer gründen im Schnitt mit 31,9 Jahren ihr Start-up. Unter ihnen sind nur 14,2 Prozent keine Österreicher. Das Gründungsteam besteht im Schnitt aus 2,55 Personen. Frauen hingegen gehen schon mit durchschnittlich 27,5 Jahren an den Start, unter ihnen sind 27,8 Prozent keine Österreicherinnen. Ihre Gründungsteams sind mit durchschnittlich 2,22 Personen kleiner. Während in Summe aller Start-ups 19,2 Prozent der Gründer Ausländer sind, haben 27 Prozent der Beschäftigten eine andere Staatsbürgerschaft.

Die Studie ist Teil der Initiative „European Startup Monitor“, die vom „Bundesverband Deutsche Start-ups“ initiiert wurde und in Europa und Israel über 2.300 Start-ups mit zusammen mehr als 31.000 Arbeitnehmern umfasste. In Österreich wurden 121 Start-ups befragt. Wie viele Firmen insgesamt in Österreich dieser Kategorie von Neugründungen zuzurechnen sind, wurde nicht erhoben, auch will sich Dömötör nicht auf eine Schätzung einlassen. Eine Untersuchung für die Wiener Wirtschaft hatte für die Bundeshauptstadt im Jahr 2013 638 Start-ups geschätzt – das würde darauf hinweisen, dass es österreichweit etwa 1.000 Start-ups gibt.


Angst vor Cyberkriminalität wächst bei Unternehmen

Höchster Wert seit sechs Jahren, Foto: APA (Hochmuth)








Bei Firmen in aller Welt geht die Furcht vor Cyberkriminalität um. Die Angst vor Datenkriminellen, Hacker-Angriffen und Viren-Verseuchungen hat den höchsten Wert seit sechs Jahren erreicht. Das ergibt die Studie „PwC Global Economic Crime Survey 2016“. Dafür wurden 6.000 Teilnehmer in 115 Ländern in einer Online-Erhebung befragt. Auch in Österreich.

Wie die internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC schrieb, wurden zudem im „19th Global CEO Survey“ über die stärksten Bedrohungen für Organisationen „Bestechung“ und „Korruption“ als jene Bedrohungen genannt, die von 51 Prozent auf 56 Prozent zuletzt am markantesten zugenommen haben. In Österreich sorgen sich 34 Prozent der Unternehmenschefs um Wirtschaftskriminalität und 47 Prozent um Cyberkriminalität.

Immer mehr Konzerne und Organisationen sind betroffen: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) war in den vergangenen zwei Jahren mit Fällen von Wirtschaftskriminalität konfrontiert. Knapp ein Drittel (32 Prozent) war von Cyberkriminalität betroffen – der höchste Wert, der je in der alle zwei Jahre stattfindenden Umfrage zum Thema „Global Economic Crime“ von PwC gemessen wurde.

Interne Betrüger sind Männer zwischen 31 und 40

Ein Detail aus der Auswertung betrifft das Betrügerprofil: Knapp die Hälfte der schwerwiegenden Vorfälle von Wirtschaftskriminalität geht auf das Konto von Personen, die bei der betroffenen Organisation beschäftigt waren. „Diese internen Betrüger sind zumeist männliche Universitätsabsolventen, die bereits drei bis fünf Jahre im Unternehmen tätig waren, zwischen 31 und 40 Jahren alt sind und eine Funktion im mittleren bzw. gehobenen Management bekleiden“, schildert PwC.

In Summe sind trotz eines – erstmals seit der Finanzkrise 2008/09 – global festgestellten leichten Rückgangs der Wirtschaftskriminalität die finanziellen Kosten durch einzelne Betrugsfälle gestiegen: 14 Prozent der Befragten erlitten in den vergangenen beiden Jahren Verluste von über 1 Mio. Dollar. Und dabei seien es, so die Umfrage, nicht die hohen Verluste durch solche Angriffe, die am meisten schmerzen, sondern vor allem Reputationsschäden sowie Anwalts-, Investitions- und Strafverfolgungskosten.


Google und TU Wien unterstützen Open Source-Programmierer

Bewerbung ist bis 25. März möglich, Foto: APA/dpa









Im Rahmen des „Google Summer of Code“ (GSoC) können sich seit 2005 Studenten, die sich für die Entwicklung von frei zugänglicher Software interessieren, in konkrete Projekten einbringen. Zum fünften Mal kann man das auch mit Unterstützung durch Mentoren der Technischen Universität (TU) Wien tun. Die Bewerbungsfrist läuft bis 25. März, wie die TU Wien mitteilte.

Beim „GSoC“ handle es sich um das weltweit größte Förderungsprojekt im Bereich Open Source-Software. Das Unternehmen sponsert die Praktikanten, die weltweit an ausgewählten Forschungsinstitutionen oder Unternehmen betreut werden, in der vorlesungsfreien Zeit drei Monate lang mit Stipendien in der Höhe von 5.500 Dollar (5.060 Euro). Unter den Teilnehmerinstitutionen sind neben Universitäten etwa das Europäische Labor für Teilchenphysik CERN sowie Open Source-Unternehmen wie Mozilla, VLC oder Wikimedia. Seit dem Programm-Start nahmen annähernd 11.000 Studenten und 10.000 Mentoren teil. Neben der TU Wien ist mit dem an der Technischen Universität (TU) Graz beheimateten Non-Profit Projekt „Catrobat“ eine weitere österreichische Einrichtung beteiligt.

An der TU Wien kann unter der Anleitung von Forschern rund um Josef Weinbub und Florian Rudolf vom Institut für Mikroelektronik heuer an insgesamt elf Projekten mitgearbeitet werden. Die Themen sind vielfältig und reichen von der automatischen Berechnung von CO2-Emissionen, über Gebäudeautomation und Lösungen zum Internet der Dinge bis zu Partikelsimulationen wie sie auch am CERN gemacht werden. In der Regel werden Studenten exklusiv von einem der 22 Wissenschafter betreut.

Mit dem Programm verfolge man auch das Ziel „wissenschaftsnahen Programmier-Nachwuchs“ heranzubilden, erklärte Weinbub gegenüber der APA. „Mit besonders guten Studenten veröffentlichen wir nach dem GSoC-Programm wissenschaftliche Arbeiten, welches wiederum die Motivation der Studenten stärkt, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben.“ Software, für die auch die Quellcodes öffentlich und gratis zur Verfügung stehen, sei für die Forschung sehr wichtig, denn das erlaube es dem Nachwuchs „im Detail zu verstehen wie ein Programm aufgebaut ist und wie es funktioniert“ und neue Funktionen hinzuzufügen, so der Forscher.

Service: „Google Summer of Code“-Webseite: https://summerofcode.withgoogle.com; TU Wien-Projektideen und Informationen: http://go.apa.at/lR5fUWnJ


Service 

Digital Business Trends-Award, Foto: APA






Digital Business Trends-Award 2016

Digitale Innovationen gesucht - 4.000 Euro pro Kategorie - powered by APA-IT - www.dbt.at/award

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr vergibt die Plattform Digital Business Trends, initiiert von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one, 2016 erneut den gleichnamigen Award, unterstützt von der APA-IT.

Der in zwei Kategorien ausgeschriebene Digital Business Trends-Award prämiert innovative, zukunftsträchtige Digitalisierungslösungen aus den Bereichen Medientechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie. Zur Einreichung berechtigt sind sowohl aufstrebende Jungforscher, Entwickler, Einzelpersonen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen jeder Größe: vom Start-Up über KMUs bis zu Großunternehmen. 

Einreichungen sind ab 1. März bis Ende Juli 2016 möglich.

Zur Einreichung


Empfehlen & Verbreiten Facebook Google+ Twitter
Load more