DBT Newsletter #03/2016

Einigung über neue Regeln für Datenaustausch

Sehr konkret ist der „EU-US Datenschutzschild








Die EU und die USA haben sich auf neue Regeln zum Datenaustausch geeinigt. Das teilte EU-Justizkommissarin Věra Jourová mit. Sie erklärte, die Regelung werde einer Anfechtung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) standhalten. Der österreichische Datenschutz-Aktivist Max Schrems, der das ursprüngliche Abkommen angefochten hatte, äußerte sich kritisch: „Das dürfte nicht stabil sein."

Eine neue Vereinbarung war notwendig geworden, weil der EuGH im Oktober die zuvor geltende Safe Harbor-Vereinbarung kippte. In den USA seien Informationen nicht ausreichend vor dem Zugriff von Behörden und Geheimdiensten geschützt, befanden die Luxemburger Richter. Die EU-Kommission führte für die Europäische Union deshalb Verhandlungen mit Vertretern der US-Regierung. Das Ergebnis muss noch von Experten der EU-Staaten bestätigt werden, auch das Europaparlament hat Prüfrechte. Tausende Unternehmen, die auf die Regelungen angewiesen sind, haben zumindest Aussicht auf Rechtssicherheit.

Die EU-Kommission äußerte sich jedenfalls zuversichtlich über die Einigung mit den USA. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, erklärte in Straßburg, es werde einen „soliden Mechanismus" geben, der einen sicheren und offenen Datenaustausch gewährleiste. Es gebe deutliche Verbesserungen im Vergleich zur vorherigen Regelung. Von den USA habe es Zusicherungen gegeben, vor allem angesichts der Kritik am Zugang von amerikanischen Geheimdiensten zu personenbezogenen Daten von EU-Bürgern. Hier werde es Absicherungen geben.

„Die USA haben klargestellt, dass sie nicht unterschiedslos massenhaft EU-Bürger überwachen“, so Ansip. Außerdem würden die USA in ihrem Außenministerium eine Ombudsstelle einrichten, an die sich Europäer mit Klagen wenden können. Jährlich soll es eine Überprüfung des Abkommens geben. Die Grundrechte der Europäer würden geschützt. EU-Justizkommissarin Věra Jourová sprach von einem starken Rahmen für die Zukunft des transatlantischen Datenstroms.

Skepsis bei Datenschutz-Aktivisten

Ganz anderer Meinung war Max Schrems: „Es gibt noch keine Details." Vieles sei unklar. Von der Grundvoraussetzung aber „kann man sagen, dass das nicht stabil ist". Er, Schrems, habe bereits von mehreren Seiten gehört, dass man die allfällige neue Regelung erneut zum EuGH tragen werde. Bis zum Vorliegen der schriftlichen Vereinbarung werde es wohl noch einige Wochen dauern. Erst dann könne man die Vereinbarung im Detail beurteilen.

Die Einigung ist auch bei deutschen Datenschutz-Aktivisten und bei Wirtschaftsvertretern auf Kritik und Vorbehalte gestoßen. Wirklich konkret sei der „EU-US Datenschutzschild" bisher nicht, so das Institut der Deutschen Wirtschaft. „Tausende Unternehmen in Europa haben damit immer noch keine Planungssicherheit."

US-Handelsministerin Penny Pritzker sprach dagegen von einer „historischen Vereinbarung" und einem „großen Erfolg für den Datenschutz und für die Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks". Die Vereinbarung biete einen sicheren Rahmen, dass tausende Unternehmen in Europa und den USA und Millionen Menschen weiterhin online auf Dienstleistungen zugreifen könnten.

„Wir wissen nicht genau, was es (das Abkommen, Anm.) abdeckt und wie rechtsverbindlich es ist", erklärte Isabelle Falque-Pierrotin, Leiterin der französischen Datenschutzbehörde CNIL, die derzeit den Vorsitz im Kreis der nationalen Datenschützer inne hat. Für Ende März sei eine weitere Sitzung der Datenschützer geplant. „In der Zwischenzeit und bis wir die vollständige Auswertung haben (...) gehen wir davon aus, dass es weiter möglich ist, die bestehenden Transfer-Mechanismen zu nutzen", erklärte sie. Es gebe grundlegende Bedenken, die nun zu klären seien. Mitte oder Ende April soll es eine Stellungnahme geben.


Social Media für Online-Bevölkerung großteils unverzichtbar

52 Prozent zählen zu den Intensiv-Nutzern, Foto: APA/AFP








Facebook, Twitter, Youtube & Co sind mittlerweile fest im Alltag der Internet-Nutzer verankert. 71 Prozent der österreichischen Online-Bevölkerung nutzen regelmäßig soziale Medien. Die Intensität der Nutzung und die inhaltlichen Schwerpunkte weichen jedoch stark voneinander ab. Eine Analyse von GfK Austria zeigt nun erstmals den Zusammenhang zwischen Themen-Interesse und Intensität der Nutzung.

Für GfK-Social Media-Experte Axel Maireder ist dabei vor allem interessant, wie weit verbreitet soziale Medien inzwischen sind. Immerhin 52 Prozent der Internet-User nutzen soziale Medien intensiver, erklärte Maireder der APA. 29 Prozent verwenden soziale Medien äußerst selten oder gar nicht und gelten deshalb als „Inaktive". Sogenannte „Friends Only"-Nutzer umfassen 18 Prozent, gelten als regelmäßige Social Media-Nutzer, haben aber nur Freunde in ihrem Netzwerk integriert.

Die Gruppe „Klatsch & Tratsch" zählt 14 Prozent. Neben Freunden integrieren diese User bevorzugt Prominente sowie Medien in ihr Netzwerk. 14 Prozent machen auch die „Marken-Fans" aus. Sie sind Intensivnutzer und vernetzen sich bevorzugt mit Marken und Unternehmen. Zwölf Prozent sind „Gamer", die sich vor allem für Spiele interessieren. Die „Allrounder" stellen sieben Prozent, nutzen Social Media am intensivsten, greifen auf verschiedenste Accounts zurück und sind dabei besonders starke Mediennutzer. Fünf Prozent machen die „Politik-Follower" aus, die neben Freunden bevorzugt Politiker und politische bzw. gesellschaftliche Initiativen in ihr Netzwerk einbauen.

Initiativen stärker „verfolgt“ als Politiker

In der Gruppe der „Politik-Follower" ist der Anteil der FPÖ-Wähler übrigens stark überrepräsentiert, im Vergleich dazu hinken SPÖ und ÖVP nach, so Maireder. „SPÖ und ÖVP erreichen ihre potenziellen Wähler dort noch nicht." Politischen und gesellschaftlichen Initiativen wird in sozialen Medien übrigens stärker gefolgt als Politikern selbst. Und bei den Politik-Followern ist der Twitter-Anteil mit 23 Prozent relativ hoch. Facebook und Youtube dominieren, Kanäle wie Twitter oder Instagram sind im Politik-Bereich aber bereits weiter verbreitet als gedacht.

Grundlage für die Gfk-Analyse ist eine aktuelle repräsentative Umfrage unter 1.200 österreichischen Internet-Usern ab 16 Jahren. Der Link zu den Studienfolien: http://go.apa.at/1QAOGT0q


SMS-Alternativen auf dem Vormarsch

WhatsApp hat bereits eine Milliarde Nutzer, Foto: APA/AFP









Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp hat die Marke von einer Milliarde Nutzern geknackt. Mitgründer und Chef Jan Koum teilte das per Facebook-Eintrag mit. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte WhatsApp 2014 für insgesamt gut 22 Milliarden Dollar (20,15 Mrd. Euro) übernommen. Damals hatte die SMS-Alternative erst gut 450 Millionen Nutzer. Facebook sicherte zu, dass WhatsApp auch unter dem neuen Konzerndach weitgehend eigenständig agieren kann und die Nutzerdaten getrennt bleiben.

Internet-basierte Kurzmitteilungsdienste haben mit dem Vormarsch von Smartphones und schneller mobiler Datennetze für viele Nutzer die klassische SMS abgelöst. WhatsApp erreichte als erstes dieser Angebote die Marke von einer Milliarde Kunden.

Allerdings buhlen in dem Bereich viele Anbieter um die Gunst der Nutzer. Ein Überblick:

  • WhatsApp: Der 2010 gegründete Dienst ist mit seiner schnörkellosen Bedienung der König unter den SMS-Alternativen und hat jetzt die Marke von einer Milliarde Nutzern geknackt. Facebook kaufte WhatsApp vor zwei Jahren für gut 22 Mrd. Dollar (20,2 Mrd. Euro). Aktuell werden über den Dienst 42 Milliarden Nachrichten täglich verschickt, wie Mitgründer und Chef Jan Koum mitteilte. Er will WhatsApp auf alle Handys auf der Welt bringen.
  • Facebook Messenger: Das weltgrößte Online-Netzwerk hat mit dem Facebook Messenger auch einen weiteren SMS-Ersatz im Rennen. Der Messenger soll mit einer Vielfalt von Funktionen vom Bezahlen bis zur Taxi-Bestellung so etwas wie das „Schweizer Taschenmesser" unter den Kurzmitteilungsdiensten sein. Anfang des Jahres knackte der Dienst die Marke von 800 Millionen Nutzern weltweit.
  • iMessage: Apple startete für seine Kunden 2011 eine eigene SMS-Alternative. Der Dienst läuft nicht nur auf iPhones, sondern auch auf iPads und Mac-Computern. Wie viele Nutzer iMessage hat, ist nicht bekannt, insgesamt ist eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz. Apple betont den Schutz der Privatsphäre durch Verschlüsselung.
  • Threema: Der 2012 in der Schweiz gestartete Dienst hebt besonders die Verschlüsselung hervor, mit der niemand außer den Gesprächspartnern Zugriff auf Inhalte haben könne. Insbesondere nach den Enthüllungen von Edward Snowden zur Internet-Überwachung durch Geheimdienste bekamen Threema und ähnliche Angebote, die mit starker Verschlüsselung werben, enormen Zulauf. Allerdings bauten seitdem auch andere westliche Messenger den Krypto-Schutz aus.
  • WeChat: In China, wo westliche Online-Dienste weitgehend blockiert sind, haben sich einheimische SMS-Alternativen ausgebreitet. Der Service WeChat des Online-Konzerns Tencent kam zuletzt auf 650 Millionen Nutzer – ein Sprung von 39 Prozent binnen eines Jahres. WeChat unterliegt den Zensur- und Überwachungs-Anforderungen in China und wird deshalb in vielen anderen Ländern skeptisch beäugt.
  • LINE: Ebenfalls in Asien populär ist der in Japan gegründete Dienst Line, der zuletzt im Herbst auf 212 Millionen Nutzer kam. Line entstand 2011 als Reaktion auf die massiven Kommunikations-Probleme nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011. Eine der Funktionen auf die Line setzt, sind bunte Sticker, die Nutzer untereinander verschicken können.


Service

FOTO: DBT






Die neue Rolle der CIOs: Bewahrer, Brückenbauer, Störenfried?

Big Data, Cloud Computing und Mobility: CIOs bzw. CDOs dürfte derzeit nicht gerade langweilig sein. Die Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit der digitalen Transformation scheint jedenfalls einzigartig.

Dabei sind die Manager mit großen Widerständen konfrontiert. Wie gehen sie damit um? Welche Rolle nehmen CIOs im Unternehmen ein? Agieren sie als Propheten? Oder sind sie Bewahrer, denen Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme am wichtigsten sind? Und was umfasst das Aufgabengebiet der CIOs künftig?

Wann: 
Donnerstag, 25.02.2016 
19:30 bis 23:00 Uhr

Ort:
Haus der Musik
Seilerstätte 30
1010 Wien

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