DBT Newsletter #02/2016

Internet sorgt für Umbruch in der Hotelbranche

Über 50 Prozent buchen bereits online, Foto: APA (Fohringer)





Die Digitalisierung des täglichen Lebens wirbelt die Hotelbranche durcheinander. Europaweit buchen inzwischen über 50 Prozent der Gäste ihren Aufenthalt online, wie aus einer Studie der Österreichischen Hoteliervereinigung und des Unternehmensberaters Roland Berger hervorgeht. "In den vergangenen Jahren hat sich das Umfeld der Hotellerie drastisch verändert", betonte ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer.

Darauf sollten die heimischen Beherbergungsbetriebe, darunter viele kleine und mittlere Familienunternehmen, wesentlich dynamischer reagieren als bisher, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "Das Thema Kommunikationstechnologie ist ein entscheidender Faktor in der Wertschöpfung geworden", sagte Gratzer beim Jahreskongress der Hoteliers in Zell am See (Salzburg). Ein moderner und aktueller Web-Auftritt sei ebenso unumgänglich wie Gratis-WLAN in bester Qualität für den Gast.

Mit der Internet-Affinität und dem geänderten Buchungsverhalten der Urlauber hat sich für die Hoteliers auch die Konkurrenzsituation empfindlich verschärft: Buchungsplattformen wie Booking.com diktieren die Preise und günstige Privatquartieranbieter, wie der weltweit tätige Online-Vermittlungsdienst Airbnb, befeuern den Preiskampf zusätzlich.

Konkurrenz durch Airbnb

"In Wien gehen wir von etwa 11.000 Betten aus, die via Airbnb angeboten werden", umriss Gratzer das Ausmaß des Wettbewerbs. Dabei würden rechtliche Grauzonen ausgenützt, wie es der traditionellen Hotellerie nicht möglich ist. Die Privatquartieranbieter sind weder mit behördlichen Auflagen noch mit hohen Abgaben belastet. Die Hotelbranche fühlt sich eigenen Angaben zufolge diskriminiert. Airbnb sei mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden, so der ÖHV-Generalsekretär.

Die zunehmende Digitalisierung beim Vertrieb von Hotelzimmern hat aber nicht nur Nachteile wie Preisdruck, Margenverlust, verschärften Wettbewerb und steigende Komplexität, sondern auch Vorteile: Einer Umfrage unter 667 Hoteliers aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zufolge sehen gut 61 Prozent darin die Chance, neue Kunden zu gewinnen. Knapp 53 Prozent erwarten sich von der Digitalisierung eine höhere Auslastung.


Österreich bei IT-Experten leicht über EU-Durchschnitt

Rund 155.000 Personen sind in diesem Sektor tätig, Foto: APA/dpa








In Österreich liegt der Anteil an Fachleuten für die Informations- und Kommunikationstechnologie leicht über dem EU-Durchschnitt. Während im Jahr 2014 EU-weit 3,7 Prozent der Beschäftigten in diesem Sektor arbeiteten, waren es in Österreich 3,8 Prozent – das sind rund 155.000, teilte das EU-Statistikamt Eurostat mit.

Gegenüber 2011 stieg der Anteil an IT-Experten in Österreich nur geringfügig, nämlich um 0,1 Prozentpunkte. Insgesamt waren in der Europäischen Union 2014 fast 8 Millionen Fachleute für Informations-und Kommunikationstechnologie beschäftigt.

Die meisten IT-Fachkräfte verzeichnete Großbritannien (1,49 Mio.), gefolgt von Deutschland (1,47 Mio.) und Frankreich (0,9 Mio.). Den höchsten Anteil an IT-Experten an der Gesamtbeschäftigung hatten Finnland (6,7 Prozent) und Schweden (6,0 Prozent), am niedrigsten war er in Griechenland (1,3 Prozent).


Fünf Millionen Jobs verschwinden durch "Industrie 4.0"

Studie prophezeit Umbrüche am Arbeitsmarkt, Foto: APA/Profactor









Der Vormarsch der digitalen Welt in den Fabriken und Büros könnte, nach einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF), bis 2020 unterm Strich mehr als fünf Millionen Jobs kosten. Die vierte industrielle Revolution werde in den wichtigsten entwickelten und aufstrebenden Volkswirtschaften rund 7 Millionen herkömmliche Arbeitsplätze überflüssig machen, zugleich aber nur rund 2 Millionen Stellen mit neuem Anforderungsprofil schaffen, heißt es in der Studie.

Sie basiert auf einer Umfrage unter Strategieverantwortlichen und Personalchefs von neun Branchen in 15 Volkswirtschaften – darunter Deutschland, China, die USA, Großbritannien und Japan. Der immer stärkere Einsatz von Robotern und 3-D-Druckern, der Gentechnik und der Bio- sowie der Nanotechnologie werde zu "Umbrüchen nicht nur in den Geschäftsmodellen, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt führen". Die Staaten müssten sich besser auf die "Industrie 4.0" einstellen und Ausbildung in zukunftssicheren Berufen stärker fördern, erklärte WEF-Chef Klaus Schwab.

Anderer Meinung ist US-Arbeitsminister Thomas Perez. Er glaubt nicht an massenhafte Arbeitsplatzverluste durch die digitale Revolution. "In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass Vorhersagen vom Untergang des amerikanischen oder deutschen Arbeiters übertrieben waren", so Perez gegenüber der Wochenzeitung "Die Zeit". Technik habe das Potenzial, Arbeitsplätze zu zerstören – sie könne aber auch neue Jobs schaffen.

Die Schweizer Großbank UBS erwartet, dass die Ungleichheiten in der Welt noch größer werden. Gerade Schwellenländer dürften unter Druck geraten. Ein großes Angebot an billigen, gering qualifizierten Arbeitskräften werde kein Vorteil mehr sein. Dagegen dürften Industrienationen mit ihren gut ausgebildeten Fachleuten eher profitieren, so die UBS.


Service

FOTO: DBT






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