DBT Newsletter #01/2016

Technologie am Arbeitsplatz überfordert viele

Arbeits- und Zeitdruck nimmt zu, Foto: APA/dpa









Obwohl 85 Prozent der berufstätigen Österreicher gerne mit technischen Geräten arbeiten, fühlen sich 41 Prozent der Befragten von der technologischen Entwicklung am Arbeitsplatz überfordert. Das geht aus einer Studie hervor. 

„Der Mensch ist grundsätzlich technikinteressiert, es gibt aber ein ambivalentes Verhalten“, kommentiert Studienautor Peter Hajek vom Meinungsforschungsinstitut Public Opinion Strategies. Im Auftrag von Ricoh wurden im Oktober 2015 1.000 berufstätige oder in Ausbildung befindliche Österreicher zwischen 16 und 60 Jahren online befragt. 

Technologie wird von 77 Prozent als Erleichterung im Büroalltag wahrgenommen, dennoch verstärkt diese auch für 57 Prozent der Befragten den Arbeits- und Zeitdruck. 71 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 68 Prozent der 40- bis 60-Jährigen bezeichnen sich als technikinteressiert und 85 Prozent arbeiten sehr oder eher gerne mit technischen Geräten. 50 Prozent der Berufstätigen haben jedoch auch Ängste im Zusammenhang mit technologischer Entwicklung. 

„Dieses Polarisierungsphänomen gab es schon vor 30 Jahren“, bestätigt Universitätsprofessor Christian Korunka, Leiter der Professur Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien, auf Anfrage der APA. „Wir beobachten seit Jahrzehnten eine Beschleunigung in der Arbeitswelt. Technologie ist der Treiber dieser Beschleunigungsprozesse.“ Das könne durchaus zu schnell gehen und so für Verunsicherung sorgen, so der Wissenschafter. 

Einschulung durch den Arbeitgeber erwartet

Um diese Verunsicherung zu bekämpfen, erwarten sich 77 Prozent eine Einschulung vom Arbeitgeber in neue Geräte im Büro. "Man wird mit Technik nicht gerne allein gelassen", fügt Hajek hinzu. Hilfe holen sich die Beschäftigten vor allem bei persönlichen Ansprechpartnern, am liebsten bei Kollegen oder im privaten Umfeld. Hersteller-Hotlines sind nur für 1 Prozent der Befragten eine Lösung. 

Auch neue Büroformen überzeugen noch nicht. Lediglich 17 Prozent gaben an, mobil oder von zuhause zu arbeiten. Home-Office „hebt Strukturen auf und schiebt die Verantwortung auf die Person, die selber für die Strukturen sorgen muss“, analysiert Korunka im Gespräch mit der APA. „Menschen brauchen ein mehr oder weniger strukturiertes Umfeld. Wenn das aufgebrochen wird, kann es Verunsicherung auslösen.“


Autobauer positionieren sich im Kampf um Daten-Schatz

Daten sind die „künftige Währung“ der Kfz-Industrie, Foto: APA/dpa








Die Autoindustrie bereitet sich auf eine Zukunft vor, in der Daten aus dem vernetzten Fahrzeug zum großen Geschäft werden. „Daten sind die künftige Währung in dieser Industrie“, sagt der Chef des amerikanischen Elektronik-Konzerns und Autozulieferers Harman, Dinesh Paliwal, auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. „Und wer die Kontrolle über das Datenmanagement hat, wird der König sein.“ 

Die deutschen Autohersteller Daimler, Audi und BMW gehen mit einem Einsatz von 2,8 Mrd. Euro ins Spiel. So viel ließen sie sich im Sommer die Übernahme des Kartendienstes Here kosten, den Nokia zum Verkauf gestellt hatte. Here soll den deutschen Premium-Herstellern nicht nur hochpräzise Karten liefern, ohne die selbstfahrende Auto nicht auskommen können. Unter dem Dach der Firma wird auch eine Plattform zum Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen aufgebaut, deren Technik Here als weltweiten Standard zu etablieren hofft. 

Die drei Eigentümer gaben bereits bekannt, dass Daten von Sensoren aus ihren vernetzten Autos in die präzisen Livekarten von Here einfließen werden. Es geht darum, Informationen über Glatteis, Unfälle, Schlaglöcher oder Staus zu registrieren und über einen Cloud-Service an andere Autos weiterzuleiten. 

Damit bekommen die deutschen Autohersteller auf ihrem Spielfeld einen Vorteil gegenüber dem Internet-Riesen Google, der zwar Ortungsinformationen von Millionen Android-Smartphones auswerten kann, aber von vielen Marken nicht an die präzisen Daten aus dem Auto herangelassen wird. 

Here arbeitet daran, die Datenbasis für die Live-Karten mit Informationen von anderen Herstellern auszuweiten. „Wir machen Machbarkeitsstudien und Pilotprojekte mit zehn bis zwölf Herstellern“, sagt Here-Manager Floris van de Klashorst. „Ich denke, der Industrie ist bewusst, dass diese Architektur auf Zusammenarbeit basiert und mehr Hersteller dazu beitragen müssen.“ Here lud andere Autobauer zum Datenaustausch ein, der Dienst wird als unabhängiges Unternehmen weitergeführt. 

Konkurrenz durch andere Initiativen

In der Branche gibt es aber auch Vorbehalte gegen eine Öffnung der Daten für Here. So zeigt sich der IT-Chef des Autobauers Volvo, Klas Bendrik, skeptisch. „Alles muss offen und vertrauenswürdig organisiert sein. Eine Einladung ist eine Sache, die Realität eine andere“, sagt er und betont, es gebe neben Here auch viele weitere Initiativen zur Entwicklung von Standards. 

Insgesamt habe die Branche verstanden, wie wichtig durchgängige Standards für einen übergreifenden Datenfluss zwischen verschiedenen Automarken sind. Lieber als auf eine fremde Plattform aufzuspringen, wäre es Bendrik aber, wenn die Daten zwischen Clouds verschiedener Hersteller ausgetauscht würden. 

„Die Autohersteller befinden sich in einer Phase des Experimentierens mit neuen Geschäftsmodellen und stoßen dabei auch in völlig neue Branchen vor“, sagt Autoexperte Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Die deutschen Autobauer hätten mit der Here-Übernahme ihren Anspruch auf die Vorherrschaft im Zeitalter der vernetzten Mobilität untermauert. Der Erfolg werde aber nicht von der besten technischen Lösung abhängen, sondern davon, wer die beste integrierte Plattform für alle Alltagsaspekte anbiete.


Bundesgebühren bei Online-Antrag deutlich günstiger

Ersparnis durch Handy-Signatur oder Bürgerkarte, Foto: APA/Fohringer










Seit 1. Jänner sind die Bundesgebühren für diverse Anträge um 40 Prozent günstiger, wenn man sie online bezahlt. So sind dann etwa für eine Geburtsurkunde nur noch 8,60 Euro zu entrichten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Antrag mit der Handy-Signatur oder Bürgerkarte erfolgt. Vor allem erstere erfreut sich immer größerer Beliebtheit. 

Die meisten Bundesgebühren wurden mit dem Jahreswechsel bei elektronischer Antragsstellung von 14,30 auf 8,60 Euro gesenkt: Neben der Geburtsurkunde betrifft das etwa die Heirats- und die Sterbeurkunde, den Staatsbürgerschaftsnachweis, den Antrag auf Namensänderung, die Strafregisterbescheinigung, die Baubewilligung oder die Auskunft aus dem zentralen Gewerberegister bzw. die Feststellung der individuellen Befähigung für ein Gewerbe. Nur noch 28,40 Euro statt bisher 47,30 Euro muss man etwa für die Anmeldung eines Gewerbes oder die Standortverlegung eines Gewerbes zahlen. 

Voraussetzung dafür ist, dass der Antrag mittels Bürgerkarte oder Handy-Signatur eingebracht wird. Während erstere bei rund 125.000 aktiven Nutzern stagniert und vor allem noch bei Notaren oder Rechtsanwälten in Gebrauch ist, weil man dafür ein eigenes Lesegerät benötigt, wird bei letzterer geradezu ein Boom registriert. Derzeit hat die Handy-Signatur rund 580.000 Nutzer und pro Werktag werden im Schnitt rund 1.000 Freischaltungen verzeichnet. Während der Bürostunden an Werktagen wird die Handy-Signatur für etwa 1.000 bis 1.500 Anwendungen pro Stunde österreichweit genutzt. 

Mit der Handy-Signatur kann man sich kostenfrei mittels Mobiltelefon eindeutig ausweisen und Dokumente oder Verträge rechtsgültig elektronisch unterschreiben. Derzeit hat man damit Zugang zu mehr als 200 E-Services in Verwaltung – etwa zum persönlichen Pensionskonto – und Wirtschaft. Die Verbreitung setzt sich neben dem öffentlichen auch immer mehr im privaten Bereich durch – etwa bei Vertragsabschlüssen, im Immobilienbereich oder beim Carsharing.


Bankomatkarte kommt aufs Handy

Nutzer brauchen eigene SIM-Karte, Foto: OTS/PSA










Die Bankomatkarte kommt auf österreichische Android-Handys. Im Vorjahr gab es schon ein entsprechendes Pilotprojekt des Kartenanbieters Maestro (MasterCard), 2016 soll dieses zum Regelbetrieb werden. Interessierte müssen sich eine App herunterladen, die Funktion bei ihrer Bank bestellen und vom Netzbetreiber eine neue SIM-Karte anfordern. 

Die mobile Bankomatkarte wird von A1, T-Mobile und Drei Austria unterstützt, teilte MasterCard mit. Der SIM-Kartentausch ist kostenlos, sagte eine Telekom-Austria-Sprecherin auf APA-Anfrage. Für Apple-Handys gibt es die mobile Bankomatkarte nicht. 

Der Bezahlvorgang funktioniert gleich wie mit einer herkömmlichen Bankomatkarte mit Kontaktlosfunktion. Zum Zahlen muss das Handy in einem Abstand von zwei bis vier Zentimetern an das Lesegerät des Terminals gehalten werden. Die Eingabe einer PIN ist erst ab einem Betrag von 25 Euro nötig.

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