DBT-Newsletter #2/2015

Experte: Auch Österreich braucht IT-Sicherheitsgesetz​​​​​​​​​

Foto: APA/dpa - Das österreichische Internet ist kein Ponyhof“

Das geplante IT-Sicherheitsgesetz in Deutschland zum Schutz strategisch wichtiger Branchen wie Finanzen oder Energie vor Cyber-Angriffen ist trotz mehrfacher Überarbeitung des Regierungsentwurfs noch immer heftig umstritten. In Österreich sei ein solches Gesetz aber nicht einmal geplant, kritisiert der IT-Sicherheitsexperte Markus Robin und warnt vor einem Standortnachteil für Österreich.​​​​​​​​​​​​​

"Eine Kernvorgabe des geplanten IT-Sicherheitsgesetzes in Deutschland ist, dass sicherheitskritische Vorfälle von Unternehmen an zentrale Stellen zu melden sind. Die zweite ist, dass es Mindeststandards gibt, an die sich die Betreiber zu halten haben und die überprüft werden", erklärte Robin, geschäftsführender Gesellschafter von SEC Consult, im Gespräch mit der APA. "Es ist dann nicht mehr wahlfrei, ob man gewisse Mindeststandards erfüllt, oder nicht."​​​​​​​​​​​​​

In Deutschland hat die IT-Branche positiv auf den Mitte Dezember von der Regierung vorgelegten Gesetzesentwurf reagiert. "Die deutschen Kollegen sagen, es ist notwendig, das zu tun, um gesamtstaatlich stabiler zu sein", sagte Robin. "Es wird einen Standortnachteil geben, wenn es nicht zeitnahe eine adäquate Kopie von diesen Vorgaben auch für österreichische Firmen geben wird."​​​​​​​​​​​​​

"Das österreichische Internet ist kein Ponyhof, es ist nicht von anderen EU-Ländern abgeschottet", sagte Robin. "Es gibt Kostenschätzungen, wonach etwa ein Stromausfall alleine in Wien für eine gewisse Anzahl von Stunden bis zu 500 oder 600 Mio. Euro kosten würde." Einen solchen Ausfall zu verursachen wäre vergleichsweise billig, verweist Robin auf ein Bedrohungsszenario des Abwehramtes (einer der beiden Nachrichtendienste des österreichischen Bundesheeres, Anm.), wonach "mit Hacker-Angriffen, mit der einen oder anderen Sabotageaktion und mit dem Einsatz von etwa 10 Mio. Euro im Wesentlichen Österreich abschaltbar ist".​​​​​​​​​​​​​

"Die Bedrohungslage steigt"​​​​​​​​​​​​​

Man würde in Österreich etwa 100 Mio. Euro brauchen, um einen Analyse durchzuführen und die ersten Maßnahmen zur Absicherung der grundlegenden Infrastruktur zu setzen, schätzt Robin. Und durch Zuwarten werde es nicht besser, "die Bedrohungslage steigt".​​​​​​​​​​​​​

Gegen das in Deutschland geplante Gesetz, das der IT-Sicherheitsbranche lukrative Aufträge bescheren würde, gibt es aber auch massive Bedenken. Die Unternehmen, die die neue Vorgaben umsetzen sollen – etwa Energie- und Wasserversorger, Telekom-Betreiber, Banken und Versicherungen, Krankenhäuser – befürchten hohen bürokratischen und damit auch zusätzlichen finanziellen Aufwand. Der Branchenverband Bitkom und der Industrieverband BDI schätzen die zusätzlichen Ausgaben auf bis zu 1,1 Mrd. Euro.​​​​​​​​​​​​​

Auch machen sich die Unternehmen Sorgen wegen möglicher Rufschädigung, wenn sie verpflichtet werden, schwerwiegende Sicherheitsvorfälle publik zu machen. Dieses Bedenken versucht der überarbeitete Gesetzesentwurf auszuräumen, indem er vorsieht, dass betroffene Unternehmen solche Vorfälle anonymisiert an das zuständige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden können – es sei denn, es ist durch einen Angriff tatsächlich zu einem Ausfall gekommen.​​​​​​​​​​​​​

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Ganz Wien soll bis 2020 ultraschnell surfen​​​​​​​​​​

Foto: APA/dpa - Flächendeckend 100 Mbit pro Sekunde geplant

Bis 2020 soll Wien flächendeckend ultraschnell – also mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit pro Sekunde – surfen können: Denn bis dahin will die Stadt alle Haushalte mit Hochleistungs-Breitbandzugängen ausstatten, wie Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner vor Journalisten erklärte. Finanzieren sollen das EU-Förderungen sowie die Breitbandmilliarde des Bundes.​​​​​​​​​​​​​

Derzeit werde der Ist-Stand der Breitbandabdeckung erhoben, man könne aber von einer "soliden Basis" ausgehen, meinte Brauner. Denn schon jetzt hätten 96 Prozent der Haushalte die Möglichkeit mit 16 bis 25 Mbit/s zu surfen. Mittels der erhobenen Netzdaten wird eine Breitbandstrategie entwickelt, schon 2018 sollen die Ballungsgebiete und damit rund 70 Prozent aller Haushalte einen Hochleistungs-Breitbandzugang erhalten. 2020 soll die Versorgung dann flächendeckend sein. Allerdings: Wie schnell ein Nutzer im Mobilfunk surfen kann, hängt sehr stark von der Anzahl der sich im Netz befindlichen Personen ab.​​​​​​​​​​​​​

Für den Ausbau soll nicht nur der Fördertopf der Europäischen Union, sondern auch die Breitbandmilliarde des Bundes angezapft werden: "Ich hoffe, dass Wiens Rolle als Metropole hier Berücksichtigung finden wird. Und nicht jene bestraft werden, die ihre Hausübungen schon erledigt haben", so Brauner. Von Seiten der Politik hatte es bisher geheißen, dass die Breitbandmilliarde Gebieten zugute kommen soll, die nicht wirtschaftlich ausgebaut werden können, wie etwa die nördlichen Grenzgebiete in Niederösterreich.​​​​​​​​​​​​​

Aber auch abseits von Leitungen feilt Wien an seiner IKT-Strategie: Beispielsweise sollen E-Government-Services, also etwa die Hundeanmeldung oder der Parkpickerl-Antrag online, ausgebaut werden. Schon jetzt werden diese häufig genutzt: So fanden etwa im ersten Halbjahr 2014 rund zwei Drittel aller Hundeanmeldungen im Netz statt, 48 Prozent meldeten sich online für eine Gemeindewohnung an. In Zukunft will man nicht nur verstärkt auf Apps setzen, sondern die Online-Behördenwege auch – beispielsweise durch personalisierte Vorschläge – einfacher machen.​​​​​​​​​​​​​

Open Data wird forciert​​​​​​​​​​​​​

Zudem soll auch das Open Data-Projekt vorangetrieben werden: Derzeit stehen 249 Datenkataloge von den beliebtesten Wiener Babynamen bis zu den Standorten aller Mistplätze zur Verfügung. 158 Anwendungen – etwa der "Baby Benamser" – wurden daraus entwickelt. Derzeit arbeite man etwa an der On-Demand-Verfügbarkeit der Übertragungen von Gemeinderat und Landtag sowie beschlagworteten und daher durchsuchbaren Protokollen.​​​​​​​​​​​​​

Auch die "Digitale Agenda Wien", die die künftige IKT-Strategie der Stadt entwickeln soll, geht in die nächste Runde: Nachdem rund 400 Teilnehmer online ihre Ideen eingebracht haben, werden Arbeitsgruppen debattieren und ihre Ergebnisse dann erneut online zur Diskussion stellen. Schwerpunkte sind etwa Sicherheit, das Online-Serviceangebot der Stadt, Infrastruktur sowie Bildung und Forschung – beispielsweise die Förderung von digitaler Kompetenz, wie Ulrike Huemer, Leiterin der Gruppe Prozessmanagement und IKT-Strategie der Stadt Wien, erklärte.​​​​​​​​​​​​​

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Betriebe klagen über IT-Fachkräftemangel​​​​​​​​​​​​​

Foto: APA/dpa - 15 Prozent sehen wenig Unterstützung vom Top-Management

Das Beratungsunternehmen Capgemini hat bei IT-Leitern nachgefragt, welche Bereiche ihnen bei der Digitalisierung die meisten Probleme bereiten: 56 Prozent beklagten den Mangel an IT-Fachkräften, 46 Prozent die fehlende übergreifende Planung und 36 Prozent ein mangelndes Budget. Immerhin 15 Prozent fühlen sich vom Top-Management zu wenig unterstützt.​​​​​​​​​​

Als Ziel für 2015 nannten die befragten IT-Leiter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die Effizienzsteigerung (56 Prozent), gefolgt von der Kostensenkung (36 Prozent). Die ersten Plätze auf der Liste der Top-Technologien des heurigen Jahres belegen Data Quality und Master Data Management, Mobile Device Management, Enterprise Collaboration, Application Lifecycle- und Application Portfolio Management, so Capgemini in einer Aussendung.​​​​​​​​​​​​​

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IT-Branche gibt sich vor CeBIT zuversichtlich​​​​​​​​​​​​​

Foto: APA/EPA - Messe beleuchtet die digitale Wertschöpfungskette

Wenige Wochen vor dem Start der Computermesse CeBIT (16.-20. März) gibt sich die Branche optimistisch. "So gut wie im letzten Halbjahr ging es der Branche schon lange nicht mehr", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf in Hannover. Wachstumstreiber seien Services und Software, so der Chef des deutschen IT-Branchenverbands.​​​​​​​​​​​​​

Mehr als 600 Firmen aus dem diesjährigen Partnerland China werden auf 13.000 Quadratmetern auf der Leistungsschau für IT und Digitalisierung ihre Neuheiten ausstellen – ein neuer Rekord, wie Chinas Botschafter Mingde Shi betonte. Die bilateralen Beziehungen seien so gut wie nie zuvor. "Wir stehen für Innovationen – nicht nur "made in China", sondern auch "created in China"." Die Digitalisierung verändere auf beispiellose Weise die Art, wie die Menschen leben und arbeiten.​​​​​​​​​​​​​

"China wird das wichtigste und stärkste Partnerland aller Zeiten sein", sagte der für die CeBIT zuständige Vorstand der Deutschen Messe AG, Oliver Frese. Zur Eröffnung wird neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch der Gründer des chinesischen Internet-Konzerns Alibaba, Jack Ma, erwartet. China ist einer der weltweit am stärksten wachsenden Märkte im Bereich Informationstechnik und Telekommunikation.​​​​​​​​​​​​​

Heimat des Internets der Dinge​​​​​​​​​​​​​

Diesjähriges Messemotto ist das Kunstwort "d!conomy"; es soll als übergeordnetes Thema andeuten, wie stark sich digitale Trend-Technologien wie Social Media, Cloud Computing oder Datensicherheit miteinander verzahnen. "Die CeBIT wird zur Heimat des Internets der Dinge werden", sagte Frese mit Blick auf den rasanten Einzug der IT in alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Durchdringung soll im Zentrum der CeBIT stehen. "Jeder, der in einem Unternehmen Verantwortung trägt, muss die Chancen und grundlegenden Veränderungen des Internets der Dinge verstehen, weil es alle Branchen betrifft."​​​​​​​​​​​​​

Mit der im Vorjahr eingeleiteten Neuausrichtung der CeBIT als Business-Messe hätten die Veranstalter den Nerv der Branche getroffen, sagte Frese. In diesem Jahr werde die CeBIT wieder wachsen, sowohl was die Fläche als auch die Zahl der Aussteller angehe. Das Einzigartige an der CeBIT sei, dass sie die gesamte Bandbreite der Digitalisierung sichtbar mache und nicht wie andere Messen Produkte in den Vordergrund stelle. "Nur die CeBIT kann heute einen ganzheitlichen Überblick über die digitale Wertschöpfungskette ermöglichen."​​​​​​​​​​​​​

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SERVICE: ​​​​

etailment WIEN & Google Analytics Konferenz 2015: Drei Tage geballtes Wissen und Trends in E-Commerce und Analytics​​​​​​​​​

etailment WIEN und Google Analytics Konferenz

Vom 23. bis 25. Februar 2015 findet erstmalig die etailment WIEN, eine neue E-Commerce-Fachveranstaltung, gemeinsam mit der vierten Google Analytics Konferenz in Wien statt. Im Rahmen von Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops erwarten die Teilnehmer Ideen für ihren Geschäftserfolg. Durch die Zusammenlegung der beiden Konferenzen haben die Besucher die einmalige Möglichkeit, mit einem Ticket von zwei Kongressen zu profitieren.​​​​​​​​​

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SERVICE: ​​​​

E-Day der WKÖ am 5. März: „Mehr Spielraum für Unternehmen“​​​​​

Foto: WKO - E-Day Logo

Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen steht der aktuelle Trend „Gamification“, z.B. E-Learning mit Fun, Simulationen in der Wirtschaft, IT-Sicherheit als ‚Spiel’, Open Data – Spielen mit Daten u.v.m.  Ergänzt wird das Programm durch eine Fachausstellung sowie Workshops der E-Day-Partner und die Abendgala zum Staatspreis Multimedia und e-Business. Kostenlose Anmeldung, Programmübersicht sowie Livestream am 5. März 2015 auf www.eday.at​​​​

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