Themen, die die (IT-)Welt bewegen

Stefan Thaler (APA-MultiMedia)

Manche Themen sind gekommen, um zu bleiben. Zumindest mittelfristig. Und das ist in der schnelllebigen IT-Welt ohnehin schon viel. Andere wiederum bekommen immens viel Öffentlichkeit, verschwinden aber ebenso rasch wieder in der Bedeutungslosigkeit, man denke an „Green IT“ oder „Second Life“. Die Frage ist: Wie erkennt man, was rockt und was floppt? 

Nach 14 Jahren APA-E-Business-Community (EBC), rund 170 Podiumsdiskussion und mindestens ebenso vielen Themen und Prognosen scheint klar: Die Einschätzung, ob eine Neuerung sich langfristig durchsetzt oder sogar disruptiv wirkt, ist extrem schwierig. Ein kleiner Blick ins EBC-Archiv zeigt aber, dass – mit wenigen Ausnahmen – die großen Trends erkannt wurden. Prognosen, bis wann sich eine Innovation durchsetzt, gingen da schon häufiger daneben. 

„Neue Einfachheit“ ist gefragt

Getrübt war die Glaskugel beispielsweise beim Trend zur Mietsoftware, dem schon 2007 ein kurzfristiges „Abheben“ vorhergesagt wurde oder bei der digitalen Signatur, die nach dem Start im Jahr 2004 erst jetzt als Handylösung wirklich nachgefragt wird. Ins Schwarze trafen die Experten hingegen als sie prognostizierten, dass „die Generation Touch die Geduld mit komplizierten Produkten verliert“.  

Manche Prognosen gewinnen auch erst durch neuere Trends wieder an Brisanz. So sagte der damalige AMS-Vorstand Herbert Böhm im Jahr 2003 vorher, dass die technologischen Entwicklungen die Arbeitswelt umkrempeln würden: "Überall dort, wo der Mensch nicht wertschöpfungsfähiger als die Maschine ist, wird er durch sie ersetzt werden. Da helfen keine sozialromantischen Gefühle." Heute ist das etwa beim Thema Industrie 4.0 ein heißer Diskussionspunkt.  

ELGA regt seit fast zehn Jahren auf

Das Thema „Elektronische Gesundheitsakte“ (ELGA) hingegen sorgte schon 2007 (!) für hitzige Debatten. Damals bezifferte die Ärztekammer die Einführungskosten mit 30 Mrd. Euro und sprach vom "Eurofighter des Gesundheitswesens"… Kein Thema bei der EBC waren in all den Jahren andere sehr verbreitete digitale Luftblasen: Das Zeitalter der Avatare ist bis heute nicht angebrochen, Küchen kommen bisher ohne den intelligenten Kühlschrank aus und über das papierlose Büro haben sich schon viele amüsiert.

Derzeit zeigen sich viele Experten überzeugt davon, dass Themen wie das Internet der Dinge, Big Data oder Wearables unser Berufs- und Privatleben massiv verändern werden. Bei den kurz- bis mittelfristigen Auswirkungen gehen die Meinungen aber schon wieder auseinander. Wird IBMs Supercomputer „Watson“ unseren Ärzten schon bald geniale Therapievorschläge machen? Liefert Amazon unsere Bestellungen künftig wirklich innerhalb von ein bis zwei Minuten per Drohne? Was ist Ihre Einschätzung?

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