Supertanker auf der Suche

Werner Wutscher, Geschäftsführer New Venture Scouting

Im Handel zerbrechen traditionelle Geschäftsmodelle. Ganzheitliche Innovation ist die Antwort.

Wir leben in einer Zeit des fundamentalen Wandels: Immer wenn sich die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren radikal ändert, verändern sich die gesellschaftlichen Strukturen: Vor der Erfindung des Buchdrucks war das Buch einer kleinen Elite vorbehalten, schwer herstellbar und kaum zugänglich in Klöstern verwahrt. Mit den ersten Büchern wurde Wissen einer breiteren Schicht zugänglich und schneller verbreitet als je zuvor. In der Folge wurde in Europa das Mittelalter durch die Renaissance abgelöst.

Aktuell ändert sich mit der Digitalisierung die Art wie wir miteinander kommunizieren. Welche Folgen das haben wird wissen wir noch nicht und können es nicht einmal seriös abschätzen. Wir können nur versuchen aufmerksam zu bleiben und vorwärts gewandt zu denken.

Im Handel haben sich die Auswirkungen der Digitalisierung bereits bemerkbar gemacht: Der Online Handel mischt die Branche auf und die technischen Möglichkeiten der Datensammlung und -verwertung geben Händlern ganz neue Informationen über ihre KundInnen. Auch der stationäre Handel wird sich in den nächsten Jahren massiv verändern und auf die Bedürfnisse der KundInnen eingehen (müssen).

Die Herausforderung liegt darin, dass sich diese Umbrüche auf sämtliche Unternehmensprozesse beziehen. Neue Lösungen müssen also ganzheitlich gedacht werden und dürfen sich nicht auf kosmetische Veränderungen beschränken.

Was können Händler also tun, um für die Umbrüche im Handel gewappnet zu sein und sich von der Welle an Innovation nicht überschwemmen zu lassen, sondern obenauf zu schwimmen?

Innovation und Offenheit für Neues sind die Instrumente, die es ermöglichen, Veränderungen mitzugestalten, anstatt davon eingeholt zu werden. Intelligente Partnerschaften und neue Formen von Kooperationen denken Innovation neu. Der Blick sollte sich dabei vor allem auf Startups richten. Sie sind die Labors der Zukunft und innovativer als etablierte Unternehmen. Letztere müssen sich also vor allem die Frage stellen: was kann ich von Startups lernen?

Bevor allerdings vorschnell Kooperationen eingegangen werden, müssen sich Händler ihrer Stärken bewusst werden (z.B. Beratung, Qualität, Präsenz etc.) und maßgeschneiderte Lösungen finden. „One size fits all“ funktioniert nicht, vor allem lässt es keine Differenzierung zu. Diese Hausaufgaben kann aber niemand Händlern abnehmen – da gibt es für jeden Einzelnen einiges zu tun!

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