„Social Collaboration“ – gekommen um zu bleiben?

von: Harald Gerl, IBM Österreich

Ist Social Collaboration ein Hype? Laut Wikipedia ist ein Hype (englisch von hyperbole) "besonders spektakuläre, mitreißende Werbung“. Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es Produkte und Services, die keiner brauchte, bevor nicht einige smarte Marketing-Strategen diesen Kundenwunsch weckten. Ums Jahr 2010 hechelte das Marketing in einer verzweifelten Odyssee den Kundenanforderungen hinterher. Kreative, meist vorerst kleine Firmen erzeugen heute aber Produkte und Services, welche eine KUNDENIDEE UMSETZEN oder ein entstandenes Verhalten der Kunden optimiert oder mit zusätzlichem Nutzen anreichert. Über den wirtschaftlichen Nutzen eines „Selfies“ kann man diskutieren – über den KUNDENWUNSCH danach nicht mehr! 

Große, träge Firmen stehen diesem „sozialen Gewusel“ meist skeptisch gegenüber, hoffen, dass es nur ein „Hype“ ist oder versuchen, ihre 40 Jahre alte Firmenkulturen Menschen aufzudrängen, welche mindestens 10 Jahre jünger als diese Firmenregeln sind. 

Aber Social Collaboration innerhalb und außerhalb von Unternehmen existiert:

  1. Menschen sind vernetzt und tauschen sich über Alters-, Orts- und Sozial-Grenzen hinweg aus. 
  2. Die Kosten für ein Produkt oder Online-Service sind heute so gering (oder Null wenn man mit der eigenen Daten bezahlt), dass sich die besten/nutzvollsten durchsetzen. Was nicht funktioniert wird gelöscht und etwas Neues ausprobiert. 
  3. Es existieren de facto Standards, welche den Aufwand der Integration verschiedener Produkte gegen Null bringt.

Social Collaboration ist daher kein Hype, sondern schlichtweg eine Tatsache – die Augen davor zu verschließen wäre fahrlässig. Auch wenn man seinen Mitarbeitern keine Plattformen zum Austausch und keine sicheren Tools zur Verfügung stellt, kommunizieren Menschen heute sozial – und sei es via privater Fileshares neben den gemanagten offiziellen Systemen der Firma. 

Außerdem ist Social Collaboration (wieder einmal) kein Werkzeug (Software, Hardware) sondern ein Konzept, in dessen Zentrum Ideen stehen, die eine grundlegende Änderung vieler Firmen bedeuten – und daher von einem widerstands-überwindenden Change-Prozess begleitet werden sollten:

  1. Die Person die ein Dokument erstellt, verändert oder verwendet ist wichtiger als das Dokument. 
  2. Wissen WEITERGEBEN ist MACHT! 
  3. Formale Hierarchien sind wichtig (für Banken, Finanzamt und Gerichte), informelle Strukturen (Netzwerke)  bringen Firmen weiter und ermöglichen Innovation und Kreativität.

Also, lehnen Sie sich ruhig zurück, denn auch Ihre Firma wird diese Social-Dings-Sache überstehen – oder auch nicht! Und wenn nicht: es wird so schnell gehen, dass es fast gar nicht weh tut!

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