Rückschau

Digital Business Trends: "Smart Home/Active Assisted Living – Wie Technik den Alltag erleichtert" am 28.01.2016

Experten sehen noch Stolpersteine auf dem Weg zum „Smart Home“

In Wohnumgebung integrierte Assistenzsysteme führen derzeit Nischendasein – Sicherheit und Datenschutz verbesserungswürdig, Standards fehlen

Bis uns Roboter im Haushalt effizient zur Hand gehen, wird es noch rund zehn Jahre dauern. Andere intelligente Anwendungen – Stichwort „Smart Home“ – könnten uns hingegen schon bald den Alltag erleichtern. Zuvor müssen aber noch einige Hürden genommen werden. Nachholbedarf gibt es beispielsweise beim Thema Sicherheit, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der Plattform „Digital Business Trends“ (DBT) gestern, Donnerstagabend, in Wien. 

„Bei Robotern hoffen wir auf einen Kick. Nachgefragt werden derzeit vor allem Staubsauger- und Rasenmäherroboter sowie Pool-Reiniger, alles anderes ist Zukunftsmusik“, so Markus Vincze von der Technischen Universität (TU) Wien. Bei Umfragen habe sich herauskristallisiert, was Anwender von Robotern erwarten: „Sie sollen reinigen – die Küche, das Bad oder die Toilette. Aber das kann noch keiner“, sagte Vincze. Er schätzt, dass Roboter in rund zehn Jahren eine echte Hilfe im Haushalt sein werden und viele Aufgaben erledigen. Schon in fünf Jahren könnte ein Roboterarm gewisse Tätigkeiten übernehmen „und neben mir her arbeiten“. 

„Roboter muss billiger sein als ein Auto“

Ältere Personen würden sich von Robotern wünschen, dass sie etwas vom Boden aufheben können und den Transport von Dingen. „Man kann viel sicherer gehen, wenn man nichts balancieren muss“, erklärte der Experte. An der Akzeptanz werde es jedenfalls nicht scheitern: „Viele ältere Leute hätten diese Unterstützung gerne. Zwar gibt es eine Hemmschwelle, etwas falsch zu machen, aber das Interesse an Neuem ist da.“ Die Kosten der künftigen Haushalts-Helfer lassen sich nur schwer einschätzen: „Der Roboter muss billiger sein als ein Auto, vielleicht kostet er auch nur die Hälfte. Das hängt von den Funktionen ab.“ 

Was den Trend zum Internet der Dinge – also zum vernetzten Haushalt – betrifft, sieht er vor allem einen Schub durch Smart Meter, „bedingt vor allem durch die möglichen Einsparungen und die flächendeckende Einführung – mit allen Problemen, die es da gibt“. Aus Stromverbrauchsmustern sei viel ablesbar, betonte auch Benjamin Aigner von der Fachhochschule (FH) Technikum Wien die Bedeutung des Themas Datenschutz und Sicherheit. 

Zahlreiche Sicherheitslücken

„Ein großer Teil der derzeitigen Installationen in der Wohnumgebung ist angreifbar. Da kann man beliebig das Licht einschalten, die Jalousien rauffahren oder die Alarmanlage ausschalten. Auch wurden so schon Kirchenglocken geläutet oder die Garagentore der Feuerwehr geöffnet“, sagte Aigner. Er ist überzeugt, dass der Fernseher eines der Zentren wird, was die Steuerung des Haushalts betrifft. „Da gibt es bereits Sprach- und Gestenerkennung, was viele Funktionen ermöglicht. Wie stark das akzeptiert und genutzt wird, ist aber noch offen“, so der Experte. 

Auch stellte er in Frage, ob das manuelle Einschalten der Heizung über eine App schon smart sei. „Ich würde mir wünschen, dass die Wohnung automatisch auf Wohlfühltemperatur geheizt wird, wenn ich mich auf den Weg nach Hause mache – das also positionsgesteuert funktioniert“, erklärte Aigner. Vincze wiederum hätte gerne einen Regenschirm, „der signalisiert, dass es regnen wird und man ihn besser mitnehmen sollte, wenn man aus dem Haus geht“. 

Insellösungen als Stolperstein

Es gebe am Markt zwar etablierte Technologien, es seien aber dennoch großteils Insellösungen, die nicht miteinander kommunizieren, verwies Aigner auf einen weiteren Stolperstein. Die großen Schrittmacher der Entwicklung sind daher Sicherheit und Zusammenarbeit der Systeme sowie die Nutzerfreundlichkeit. Auf Fortschritte in diesem Bereich verwies Veronika David von der FH Technikum Wien. Aber auch eine kompetente Beratung durch die Händler, ein Gütesiegel und objektive Produktinformationen würden Wirkung zeigen, so Aigner. Zu klären seien noch Haftungsfragen, etwa wenn ein Sturzmelder versagt. 

Dieses Problem sei auch bei autonom fahrenden Autos noch nicht gelöst, daher gebe es derzeit nur Assistenzlösungen, betonte Vincze. „Die Frage ist, wie würde man sich entscheiden, wenn die Industrie garantiert, dass sich die Zahl der Verkehrstoten durch autonom fahrende Autos halbiert?“


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DBT - APA-Fotoservice/Roßboth

Im Bild v.l.n.r.: Veronika David (FH Technikum Wien), Markus Vincze (TU Wien), Benjamin Aigner (FH Technikum Wien) und Marcus Hebein (Moderator, APA – Austria Presse Agentur)

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7502


29.01.2016, 13:29
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