Rückschau DBT

DBT: "Echt überzeugend! Wie man mit Technologie das Konsumentenverhalten beeinflusst" 24.11.2016

Experten: Wie digitale „Schubser“ unser Verhalten verändern

„Persuasive Technologien“ im Aufwind – Podiumsdiskussion beleuchtete neue Einsatzgebiete – Verantwortungsvoller Umgang mit Daten notwendig

Aufmerksamkeit erzeugen, die Einstellung beeinflussen und vielleicht sogar das Verhalten nachhaltig ändern – das ermöglichen „persuasive Technologien“. Wichtig ist dabei der verantwortungsvolle Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen und Daten, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Plattform „Digital Business Trends“ in Wien.

„Es geht darum, Menschen in einer bestimmten Situation, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem anderen Verhalten zu leiten. Und das ohne Zwang, vielleicht sogar, ohne dass man es merkt“, sagte Manfred Tscheligi  vom Austrian Institute of Technology (AIT). Beispiele dafür gebe es bereits zuhauf: Ärzte, die Raucher zum Aufhören motivieren wollen; Wearables, die einen dazu bringen, den Extra-Kilometer zu laufen oder der Einsatz von Gamification, um Mitarbeiter spielerisch „anzustupsen“.

Auch die grüne Anzeige im Auto, die dem Fahrer einen ökonomischen Fahrstil attestiert, wirkt persuasiv. Und Pokemon Go hat eindeutig zu mehr Bewegung animiert. Künftig könnte der Energieverbrauch visualisiert werden und somit zur Sparsamkeit anregen. Umgebungstechnologien – etwa Sensoren – würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Bausteine seien vorhanden, jetzt gehe es darum, alles zusammenzuführen, so Tscheligi. Persuasion könne aber auch in die falsche Richtung gehen – Stichwort Propaganda.

Filterblasen vermeiden

Ein interessantes Einsatzgebiet für persuasive Technologien ist digitales Marketing. Semantische Systeme würden erkennen, welche Online-Nachrichten den Nutzer interessieren und entsprechende Inhalte vorschlagen, so Jürgen Schmidt von der STRG.AT GmbH. Die Herausforderung sei, sich dabei nicht im Kreis zu drehen. „Man muss eine bestimmte Breite an Informationen erreichen, um Filterblasen zu vermeiden“, erklärte der Experte. Das funktioniere auch, solange die veröffentlichte Meinung sich nicht danach richte, was am ehesten angeklickt wird, sondern nach der Bedeutung des Themas.

Maßgeschneiderte Angebote würden viele Vorteile für die Konsumenten bieten, betonte Rudolf Mayrhofer-Grünbühel von Samsung Electronics Austria. So könnten digitale Plakate anhand von biometrischen Daten erkennen, ob es sich beim Betrachter um eine Frau oder einen Mann handelt und das Alter einschätzen. „Zusätzliche Merkmale grenzen die Kaufkraft ein und fertig ist die zielgerichtete Ansprache“, sagte Mayrhofer-Grünbühel. Wichtig sei ein achtsamer Umgang und eine bewusste Nutzung von Technologie, verwies er auf das Thema Datenschutz.

Kognitive Unterstützung

Ein wesentliches Merkmal von persuasiven Technologien bestehe darin, den Menschen zu unterstützen und ihm zu helfen, seine selbstgesteckten Ziele ohne Zwang zu erreichen. Das habe durchaus gesellschaftliche Relevanz wie Beispiele aus dem Gesundheitsbereich zeigen würden, erläuterte Franz Dornig von IBM Österreich. Digitale Fitness-Begleiter, telemedizinische Lösungen und Sensoren könnten Informationen liefern, die von kognitiven Systemen wie „Watson“ in wertvolle Erkenntnisse für die individuelle medizinische Versorgung verwandelt werden. „Watson versteht natürliche Sprache, kann lesen und beispielsweise Ärzten Zusammenfassungen liefern“, strich Dornig hervor.

Die Basis-Technologien – Mobile, Social, Big Data und Cloud – seien jedenfalls reif, gab sich auch Christoph Hammer von der NAVAX Unternehmensgruppe überzeugt. Als Beispiel, wie persuasive Technologien im Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden könnten, nannte er Gamification. Um die Akzeptanz und Nutzung von CRM-Systemen zu erhöhen, sei es möglich, Punkte für die Pflege von Kundendaten zu sammeln, kombiniert mit der Möglichkeit, die Resultate in Echtzeit über Kanäle wie Web, Mobile oder TV-Bildschirme sichtbar zu machen. Das führe zu besseren Ergebnissen im Vertrieb, „und auch der Spaßfaktor kommt dabei nicht zu kurz“, so Hammer.  


Die DBT-Partnerunternehmen sind:


Premium Partner:
ING-DiBa www.ing-diba.at
NAVAX Unternehmensgruppe www.navax.com

Wissenschaftlicher Partner:
Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.ac.at

Classic Partner:
A1 Telekom Austria AG www.a1.net
CMS Reich-Rohrwig Hainz www.cms-rrh.com
Deloitte Services Wirtschaftsprüfungs GmbH www.deloitte.at
Dimension Data Austria GmbH www.dimensiondata.com
Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG www.sparkasse.at/erstebank
Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) www.feei.at
GroupM www.groupm.com
IBM Österreich www.ibm.com/at/de
Samsung Electronics Austria GmbH www.samsung.com
STRG.AT www.strg.at
Werbeplanung.at Verlags GmbH www.werbeplanung.at
Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at  


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DBT - APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz

Im Bild v.l.n.r.: Manfred Tscheligi (AIT & Universität Salzburg), Christoph Hammer (NAVAX Unternehmensgruppe), Thomas Stern (Moderator, Braintrust), Jürgen Schmidt (STRG.AT), Rudolf Mayrhofer-Grünbühel (Samsung Electronics) und Franz Dornig (IBM Österreich), Foto: APA

Weitere Bilder unter: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/8502/

25.11.2016, 12:50
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