Rückschau

Digital Business Trends: "Wearable Technology – Die Vermessung des Chris Dancy" am 07.05.2015

„Cyborg“ Chris Dancy: Vernetzung macht Internet unsichtbar

Körper werden zur Benutzerschnittstelle, Identitäten künftig austauschbar – Schon 2020 „kann man ausprobieren, wie es sich anfühlt, jemand anderer zu sein“

Das „sichtbare Internet“ könnte es schon bald nicht mehr geben. „Es verschwindet. Unsere Körper werden zur digitalen Schnittstelle. Wir sind das Internet, unsere Freunde Webseiten und unsere Familienmitglieder Apps“, erklärte der US-Amerikaner Chris Dancy, der praktisch rund um die Uhr über Sensoren und digitale Geräte „online“ ist, bei einem VIP-Event der Plattform „Digital Business Trends“ (DBT) gestern, Donnerstag, in Wien. 

„Wir verhalten uns wie Roboter und sind in Systemen wie dem Handy oder Tablet-PCs gefangen. Daher müssen sich die Arbeitsweise und die Nutzung der Geräte verändern“, so der als „most connected human on earth“ geltende Experte: „Wir leben in einer total vernetzten Gesellschaft und einem Zeitalter, in dem kein Platz mehr für zusätzliche Aufmerksamkeit ist – sonst fällt man auseinander. Unser Gehirn braucht auch Zeit zum Relaxen.“ 

Das Internet in seiner heutigen Form müsse deshalb verschwinden. „Unsere Körper werden zur Benutzerschnittstelle, nichts anderes als ein großes Mousepad“, sagte der selbst ernannte "Cyborg", der Bildschirme für dumm hält: „In zehn Jahren werden uns Kinder fragen, ob wir tatsächlich die ganze Zeit auf Screens geschaut haben.“ Seine Prognose klingt drastisch: „Im Jahr 2019 werden wir Gewohnheiten herunterladen können, die uns beispielsweise dabei helfen, ein Läufer zu werden. Bis 2020 kann man Identitäten transferieren und so ausprobieren, wie es sich anfühlt, jemand anderer zu sein.“ 

Menschen werden zu „physischen sozialen Netzwerken“

Einen Schub für diese Entwicklung dürfte seinen Angaben zufolge die Hightech-Armbanduhr „Apple Watch“ bringen: „Sie ändert alles. Man wird dadurch zu einem physischen sozialen Netzwerk“, erklärte Dancy, tippte auf seine Uhr und schickte einer Freundin, die ebenfalls damit ausgestattet ist, seinen Herzschlag: "Sie kann mich jetzt fühlen." Schon seit dem Jahr 2008 trägt er zahlreiche Sensoren und Gadgets an seinem Körper und zeichnet damit Daten über seine Gesundheit, Essgewohnheiten und Lebensqualität auf. 

„Die Geräte waren nicht so teuer. Viel mehr kostet es, die damit gesammelten Daten in einer bestimmten Form zurückzukaufen. Wir sind wandelndes Geld“, ist Dancy überzeugt. „Information ist die neue Währung. Wir würden alles dafür hergeben, uns eine Stunde am Tag zu sparen. Denn Bequemlichkeit ist der Elefant im digitalen Porzellanladen.“ Um besser abwägen zu können, welche Infos man verkauft, brauche es neue Gesetze, nicht nur neue AGBs. „Daten werden zum Menschenrecht“, ist Dancy überzeugt. 

Apps sorgen für Interesse und bringen Know-how

Für „sehr spannend, wenn auch vermutlich für die allermeisten User sehr extrem“ hält Andrea Hansal von der ING-DiBa Direktbank Austria den Trend zur dauernden Selbstüberwachung. Positiv sei, dass durch diverse Smartphone-Apps das Interesse gesteigert werde, sich mit neuen Aspekten in unterschiedlichen Themenbereichen zu befassen – sei es Gesundheit oder auch Finanzen. „User sollen sich beispielsweise einfach und intuitiv mit ihren Finanzen beschäftigen können und somit wirklich gut darin werden“, so Hansal. 

Was den Umgang mit digitalen Daten betreffe, seien Bewusstsein schaffen und transparente Informationen Pflicht. „Die Anbieter müssen den Nutzern klar machen, was erfragt wird und wofür die Daten verwendet werden. Und die User müssen für sich klar entscheiden, ob sie das wollen“, erklärte Hansal. 

Berufsbilder verändern sich derzeit massiv

„Die Arbeitswelt und damit die Berufsbilder ändern sich derzeit massiv. Vernetztes Denken wird zur Grundvoraussetzung“, brachte Oliver Krizek, Geschäftsführer der NAVAX Unternehmensgruppe, einen weiteren Aspekt ins Spiel. Erst dadurch seien eine intelligente Auswertung der zunehmenden Datenmengen und eine entsprechend effiziente Umsetzung möglich. 

„Gefragt sind auch Kreativität und Gespür. Was macht Sinn beziehungsweise welche Daten haben für mich überhaupt eine Bedeutung?“, so Krizek. Hilfreich dabei seien Berater mit ausgeprägtem analytischem Denken und eine grafische Umsetzung, die die Verständlichkeit erhöht. „Die Tools sind vorhanden, werden teilweise aber noch nicht optimal eingesetzt“, ist der Manager überzeugt.


Die DBT-Partnerunternehmen sind:​​​​​​​​​


PREMIUM:
ING-DiBa www.ing-diba.at
NAVAX Unternehmensgruppe www.navax.com

CLASSIC:
A1 Telekom Austria AG www.a1.net
Austrian Power Grid AG www.apg.at
Brainloop Austria GmbH www.brainloop.com
Dimension Data Austria GmbH www.dimensiondata.com
e-dialog GmbH www.e-dialog.at
Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG www.sparkasse.at/erstebank
IBM Österreich www.ibm.com/at/de
Vereinigung der Österreichischen Industrie (Industriellenvereinigung/IV) http://www.iv-net.at
Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.ac.at
Werbeplanung.at Verlags GmbH www.werbeplanung.at
Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at​​​​​​​

​​​​​

Digital Business Trends auf Social Media-Kanälen:​​​​


Facebook:            www.facebook.com/digitalbusinesstrends
Twitter:                 www.twitter.com/dbt_at
YouTube:              www.youtube.com/DigitalBizTrends​​​​​

​​​​​​​​​

DBT - APA-Fotoservice/Hörmandinger

Im Bild v.l.n.r. Barbara Rauchwarter (APA - Austria Presse Agentur), Thomas Stern (Moderation, Braintrust), Chris Dancy ("the world's most connected human"), Oliver Krizek (NAVAX Unternehmensgruppe), Bettina Wimmer (ING-DiBa) und Alexis Johann (styria digital one).

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6675/

24.08.2015, 14:52
Empfehlen & Verbreiten Facebook Google+ Twitter
Load more


RÜCKSCHAU - ARCHIV​​​​​​​​​​​​​

Finden Sie im Archiv alle Videos und Nachberichte der vergangenen Veranstaltungen.​​​​​​​​​​​​​

​​​​​​​​​​​​​Finden Sie im Archiv alle Fotos der vergangenen Veranstaltungen.
​​​​​​​​​​​​​