KMUdigital.at

von: Christian Rupp, Wirtschaftskammer Österreich

Der digitale Wandel geht mit einer umfassenden Transformation einher und wird Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt in Zukunft noch stärker und nachhaltig beeinflussen. Die Digitalisierung führt zu grundlegenden Veränderungen der Marktbedingungen: In mehr als jedem zweiten (55 Prozent) Unternehmen ändert sich als Folge der Digitalisierung das Geschäftsmodell.
70 Prozent der Unternehmen sehen die Digitalisierung als große Herausforderung (Damit rangiert der digitale Wandel gleichauf mit dem Fachkräftemangel und deutlich vor anderen internen und externen Herausforderungen wie einem scharfen Wettbewerb oder schwierigen Finanzierungsbedingungen.) Beim ‚Internet der Dinge‘ (Internet of Things – IoT) rechnen Experten, dass 34 Milliarden Geräte mit dem Internet bis zum Jahr 2020 verbunden sein werden (im Vergleich zu 10 Milliarden im Jahr 2015) und miteinander kommunizieren. Industrie 4.0 wird wie alle industriellen Revolutionen viel verändern und dies führt wiederum dazu, dass zahlreiche Jobs durch Roboter erledigt werden. Gleichzeitig entstehen eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze und Branchen mit neuen Arbeitszeitmodellen.

Enorme wirtschaftlichen Chancen durch die digitale Transformation: Alleine für den österreichischen Industriebereich rechnet PWC bis 2020 mit einem Mehrumsatz von 15 Milliarden Euro durch die Umsetzung von Industrie-4.0-Lösungen. Digitalisierte Produkte und Zusatzleistungen, die über das traditionelle Produktverständnis hinausgehen, spielen ebenso eine Rolle wie die Schaffung ganz neuer Kooperationen und Kundennetze. Die Industrieunternehmen planen Investitionen von mehr als 4 Milliarden Euro pro Jahr für Industrie-4.O-Projekte, weil sie diese Chancen erkannt haben.

Aber auch für Klein- und Mittelbetriebe wird Digitalisierung immer wichtiger:
Steigende Nachfrage nach regionalen Produkten in einer globalisierten Wirtschaft - global oder regional bietet Chancen für KMUs. Regionale Produkte werden zunehmend über Online-Shops vertrieben - Grad der Digitalisierung ist entscheidender Faktor für KMU.

Die Breitbandmilliarde muss rasch mobilisiert werden sowie regulatorische Hindernisse zum Breitbandausbau abgebaut werden. In benachteiligten Regionen müssen technologieneutrale Fördermodelle angewandt werden, um Investitionsanreize für private Infrastrukturunternehmen zu schaffen und einen fairen Wettbewerb zwischen breitbandfähigen Infrastrukturen zu gewährleisten. Im Arbeitsprogramm der Österreichischen Bundesregierung 2017/2018 ist es begrüßenswert, dass Österreich in Hinblick auf den neuen Mobilfunkstandard 5G eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen wird. Es ist ein ambitioniertes Ziel, dass 10 GB/s bis 2025 flächendeckend verfügbar sein soll.

Das Know-how der Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Werkzeugen ist entscheidend für die Geschwindigkeit der Transformation hin zur digitalen Wirtschaft. Daher müssen sowohl in Betrieben als auch in allen Stufen der Aus- und Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens verstärkt digitale Kompetenzen gefordert und gefördert werden.

Vier von zehn Unternehmen in Österreich geben an, dass ihre Geschäftsmodelle ohne internetbasierte Technik gar nicht mehr denkbar wären. 9 von 10 Unternehmen un Österreich zeigen sich überzeugt, dass die Bedeutung digitaler Technologien in ihrem Betrieb in den kommenden Jahren steigen wird. In Österreich plant jedes fünfte Unternehmen (78 %) für die nächsten 12 Monate die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben.

Um Österreichs Betriebe – vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen – auf dem digitalen Weg noch besser zu unterstützen, haben wir als Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium die Digitalisierungsoffensive KMUdigital.at ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein Weiterbildungs- und Beratungsprogramm (50% Förderung), das unsere bisherigen Angebote perfekt ergänzt. Dafür werden vom Wirtschaftsministerium in 2017/18 insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
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Kommentare (1)
  1. Profile
    michael fritz - Antworten

    21.05.2017 22:02:04

    Leider siehts eher anders aus

    Prinzipiell alles richtig. Es hat sich ABER ein ganz wesentlicher Fehler eingeschlichen. Zitat: "...Österreich... bei 5G eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen wird" würde vlt stimmen, wenn die TKG Novelle vollumfänglich verabschiedet würde. Sieht jedoch ganz u garnicht danach aus und fehlt der Regierung auch komplett der Plan dafür. Daher "Leider Nein"

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