Globale Skalierung: Technik und Recht

von: Edgar Weippl, TU Wien - Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme

"Das ermöglicht eine rasche internationale Expansion, die globale Skalierung scheitert aber oft an den unterschiedlichen länderspezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen", so Edgar Weippl von der Technischen Universität (TU) Wien.

Gerade Startups profitieren von neuen Entwicklungen wie Cloud Computing: Ist eine Idee gut und die Umsetzung benutzerfreundlich, kann durch soziale Netzwerke die Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer von Software sehr rasch, sehr stark zunehmen. War es früher notwendig ein Rechenzentrum aufzubauen, um die Skalierung von serverbasierten Diensten zu ermöglichen, erlaubt Cloud Computing das Hinzufügen zahlreicher Instanzen in wenigen Minuten. 

Nicht nur die Rechenleistung lässt sich dynamisch an die Nachfrage rasch anpassen, auch die geographische Lage der verwendeten Server kann kontrolliert werden. Alle Public-Cloud-Anbieter erlauben es, den geographischen Standort (z.b. den Kontinent) auszusuchen, bzw. optimieren diesen Aspekt selbständig, um Endanwendern kurze Antwortzeiten bieten zu können. 

So leicht die technische Skalierung ist, so schwierig ist es, die rechtliche Situation an viele nationale Bestimmungen anzupassen. Zahlreiche mobile Dienste und Anwendungen sind nicht auf den Cyberspace beschränkt, sondern haben Verbindungen zur realen physischen Welt: Uber vermittelt Autos, Airbnb Übernachtungsmöglichkeiten, etc.  

Es ist für Jungunternehmer (z.B. Imbissstände) schon ausreichend kompliziert, alle gewerberechtlichen und sonstigen Vorschriften in einem Land (oder sogar Bundesland, z.B. bei Bauordnungen) zu befolgen. Umso komplizierter ist es, wenn ein Startup innerhalb weniger Wochen oder Monate in Ländern in verschiedenen Kontinenten tätig sein möchte. 

Global einheitliche rechtliche Regelungen wird es wohl in nächster Zeit nicht geben, wenn z.B. schon die Bauordnung auf dem südlichen Bisamberg (Wien) eine andere ist als etwas weiter im Norden (NÖ).  

Aber vielleicht gibt es irgendwann Cloud-Anbieter, die nicht nur die technische Globalisierung ermöglichen sondern gleich auch „rechtliche Skalierung“ ermöglichen. 

Für Themen wie IT-Sicherheit/Cybersecurity stehen eine Reihe von Experten am Institute of Software Technology & Interactive Systems an der Fakultät für Informatik an der TU Wien zur Verfügung. Dies gilt auch für das Forschungszentrum SBA-Research.org, das auch maßgeblich von der TU Wien getragen wird. Auch für Spezialthemen, wie Bitcoins oder Überwachung & Überwachungsabwehr (z.B. IMSI-Catcher).

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