Die neue Rolle der CIOs: vom Verwalter zum Gestalter, Gatekeeper und Brückenbauer

von: Peter Stolzlederer, Dimension Data Austria

Die Digitalisierung erfasst – in unterschiedlicher Geschwindigkeit – auch österreichische Unternehmen und mit diesem Wandel verändert sich auch die Rolle des CIOs. Um zu verstehen, welche vielschichtige Rolle der CIOs in Unternehmen künftig spielen kann, ist es  wichtig, eine kurze Bestandsaufnahme durchzuführen, wo Österreich im Moment im Bereich der Digitalisierung steht.

Einen guten Einblick hierzu gibt eine von Dimension Data und CRISP Research durchgeführte Studie (Nov. 2015) zum Thema „Digital Leader“. Diese zeigt auf, dass die gesamte DACH Region im digitalen Bereich noch zu den Nachzüglern gehört. In Österreich stehen 82% der befragten Entscheider noch ganz am Anfang der Digitalisierung und sind als „Digital Beginner“ zu bezeichnen. Diese Gruppe verfügt über mäßige digitale Skills und ist hinsichtlich der digitalen Denkweise noch nicht weit fortgeschritten. Die Gruppe der „Digitalen Visionäre“, die über die notwendigen digitalen Fähigkeiten und Denkweise verfügen, sind bei uns noch eine starke Minderheit (nur 4%).

Doch gerade diese digitalen Visionäre brauchen wir. Mit ihrer digitalen Denkweise und ihren Skills können sie Unternehmen  maßgeblich prägen und erfolgreicher machen. Gerade junge Menschen haben hier – das untermauert auch die Studie von Dimension Data – einen großen Willen und auch das notwendige Potential, sich die notwendigen Skills und die digitale Denkweise anzueignen. Doch das Dilemma liegt auf der Hand: diese jungen Menschen haben zwar den Willen, das eigene Unternehmen digital mitzugestalten, doch oft fehlt es ihnen an der notwendigen Verantwortung, Entscheidungsgewalt und/oder Unterstützung im Unternehmen.

Und genau hier kann das neue Rollenverständnis des CIOs ansetzen. Statt sich nur mit SLA und Serviceeinführungen zu beschäftigen, nimmt der CIO künftig im Unternehmen die aktive Rolle eines „Digitalen Visionärs“ ein und ist darum bestrebt, seine KollegInnen – unabhängig davon, welcher Fachabteilung sie angehören – zu inspirieren und dabei zu unterstützen, fit für die Digitalisierung zu werden.

Der „neue“ CIO  strebt danach, den digitalen Foodprint seines Unternehmens aktiv mitzugestalten und fungiert wenn gefordert, auch als „Gate Keeper“ auf der imaginären Zugbrücke „Digitalisierung“. Hier kommen ihm/ihr die Fähigkeiten und Skills, die ein guter CIO hat, zu Gute.  Er „überwacht“ die Strategien und Technologien, die aus den unterschiedlichsten Fachbereichen entspringen und sorgt dafür, dass dabei wichtige Themen wie Security nicht außer Acht gelassen werden.

D.h. der CIO hält die Zugbrücke für das Geschäft offen und sorgt dafür, dass die Steigerung des Umsatzes möglich ist, gleichzeitig zieht er bei Bedarf – z.B. im Falle eines Securitylacks – die Zugbrücke schnell hoch, um sein Unternehmen und sensible Daten zu schützen. Hier muss er sich auf seinen Instinkt und sein Know-how verlassen, um die Situation und potentielle Gefahren richtig einschätzen zu können.

Der CIO ist im digitalen Unternehmen nicht nur „Gate Keeper“, er fungiert auch als Brückenbauer zwischen den einzelnen Abteilungen bzw. Fachbereichen, zwischen den Digitalen Visionären und Digitalen Beginnern, er sorgt mit seinem Fachwissen und digitalen Gespür dafür, dass die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen werden und dient anderen als Role-Model.

Damit der CIO seine Rolle in diese Richtung wandeln kann, ist es aber notwendig, etwaige Barrieren im Kopf zu durchbrechen und offen für Neues zu sein. Gelingt dies, ist es möglich, die Rolle des CIOs in Unternehmen völlig neu zu definieren und mit „neuem Leben“ zu füllen.

Kommentar hinterlassen

Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden

Den DBT-Blog abonnieren

RSS Feed

Empfehlen & Verbreiten Facebook Google+ Twitter