Decoding Digital Leadership – Erfolgreiche Führung im digitalen Zeitalter 

von: Jan Krims, Deloitte Österreich

Digitale Technologien wie Cloud Computing, Robotics, Artificial Intelligence oder das Internet of Things verändern die Art und Weise, wie wir kommunizieren, interagieren, arbeiten und leben. Die Herausforderung der digitalen Transformation stellt sich früher oder später für alle Unternehmen und für alle Unternehmensbereiche. Bisherige Strategien, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten, Organisationsstrukturen und operative Prozesse werden in Frage gestellt.

Unternehmen, die mit digitalen Technologien groß geworden sind oder sich erfolgreich transformieren, „ticken“ anders. Sie haben eine „digitale DNA“. Diese Unternehmen agieren schneller und agiler als ihr traditionell aufgestellter Mitbewerb. Sie sind in der Lage Daten zu verstehen und zu nutzen. Sie kennen ihre Kunden oft besser, als diese sich selbst. Sie experimentieren ständig, scheitern oft und lernen schnell. Sie arbeiten in vielfältigen Kooperationsformen über Organisations-, Branchen- und Ländergrenzen hinweg.

Damit ändert sich auch der Anspruch an Führungskräfte, die Ihre Organisation durch die digitale Transformation führen wollen. Sie sind gefordert, mit zunehmender Komplexität umzugehen, rasche Entscheidungen zu ermöglichen, sich auf immer neu zusammengesetzte Teams einzulassen und trotz Unsicherheit eine klare Richtung zu entwickeln. Sie müssen kognitiv in der Lage sein, in Systemen und Möglichkeiten zu denken und zu handeln. Sie müssen emotional mit ständiger Veränderung und großen Risiken umgehen können. Sie müssen ihr Verhalten an verschiedenartige Arbeitsweisen und unterschiedlichste Persönlichkeiten anpassen.

Das alles erzeugt bei vielen Führungskräften Angst und Unsicherheit, die ihre Handlungsfähigkeit einschränken und die Anpassungsgeschwindigkeit verringern. Verstärkt wird diese Verunsicherung durch zwei häufige Missverständnisse: Einerseits einen viel zu starken und ausschließlichen Fokus auf die technologischen Aspekte der digitalen Transformation. Andererseits die falsche Annahme, dass all das, was bisher wirksame Führung ausgezeichnet hat, durch die Digitalisierung obsolet wird.

Richtig ist, dass „Digital Leader“ die grundlegenden technologischen Entwicklungen sowie ihre Chancen und Risiken für das jeweilige Geschäft (er)kennen müssen. Die praktischen Erfahrungen und die Studien von Deloitte zeigen aber, dass das Denken in neuen Geschäfts- und Organisationsmodellen, die Veränderungskompetenz sowie die Entwicklung einer agilen Unternehmenskultur noch erfolgskritischer sind.

Richtig ist auch, dass es (zunehmend) einen neuen Kontext für Führung gibt. Das führt unter anderem dazu, dass Aspekte wie Entscheidungsfreude, Anpassungsfähigkeit, Risikotoleranz, emotionale Intelligenz oder Resilienz noch wichtiger werden. Die Digitalisierung macht sie notwendiger denn je. Wirklich neu sind sie aber in vielen Fällen nicht.

Ein solcher differenzierter Blick macht die Herausforderung digitale Transformation nicht kleiner. Sie ermöglicht es aber, sich ihr realistisch und erfolgreich zu stellen. Vor allem macht er den oft ungenutzten Handlungsspielraum und Wettbewerbsvorteil sichtbar, den Unternehmen durch die gezielte Entwicklung ihrer Führungskräfte zu „Digital Leaders“ gewinnen können.

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