Arbeiten 4.0 – Change is pervasive.

von: Jakob Weinknecht, Business & Market Development bei der NAVAX Unternehmensgruppe

Die Digitalisierung unserer Berufswelt zeigt sich in zwei wesentlichen Formen: der Disruption und der Evolution ganzer Branchen und Berufe. Moderne Technologien und die das ganze Leben durchdringende Informationsversorgung und Vernetzung aller möglichen Devices ermöglichen die Weiterentwicklung und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen. Gleichzeitig führt die Digitalisierung zu einer Veränderung ganzer Berufsfelder. Diese betrifft allem voran – auch sehr anspruchsvolle – routinierte Tätigkeiten, wie zum Beispiel Dienstleistungen in der Rechtsberatung oder medizinischen Analytik. 

Durch die Digitalisierung werden in vielen Bereichen heute bestehende Berufsbilder verschwinden oder zumindest einem sehr starken Wandel ausgesetzt werden. Gleichzeitig werden durch die Digitalisierung neue Berufsbilder entstehen und sich Anforderungen an bestehende Berufsbilder massiv verändern. Ein wesentlicher Zuwachs im Angebot für berufliche Tätigkeiten sind vor allem für den MINT* Bereich zu erwarten. Außerdem wird der Bedarf an Mitarbeitern mit ausgeprägten analytischen und konzeptionellen Fähigkeiten stark ansteigen. 

Routinen – auch fachlich und hinsichtlich Wissen sehr anspruchsvolle Tätigkeiten – werden in Zukunft durch Maschinen durchgeführt werden. Der Bedarf an teamfähigen, kreativen und flexiblen Mitarbeitern, welche in der Lage sind, Wissen auf eine Metaebene zu heben und so auf vollkommen andere Fach- und Anwendungsbereiche zu transformieren, wird massiv zunehmen. Gleichzeitig ist zu erkennen, dass unsere Ausbildungssysteme – allem voran jene in Österreich – weder im täglichen Lehrbetrieb noch in der Ausbildung der Lehrenden auf diese Anforderungen ausgerichtet sind. 

Es wäre aber viel zu einfach, unseren Bildungssystemen oder der Politik jede Verantwortung zu übertragen. Diese trifft in mindestens gleichem Maße auch alle Unternehmen und Entscheidungsträger in diesen. Wir leben heute in einer Kultur der erwarteten Perfektion und Fehlerlosigkeit. Diese kann jedoch nur für wiederholte – routinierte – Tätigkeiten erbracht werden. Die Entwicklung neuer und kreativer Lösungen geht immer mit dem Anspruch einher, auch Fehler machen zu dürfen – wie Sir Ken Robinson klar formuliert: „To come up with something original you have to be prepared to be wrong“. 

Mit einer Fehlerkultur geht auch ein anderer Anspruch der Führung von Mitarbeitern einher. Heute zeichnen sich Berufsbilder oft durch eine Definition was gemacht werden muss und wie (mit welcher Qualität) die Leistung erbracht werden soll. Viel zu oft fehlt das sinnstiftende Warum – ein Ziel. In der Führung wird es immer wichtiger werden, die Ziele und das “Warum” klar zu kommunizieren und das “Was” und “Wie” dem Mitarbeiter selbst zu überlassen, da seine Arbeitsinhalte nicht mehr in Routinen bestehen werden. 

Die scheinbare Übermacht von Unternehmen wie Google und Amazon ist erdrückend und der Ruf, diesen durch entsprechende Regulatorien Einhalt zu gebieten, oftmals groß. Im Bereich einer sauberen Abführung von Steuern gibt es hier auch klar Defizite, denen auf gesetzlichem und juristischem Wege begegnet werden muss. Gleichzeitig müssen aber auch die Unternehmen bereit sein, die Herausforderung, mit diesen in den Wettbewerb zu gehen, anzunehmen. Es gibt zahlreiche Beispiele wie einstmals übermächtige Konzerne von der Entwicklung überholt wurden und andere, neue Unternehmen deren Position einnehmen konnten. Den Anspruch, besser sein zu wollen und so als Gewinner hervortreten zu können, muss jedes Unternehmen und jeder Mitarbeiter an sich selbst auch stellen. Eine klare Aufgabe trifft hier die Politik, gute Rahmenbedingung für Risikokapital zu schaffen, um so die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen voranzutreiben, wie auch klarere Schwerpunkte und Fokus zu setzen.

 

* MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik/Technologie

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